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Bundesliga : Wolfsburger Talfahrt geht weiter

  • -Aktualisiert am

Mehr als angeschlagen: Wolfsburg (mit Mbokani) verliert gegen Nürnberg Bild: dpa

Der Volkswagen beschleunigt auf dem Weg nach unten: Der VfL Wolfsburg rutscht nach der 1:2-Niederlage gegen Nürnberg auf einen Abstiegsplatz ab. Der „Club“ darf weiter von Europa träumen.

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          Sein Auftritt in der Nachspielzeit war beachtlich. Per Nilsson war im Team des 1. FC Nürnberg erst spät eingewechselt worden. Aber sein Kopfballtor machte auf den allerletzten Drücker einen 2:1-Erfolg beim VfL Wolfsburg möglich, der die Niedersachsen auf den Relegationsrang und somit in allergrößte Not stürzt. Sie verspielten im eigenen Stadion gegen den 1. FC Nürnberg eine 1:0-Führung und lieferten einen Auftritt ab, der frei von Spielwitz und Kombinationsfluss blieb. Ihrem Führungstreffer von Mario Mandzukic in der 23. Minute hatten die Nürnberger den Ausgleich durch einen Kopfball von Philipp Wollscheid folgen lassen. Und was Nilsson folgen ließ, sorgte aus Wolfsburger Sicht vor 27.300 Zuschauern für großes Entsetzen.

          Wer wissen möchte, wie es um das Nervenkostüm der Hauptdarsteller beim VfL Wolfsburg bestellt ist, braucht im Grunde nur Pierre Littbarski bei der Arbeit zu beobachten. Der Trainer für den Übergang, den jedes noch so kleine Erfolgsbilanz länger im Amt hält, trat an der Außenlinie wieder einmal in Rumpelstilzchen-Manier auf. Für jede umstrittene Entscheidung des schwachen Schiedsrichters Guido Winkmann gab es ein kleines von Wut geprägtes Littbarski-Tänzchen. Die Wolfsburger Spieler, die sich viele Fehler leisteten, und der oft überforderte Referee gönnten dem ärgerlichen Cheftrainer keine Pause und machten ihn zu einem verzweifelten Mann.

          Im Wolfsburger Spiel krankte es an der nötigen Lockerheit, um gekonnt kombinieren zu können. Kaum einer der hoch bezahlten VfL-Profis kennt sich im Abstiegskampf aus. Entsprechend verkrampft ging die Elf um Kapitän Marcel Schäfer zu Werke. Vor allem Dieudonné Mbokani, von Littbarski als einziger echter Stürmer aufgeboten, enttäuschte auf der ganzen Linie. Die winterliche Leihgabe vom AS Monaco wirkt immer noch wie ein Fremdkörper im Ensemble der Niedersachsen. Grafite, im Sommer 2009 immerhin noch zum Torschützenkönig der Bundesliga gekürt, wurde erst spät für Mbokani eingewechselt. Aber auch ihm gelang es nicht, für die erhoffte Wende zu sorgen.

          Nürnberg darf sich weiter freuen: Der „Club'” gewinnt in Wolfsburg
          Nürnberg darf sich weiter freuen: Der „Club'” gewinnt in Wolfsburg : Bild: dapd

          Nürnberger Lufthoheit

          Was den Wolfsburgern nicht gelingen wollte, erledigten die angereisten Franken recht schnörkellos. Die Mannschaft des 1. FC Nürnberg, die zu den großen Überraschungen in der laufenden Saison der Fußball-Bundesliga zählt, kombinierte gefällig und kam für ein Auswärtsspiel zu erstaunlich vielen Torschüssen. Es musste allerdings zunächst eine Standardsituation herhalten, um für ein Erfolgserlebnis zu sorgen. Nach einer Freistoßhereingabe nutzte Verteidiger Wollscheid seine Lufthoheit und köpfte zum 1:1 ein. Beim 2:1 durch Nilsson gelang dieses Kunststück noch ein weiteres Mal.

          Um den Ärger und die Probleme des VfL Wolfsburg noch abzurunden, gab es in der 52. Minute eine umstrittene Szene. Angreifer Mbokani war vom Nürnberger Verteidiger Javier Pinola im Strafraum umgerannt worden. Aber Schiedsrichter Winkmann ließ auch bei dieser pikanten Begebenheit den nötigen Durchblick vermissen und verwehrte den Wolfsburgern einen Strafstoß. VfL-Trainer Littbarski regte sich über diese und noch viele andere Szenen furchtbar auf. Aber alles Meckern über den Schiedsrichter half nicht. Der Abstiegskampf lähmt den VfL-Profis die Beine und blockiert den Kopf. Während der „Club“ nunmehr seit acht Begegnungen ungeschlagen ist, fielen die Niedersachsen auf den Relegationsplatz 16 zurück.

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