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3:1 gegen Wolfsburg : Bremen wirbelt sich wieder zum Sieg

  • -Aktualisiert am

Grün ist die Farbe der Hoffnung – auch für Bremen im Abstiegskampf. Bild: EPA

Nach dem Coup „auf“ Schalke gelingt Werder ein weiterer Sieg im Kampf gegen den Abstieg. Vor allem ein Spieler ragt bei den Bremern beim 3:1-Erfolg über Wolfsburg als doppelter Torschütze heraus.

          In seinen anderthalb Bremer Jahren hat Florian Kainz immer mal wieder angedeutet, dass er eine echte Verstärkung sein kann. Schnell, dribbelstark und fintenreich, so hat der österreichische Außenstürmer schon aufgespielt. Aber er hat sich auch ziemlich oft festgerannt, wenn er spielen durfte, die Stetigkeit fehlte, und die Defensive ist gewiss nicht seine Stärke. Zudem strahlte er nie die große Torgefahr aus. So blieb der 25 Jahre alte Grazer immer gleichzeitig Fremdkörper und großes Versprechen im Spiel des SVW.

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          Am Sonntagabend nun hatte Florian Kainz seinen großen Auftritt. Mit zwei schönen Toren erlegte er die „Wölfe“ beim 3:1-Sieg der Bremer fast allein. Es war der ersehnte Werder-Heimerfolg nach zuletzt drei Unentschieden im Weserstadion in einem Spiel, das phasenweise packenden Sport bot – von den Bremern. Wolfsburg kam mit dieser Niederlage noch gut weg, ließ abgesehen von 20 Minuten in Halbzeit zwei fast alles vermissen, was man im Abstiegskampf mitbringen muss. Bis auf einen Punkt kommt Werder als Fünfzehnter an den VfL ran und hat aus den vergangenen drei Spielen sieben Punkte geholt. Die Strategie des Trainers Florian Kohfeldt scheint aufzugehen, den Abstieg über sehenswerten und mutigen Fußball zu verhindern. Zwei Siege nacheinander, das hatte Werder in dieser Saison bislang noch nicht geschafft.

          „Das war zuhause die beste Halbzeit der Saison“, sagte der Stadionsprecher zur Pause, und die Fans antworteten mit Applaus. Sie hatten ein Bremer Offensivfeuerwerk erlebt, das an die guten, alten Zeiten erinnerte. Gerade in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs konnten einem die Wolfsburger leidtun – sie schauten zu, wie sich Werder in Fahrt kombinierte. So war das 2:0 zur Pause eine viel zu niedrige Führung der Bremer. Allein innerhalb der Minuten 29 bis 31 stand das VfL-Tor unter Dauerbeschuss: Erst wehrte Koen Casteels den Kopfball Maximilian Eggesteins ab, dann stand William bei Kruses Kopfball auf der Linie goldrichtig, und in der 31. Minute wuchtete Niklas Moisander den Ball mit links an die Latte. Wolfsburg schaute zu, wie Werder wirbelte.

          Dabei lag Trainer Martin Schmidts Mannschaft doch schon 1:0 zurück. In der vierten Minute hatte der schwedische Linksverteidiger Ludwig Augustinsson den Kopf hingehalten und war nach Zlatko Junuzovics Eckball erfolgreich. Werder schob über Florian Kainz und Eggestein an, aber Wolfsburg kam zumindest für 15, 20 Minuten besser ins Spiel. In der 18. Minute wehrte Werders Torwart Jiri Pavlenka einen Schuss von Yunus Malli ab. Doch die Bremer ruhten sich nicht lange aus. Nach der beschriebenen Dreifachchance hatte der schon am Dienstag im Pokal muntere Kainz seinen lichten Moment – bei einem blitzschnellen Bremer Angriff spielte er Doppelpass mit Junuzovic und schlenzte das Spielgerät aus 17 Metern ins lange Eck. Ein sehenswerter Treffer des Österreichers, sein erster in dieser Saison zudem. Ein zweiter sollte folgen, wie auch etliche andere aktive Momente – gerade im Zusammenspiel mit Kruse überzeugte Kainz.

          Wolfsburg hatte bis dahin gespielt wie ein Absteiger, und man fragte sich, wie diese Mannschaft schon 24 Punkte hat sammeln können. Nach vorn sah das VfL-Spiel etwas gefälliger aus als im DFB-Pokal am Mittwoch in Gelsenkirchen (0:1). Doch hinten ließen die Wolfsburger Profis mit maximaler Sorglosigkeit viel zu viele Abschlussaktionen der Bremer zu.

          Offenbar hatte Schmidt dann aber die richtigen Worte gefunden. Als Moisander an Knoche zog, gab es Elfmeter. Paul Verhaegh traf im Nachschuss zum 2:1 (49.). Nun hatte der VfL seine beste Phase. Delaney blockte Mallis Schuss, sonst wäre wohl der Ausgleich gefallen (68.). Ehe es noch brenzliger wurde, sorgte wiederum Kainz für eine entspannte Schlussphase – nach Doppelpass mit Kruse traf er durch Casteels Beine zum Endstand (72.) Werder vergab noch zwei, drei gute Möglichkeiten, während Wolfsburg sich aufgegeben hatte.

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