https://www.faz.net/-gtm-a6f3v

1:2 beim VfL Wolfsburg : Doppelter Weghorst sorgt für Eintracht-Niederlage

  • -Aktualisiert am

Holt den Sieg für die Wölfe: Wout Weghorst Bild: dpa

Wout Weghorst schießt Wolfsburg auf Rang vier. Nach Rückstand dreht der Niederländer mit zwei Treffern die Partie gegen die Eintracht und sorgt für einen Vereinsrekord. Die Frankfurter warten mittlerweile seit Oktober auf ihren dritten Saisonsieg.

          3 Min.

          Wie anders als unentschieden sollte eine Begegnung zweier Mannschaften enden, die in dieser Saison bis dahin schon insgesamt 13 Remis zustande gebracht hatten? Und tatsächlich schien die Auseinandersetzung zwischen dem VfL Wolfsburg und der Frankfurter Eintracht, die den elften Spieltag der Fußball-Bundesliga am Freitag einläutete, auf ein 1:1 hinauszulaufen, nachdem Dost die Hessen durch einen Foulelfmeter (63. Minute) in Führung gebracht und Weghorst durch einen Handelfmeter (76.) ausgeglichen hatte. Aber dann stahl sich Weghorst in der 88. Minute hinter dem Rücken von Ilsanker frei und erzielte den Wolfsburger 2:1-Siegtreffer. Das entsprach weitgehend dem Spielverlauf. Die Eintracht hatte wieder einmal die erste Halbzeit sehr zurückhaltend gestaltet, vor allem sehr schlecht nach vorne gespielt. Nach der Pause war dann die Partie ausgeglichen, mit dem besseren Ende für die Niedersachsen, die in der Tabelle auf Platz vier sprangen.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Eintracht-Trainer Hütter wählte die vorsichtigste Variante, um Andre Silva zu ersetzen. Für den portugiesischen Torjäger, der wegen Muskelbeschwerden passen musste, schickte der Österreicher seinen Landsmann Stefan Ilsanker auf das Feld, den er „den klarsten Sechser, den wir haben“, nennt. Sprich, Hütter hält Ilsanker für den defensivstärksten seiner Mittelfeldspieler. Zudem ist er einer der kopfballstärksten Frankfurter Profis, was wegen des hünenhaften Wolfsburger Mittelstürmers Weghorst ein Hilfsargument war, um den österreichischen Nationalspieler in die Startelf zu nehmen.

          Für Ilsanker rückte Djibril Sow nach vorn, neben Daichi Kamada hinter die einzige Spitze Bas Dost. Jener Sow, der in seinen anderthalb Jahren in Frankfurt kaum einmal kreatives Talent verriet, sondern eher läuferisches. Aber der Schweizer Nationalspieler wurde zur positiven Überraschung der ersten Halbzeit. Nicht, dass er die Fäden zog, aber er war immer anspielbar und an fast allen Aktionen beteiligt, die in der ersten Halbzeit in der Wolfsburger Spielhälfte stattfanden. Das waren freilich nicht viele.

          20 Minuten Anlauf

          Wolfsburg war die spielbestimmende Mannschaft, in der Anfangsphase sogar die dominierende. Nach sieben Minuten hatten die Niedersachsen vier Eckbälle herausgespielt und Mbabu war in seinem ersten Saisonspiel zweimal bis zur Torauslinie durchgedribbelt. Die Hereingaben des Wolfsburger Rechtsverteidigers fanden aber keinen Mitspieler. In der neunten Minute rettete dann das Aluminium die Eintracht, Sow hatte einen Schuss von Schlager abgefälscht, der Ball sprang mit Effet gegen den Pfosten.

          Nach etwa 20 Minuten stabilisierten sich die Frankfurter ein wenig, aber richtig Zugriff fanden sie nicht im Mittelfeld. Trainer Hütter musste während der ersten Halbzeit ein paar Mal die Luft anhalten. Doch da der letzte Pass von den Wolfsburgern häufig unpräzise gespielt wurde und den Frankfurtern bei Abprallern das Glück zur Seite stand, wurde es kaum einmal richtig gefährlich.

          Fokussierter Blick: Wout Weghorst nach seinem ersten Treffer.
          Fokussierter Blick: Wout Weghorst nach seinem ersten Treffer. : Bild: AFP

          Die Pause tat der Eintracht dann gut. Nach nur acht Minuten gelang ihr etwas, was ihr in der ersten Halbzeit gar nicht geglückt war: Ein Spielzug bis in den gegnerischen Strafraum. Doch Sow traf den Ball nach Durms Flanke nicht richtig. Zwei Minuten später leistete sich Kostic einen Fehlschuss, den man dem Serben nicht zugetraut hätte, obwohl er mit dem schwächeren rechten Fuß den Ball berührte. Von Kamada herrlich freigespielt, hob Kostic den Ball aus sieben Metern unbedrängt über das Tor.

          So etwas rächt sich meistens im Fußball – diesmal nicht, weil Trapp gegen den Wolfsburger Maximilian Philipp im Gegenzug hervorragend parierte. Und kurz darauf stand es tatsächlich 1:0 für die Eintracht – dank des Videoassistenten. Schiedsrichter Schmidt hatte übersehen, dass Brooks seinen Frankfurter Innenverteidiger-Kollegen Hinteregger im Strafraum mit beiden Händen umgeschubst hatte. Nach Ansicht der Fernsehbilder gab es keinen Zweifel. Dost vertrat den Elfmeterschützen Silva ganz unaufgeregt. Der Niederländer verzögerte den Schuss und schoss den Ball locker in die Mitte des Tores. Torwart Casteels lag im linken Eck.

          Der VfL war vom Rückschlag beeindruckt. Nichts deutete auf den Ausgleichstreffer hin – bis Maximilian Philipp eine Hereingabe versuchte und der Ball den Arm Ilsankers fand. Weghorst nutzte den Elfmeter in der 76. Minute zum 1:1. Nun war die Eintracht konsterniert. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich musste Abraham nach einem Kopfball von Bialek auf der Linie retten. Aber in der 88. Minute gab es nichts mehr zu retten. Weghorst schoss zum 2:1 für Wolfsburg ein.

          Weitere Themen

          Englische Teams ziehen sich zurück Video-Seite öffnen

          Super League : Englische Teams ziehen sich zurück

          Nach Manchester City bestätigten auch Manchester United, Liverpool, Arsenal, Tottenham Hotspur und Chelsea ihren Rückzug. Nun steht die Super League nicht einmal 48 Stunden nach ihrer Gründung vor dem Aus.

          Topmeldungen

          Die gegen Corona getragenen Masken helfen auch gegen Infektionen mit dem Grippe-Virus.

          Robert-Koch-Institut : Grippewelle erstmals seit 1992 ausgeblieben

          Nur etwa 500 Menschen in Deutschland infizierten sich im gerade zu Ende gegangenen Winter mit dem Influenza-Virus. In der vergangenen Grippe-Saison hingegen erkrankten 180.000 Menschen. Grund sind die Corona-Maßnahmen und eine erhöhte Impfbereitschaft.
          Der Schriftsteller Philip Roth 2010 in New York

          Wettstreit der Biographen : Die Gegenleben des Philip Roth

          Er wünschte sich eine Biographie, die nicht nur seine Sexualität beschreibt. Drei Jahre nach Philip Roths Tod sind zwei erschienen. Erfüllen sie den Wunsch?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.