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Strafe nach Leipzig-Spiel : DFB sperrt Südtribüne in Dortmund

  • Aktualisiert am

Beim Spiel gegen Leipzig waren in Dortmund etliche beleidigende Plakate zu lesen. Bild: dpa

Nach den geschmacklosen Plakaten gegen Leipzig sperrt der DFB die Südtribüne in Dortmund. Für Trainer Tuchel ist der Teil-Ausschluss der Fans „ein Drama“. Auch Sportdirektor Zorc spricht über das Urteil.

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          Borussia Dortmund muss nach den massiven Beleidigungen gegen RB Leipzig seine Südtribüne für eine Partie sperren. Dieses Urteil fällte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Einzelrichterverfahren am Montag. Zuvor hatte der Bundesligaverein einem entsprechenden Antrag des DFB-Kontrollausschusses zugestimmt. Der BVB muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro bezahlen. Die Gelbe Wand muss bereits an diesem Samstag gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) leer bleiben.

          Dortmund hat laut Sportdirektor Michael Zorc mit der Zustimmung „noch einmal ein klares Statement“ abgeben wollen. Der BVB verurteile „in jeder Form“ die Geschehnisse während der Bundesligapartie am 4. Februar, sagte er am Montag. Zorc betonte aber auch, dass der BVB das Strafmaß „als sehr hart“ empfinde. „Wir haben hier eine Kollektivstrafe, obwohl die große Mehrzahl der Fans auf der Südtribüne, die sich nichts zu Schulden kommen ließen, benachteiligt und mitbestraft wird.“ Trotzdem sei es geboten, der Strafe zuzustimmen „und keine kleinteilige Diskussion über Verhältnismäßigkeit zu führen“.

          Der Kontrollausschuss hatte wegen des massiven Fehlverhaltens der BVB-Fans in der Begegnung gegen Leipzig mit beleidigenden Transparenten und Schmährufen die Sperrung der Südtribüne für ein Spiel gefordert. Die Dortmunder teilten am Montag fristgerecht mit, dass der Klub die beantragte Strafe akzeptiere. „Es ist uns elementar wichtig, noch einmal deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass wir insbesondere die Geschehnisse rund um das Spiel gegen Rasenballsport Leipzig am 4. Februar 2017 in keinster Weise relativieren wollen!“, heißt es in der Mitteilung des deutschen Vizemeisters.

          Abgesehen von den massiven Beleidigungen hatte es auch Bierbecherwürfe in Richtung Stadion-Innenraum gegeben, RB-Spieler waren mit einem Laserpointer irritiert worden. Ein Mitarbeiter eines TV-Senders war nur knapp einer Verletzung entgangen, nachdem Zuschauer mit einer Metallstange geworfen hatten.

          Gäste-Fans, darunter auch Frauen und Kinder, waren im Umfeld der Dortmunder Arena mit Gegenständen beworfen worden. Dies hatte für große Empörung gesorgt. Dabei gab es zehn Verletzte. Auf die Vorfälle außerhalb des Stadions hat die DFB-Sportgerichtsbarkeit nach eigenen Angaben jedoch keinen Zugriff. Hier liege die alleinige Zuständigkeit bei staatlichen Stellen wie Polizei, Staatsanwaltschaft oder ordentlichen Gerichten.

          Für die Borussia kommt erschwerend hinzu, dass die Fans nicht zum ersten Mal auffällig wurden. Nach diversen und mit Geldstrafen geahndeten Pyro-Vergehen stand der Verein unter Bewährung. Die Strafaussetzung aus dem bisher letzten Urteil des DFB-Sportgerichts gegen den BVB wurde widerrufen. Damals war ein Zuschauer-Teilausschluss für den Unterrang der Südtribüne bis zum 31. Mai 2017 auf Bewährung ausgesetzt worden.

          Die Gelbe Wand im Signal-Iduna-Park gilt als größte Stehplatztribüne der Welt und fasst rund 24.500 Zuschauer. BVB-Coach Thomas Tuchel hatte die absehbare Strafe bereits zuvor als „ein Drama“ bezeichnet. „Wir sprechen von der Tribüne in Europa und vielleicht auf der Welt schlechthin, einem ganz besonderen Ort des Fußballs, der eine besondere Symbolkraft hat“, sagte Tuchel einem Bericht der „Funke Mediengruppe“ zufolge am Sonntagabend.

          Tuchel erinnerte an positive Aktionen der Dortmunder Fans. „Und wir sprechen auch von der Südtribüne, die auf eine unglaublich mitfühlende Art im Spiel gegen Mainz den Support eingestellt hat, aufgrund eines Unglücks auf der Tribüne. Wir sprechen von der Südtribüne, die ausgezeichnet wurde für die Stimmung in den Spielen gegen Liverpool“, sagte der Coach. „Es sind die gleichen Menschen, die gleichen Dauerkartenbesitzer, deshalb wäre das auf jeden Fall ein Drama.“

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          Das DFB-Urteil gegen Borussia Dortmund und die Begründung

          „Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Bundesligist Borussia Dortmund nach den massiven Zuschauer-Vorkommnissen im Bundesliga-Rückrundenspiel gegen RB Leipzig sowie zuvor in den Spielen bei Mainz 05, 1899 Hoffenheim und im Hinrundenspiel in Leipzig im Einzelrichterverfahren zur Sperrung der Südtribüne im nächsten Bundesligaspiel am Samstag (ab 15.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg und zu 100.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Zuvor hatte der Verein dem entsprechenden Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses vom Freitag fristgerecht zugestimmt, womit das Urteil rechtskräftig ist.

          Im Detail widerrief das DFB-Sportgericht die Strafaussetzung aus dem vorangegangenen Sportgerichts-Urteil gegen Borussia Dortmund vom 8. Juli 2016, in dem ein Zuschauer-Teilausschluss für den Unterrang der Südtribüne (Stehplatzbereich 10 bis 15) bis zum 31. Mai 2017 auf Bewährung ausgesetzt war. Hinzu kommt für die neuerlichen Vorkommnisse ein Zuschauer-Teilausschluss für den Oberrang der Südtribüne (Stehplatzbereiche 80 bis 84), womit gegen Wolfsburg die komplette Südtribüne gesperrt ist. Darüber hinaus verhängte das Sportgericht eine Geldstrafe für Borussia Dortmund in Höhe von 100.000 Euro.

          Während des Bundesligaspiels gegen RB Leipzig am 4. Februar 2017 wurden auf der Dortmunder Südtribüne zahlreiche Banner und Spruchbänder mit verunglimpfenden und diffamierenden Inhalten hochgehalten. Zudem wurden gefüllte Bierbecher Richtung Innenraum geworfen und Leipziger Spieler mit einem Laserpointer irritiert. Ferner wurde im Bundesligaspiel des BVB bei RB Leipzig am 10. September 2016 ein beleidigendes Banner im Dortmunder Block gezeigt.

          Darüber hinaus skandierten Dortmunder Zuschauer während des Bundesligaspiels bei der TSG 1899 Hoffenheim am 16. Dezember 2016 mehrmals Schmähgesänge. Hinzu kommt das Abbrennen von Pyrotechnik im Gästeblock während des Bundesligaspiels beim 1. FSV Mainz 05 am 19. Januar 2017.

          Keinen Zugriff hat die Sportgerichtsbarkeit des DFB auf die Vorfälle, die sich außerhalb der Stadien zugetragen haben. Hier liegt die alleinige Zuständigkeit bei den staatlichen Stellen (Polizei, Staatsanwaltschaft, ordentliche Gerichte).“

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