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Verschiebung nach Verschiebung : Ein Orkan mit Folgen

  • Aktualisiert am

Werder Bremen und Eintracht Frankfurt duellieren sich am Sonntag nicht in der Bundesliga. Bild: dpa

Die Eintracht muss erst an diesem Freitag das Europa-League-Spiel in Salzburg austragen. Deshalb wird auch die für Sonntag vorgesehen Bundesliga-Partie in Bremen verschoben. Werder übt Kritik.

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          Die Deutsche Fußball Liga hat das für Sonntag angesetzte Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt verschoben. Damit reagiert die DFL auf die Verlegung des Frankfurter Zwischenrunden-Rückspiels in der Europa League in Salzburg auf diesen Freitag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League, bei Nitro und DAZN). Die Begegnung war am Donnerstag wegen einer Orkanwarnung abgesagt worden. Einen neuen Termin für die Begegnung Bremen gegen Frankfurt gibt es noch nicht.

          Europa League

          „Damit bekräftigt die DFL ihre Linie, Bundesliga-Clubs nach Einsätzen in der Europa League möglichst mindestens zwei volle Tage Regenerationszeit vor dem darauffolgenden Bundesliga-Spiel einzuräumen und damit auch die Integrität des eigenen Wettbewerbs zu schützen“, begründete die DFL am Freitag ihre Entscheidung. Die Suche nach einem neuen Termin dürfte sich nun schwierig gestalten. Weil beide Mannschaften am Mittwoch im Viertelfinale des DFB-Pokals in Frankfurt bereits aufeinandertreffen, war eine Verlegung auf diesen Montag nicht möglich. In den Wochen danach ist die Eintracht im Falle eines Weiterkommens in Salzburg erst einmal wieder in der Europa League beschäftigt.

          „Angesichts der Termin-Enge im Rahmenterminkalender ist der späteste mögliche Nachholtermin für die Begegnung die Kalenderwoche 20 zwischen den Bundesliga-Spieltagen 33 und 34“, teilte die DFL mit. Sollte Frankfurt eher aus der Europa League ausscheiden, könnte auch zu einem früheren Zeitpunkt gespielt werden. „Das ist die einzig richtige Entscheidung im Sinne eines fairen und sauberen Wettbewerbs. Auch der Montag wäre nicht die richtige Lösung gewesen“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. Es ist bereits die zweite Spielverlegung in dieser Saison. Zuvor war bereits die Partie Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln wegen des Sturmtiefs Sabine abgesagt und für den 11. März neu angesetzt worden.

          Bremens Geschäftsführer Frank Baumann kritisierte die Deutsche Fußball Liga für die Verlegung. „Es wird mit der Wettbewerbsintegrität argumentiert. Aus meiner Sicht ist jetzt ein Wettbewerbsnachteil der einen Mannschaft zum Nachteil einer anderen geworden“, sagte Baumann am Freitag. „Wir hätten mit einem Heimspiel in eine sehr entscheidende Woche starten können. Dieser Vorteil wurde uns genommen“, sagte Baumann. Deshalb hätte sich die abstiegsbedrohten Bremer auch gegen eine Neuansetzung der Partie ausgesprochen. „Wir haben deutlich gemacht, dass wir gegen eine Verlegung sind, aber wir hatten keine Möglichkeit, ein Veto einzulegen. Die DFL ist für den Spielplan verantwortlich und hat das letzte Wort“, sagte Baumann.

          Die Bremer hatten in den Diskussionen unter anderem eine Verlegung der Anstoßzeit am Sonntag auf 20.30 Uhr vorgeschlagen, um den Frankfurtern zumindest ein paar mehr Stunden Regeneration zu ermöglichen. „Wenn man keinen besseren Ausweichtermin festlegen kann, ist es aus meiner Sicht besser, den ursprünglichen Termin beizubehalten“, sagte Baumann.

          Für Frankfurt geht es im Falle des Achtelfinal-Einzugs am Abend in Salzburg in der nächsten Runde gegen den FC Basel. Für die Eintracht steht neben dem wegen der Orkanwarnung auf Freitagabend verschobenen Zwischenrundenspiel noch ein weiteres Fragezeichen hinter dem Achtelfinalspiel in Basel. Die Schweizer Regierung hatte kurz zuvor wegen des neuartigen Coronavirus ein Verbot aller Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern vorerst bis zum 15. März erlassen. Die Partie im St. Jakob-Park ist allerdings als Rückspiel für den 19. März terminiert.

          Auch die anderen Bundesligavereine haben für das Achtelfinale der Europa League lösbare, aber unbequeme Kontrahenten erwischt. Bayer Leverkusen erhielt mit dem wieder erstarkten schottischen Spitzenklub Glasgow Rangers das attraktivste Los für die Duelle am 12. und 19. März. In die Ukraine zu Schachtar Donezk muss der VfL Wolfsburg reisen. Topklubs wie Inter Mailand, Manchester United oder AS Rom blieben dem Bundesliga-Trio von Losfee Dietmar Hamann in der Uefa-Zentrale in Nyon als Gegner erspart. Auch das erste mögliche deutsche Europacup-Duell seit drei Jahren, als Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach im Achtelfinale der Europa League aufeinandertrafen, kam nicht zustande.

          Leverkusen spielte 1998 in der zweiten Runde des damaligen Uefa-Cups gegen die Rangers und schied nach einem 1:2 zuhause und einem 1:1 im Ibrox Park aus. In Glasgow – allerdings im Hampden Park– verlor Bayer 2002 das Champions-League-Finale im Jahr 2002 gegen Real Madrid mit 1:2. Wolfsburg hat noch frische Erinnerungen an die Ukraine. In der Gruppenphase gab es im Herbst 2019 ein 1:0 bei PFK Olexandrija. Nun geht es zum Rückspiel am 19. März wieder gen Osten.

          Auslosung des Europa-League-Achtelfinales

          Hinspiele 12.03.2020

          Istanbul Basaksehir - FC Kopenhagen 
          Olympiakos Piräus - Wolverhampton Wanderers
          Glasgow Rangers - Bayer Leverkusen
          VfL Wolfsburg - Schachtar Donezk 
          Inter Mailand - FC Getafe 
          FC Sevilla  - AS Rom
          Frankfurt/Salzburg  - FC Basel
          Linzer ASK  - Manchester United

          Rückspiele 19.03.2020

          FC Kopenhagen - Istanbul Basaksehir
          Wolverhampton Wanderers - Olympiakos Piräus
          Bayer Leverkusen - Glasgow Rangers
          Schachtar Donezk - VfL Wolfsburg 
          FC Getafe - Inter Mailand 
          AS Rom - FC Sevilla
          FC Basel - Frankfurt/Salzburg
          Manchester United - Linzer ASK

          Weitere Termine:

          Viertelfinale: 09. April - 16. April 2020
          Halbfinale: 30. April - 07. Mai 2020
          Finale: 27. Mai 2020 in Danzig/Polen

           

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