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Neuer Sportvorstand in Mainz : Ist Heidel die Lösung?

  • -Aktualisiert am

Wunschkandidat: Christian Heidel Bild: dpa

Nach dem Rücktritt des Sportvorstands Rouven Schröder sucht Mainz 05 einen Nachfolger. Vieles spricht für Christian Heidel. Doch dieser zögert und bittet um mehr Bedenkzeit.

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          Drei Tage sind vergangen, seit der FSV Mainz 05 sich mit einem absurden Elfmeterschießen aus dem DFB-Pokal verabschiedet hat. Vier Tage sind es seit dem Rücktritt des Sportvorstands Rouven Schröder. Seither gibt es anscheinend neue Entwicklungen, für die Öffentlichkeit waren sie bis Sonntag aber nicht gedacht. „Wir können noch nichts verkünden, aber es deuten sich Lösungen für Montag an“, sagte der Vereins- und Vorstandsvorsitzende Stefan Hofmann.

          Bundesliga

          Ob diese Lösung Christian Heidel heißt? Sehr vieles spricht dafür. Mit dem ehemaligen Manager, der im Sommer 2016 als Sportvorstand zum FC Schalke 04 gewechselt war, wo er bis März 2019 blieb, waren sich Hofmann und Aufsichtsratschef Detlev Höhne über eine Rückkehr an den Bruchweg einig, wo er 24 Jahre lang maßgeblich die Geschicke des Klubs gelenkt hatte. Allerdings hatten sie offenbar vergessen, Sportvorstand Schröder in diese Überlegungen einzubeziehen, der sich, vor beinahe vollendete Tatsachen gestellt, mit dieser Konstellation nicht anfreunden mochte und um Vertragsauflösung bat.

          Entscheidung in der Trainerfrage benötigt

          Dessen Arbeit mitzumachen war wiederum nicht Heidels Ansinnen – weshalb der 57-Jährige sich am Tag vor Heiligabend Bedenkzeit erbat. Eine Entwicklung, von der die verbliebenen 05-Verantwortlichen kalt überrascht wurden. Einen Plan B zum inzwischen auf Mallorca lebenden Heidel gebe es nicht, hatte Hofmann am Dienstag voriger Woche gesagt, und dass er sich von diesem bis zum 28. Dezember ein „klares Bekenntnis“ erhoffe. Dass er und Höhne in der Zwischenzeit jemand anderen an Land gezogen haben, ist unwahrscheinlich.

          Heidels erste Amtshandlung wiederum wäre es, eine Entscheidung in der Trainerfrage zu treffen. Jan-Moritz Lichte stand schon vor dem Pokalspiel gegen den VfL Bochum auf der Kippe. Dass seine Mannschaft es nicht schaffte, gegen den Zweitliga-Verein eine 2:0-Führung ins Ziel zu retten, sondern in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich kassierte, dass sie trotz 25-minütiger Überzahl in der Verlängerung nicht nachlegen konnte und dann im Elfmeterschießen nach zweimal Aluminium und einem geradezu erbärmlichen Versuch von Jean-Philippe Mateta 0:3 scheiterte, hat seine Situation nicht verbessert.

          Die Frage ist allerdings, ob es eines neuen Trainers bedarf, der dem Tabellenvorletzten der Bundesliga den nötigen Kampfgeist einimpft, oder ob es eher neue Spieler braucht, die eine solche Linie vorleben – und ob der durch die Corona-Krise auch wirtschaftlich gebeutelte Verein sich beides leisten kann.

          Lichte selbst sagte nach dem Aus im Pokal, er glaube nicht, dass dieses Ergebnis die Haltung des Vereins in der Trainerfrage beeinflussen werde. Über Schröders Schritt war er nicht froh. Er habe zum Sportvorstand eine enge Arbeitsbeziehung gehabt, „und ich glaube, dass Rouven einen entscheidenden Anteil daran hatte, dass wir in den vergangenen Jahren die Klasse gehalten haben und der Verein finanziell da steht, wo er steht“. Jetzt sei es wichtig, klare Entscheidungen zu treffen. „Aber die treffe nicht ich.“

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