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Eintracht in Japan : Frankfurter Werbetour in Fernost

  • -Aktualisiert am

Reiseleiter: Makoto Hasebe (links) Bild: picture alliance / Eibner-Pressefoto

Zwei Testspiele, Schwertkampf, Fanbegegnungen: Die Mannschaft von Oliver Glasner reist nach einer gleichwohl strapaziösen wie erfolgreichen Hinrunde nach Japan. Die Marke Eintracht Frankfurt will wachsen.

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          Rückblickend war die Wahl der beiden Spieler vor der Kamera keine rundum gelungene: In einem vor zwei Wochen veröffentlichten Werbefilm des neuen Eintracht-Partners JNTO, eines japanischen Tourismusunternehmens, unterhalten sich Makoto Hasebe und Mario Götze über die Japanreise der Frankfurter Eintracht, zu der die Mannschaft von Oliver Glasner am Montag aufgebrochen ist. „Interessantes Land und interessantes Volk“, urteilte Mittelfeldmann Götze in bester Werbemanier, „ich freue mich auf die Tour.“

          Wie authentisch die Vorfreude auf den Marketingausflug inklusive zweier Testspiele gegen die J1-League-Teams Urawa Red Diamonds (Mittwoch, 11.30 Uhr MEZ bei Sky) und Gamba Osaka (Samstag, 6.00 Uhr MEZ bei Sky) ins 11 Flugstunden entfernte Japan nach sechs englischen Wochen in Serie tatsächlich war, bleibt offen. Sicher ist aber, dass Götze gar nicht dabei war, als die Frankfurter Entourage ins Flugzeug nach Tokio stieg. Götze war zwar am Montagmittag auch am Frankfurter Flughafen, sein Reiseziel hieß aber Oman, wo sich die deutsche Nationalmannschaft auf die WM vorbereitet.

          „Mit den Menschen in Kontakt kommen“

          Vom 14. bis zum 20. November werden 28 Spieler im Dienste der Internationalisierungsstrategie des Vereins das Land der aufgehenden Sonne bereisen, darunter auch acht Nachwuchstalente. „Unser Kader für Japan zeigt, dass wir in der Jugendarbeit einen Schritt nach vorne gemacht haben“, sagte Sportvorstand Markus Krösche vor dem Abflug. Nicht mit dabei sind die sechs WM-Fahrer sowie Rafael Borré und Hrvoje Smolčić.

          Bundesliga

          Auf dem Programm stehen neben den beiden Freundschaftsspielen in Tokio und Osaka auch der Besuch eines buddhistischen Tempels, Schwertkampf und Fanbegegnungen. Die vier angesetzten Trainingseinheiten werden teilweise öffentlich abgehalten: „Wir wollen mit den Menschen in Kontakt kommen und freuen uns sehr, in die Kultur eintauchen zu dürfen“, sagte Jan Strasheim, Leiter Medien und Kommunikation, bei einer Pressekonferenz Ende Oktober.

          Mit von der Partie sind auch Markenbotschafter Uwe Bein und der verletzte Abwehrchef Makoto Hasebe. Beide spielten einst für den aktuellen Superpokalsieger Urawa Red Diamonds, den ersten Testspielgegner. „Ich freue mich, mein Heimatland besuchen zu können und meinen Kollegen zu zeigen“, sagte Hasebe. Die Verantwortlichen bemühten sich, den sportlichen und kulturellen Reiz der Reise herauszustellen. Naheliegenderweise dürfte es aber vor allem darum gehen, der Marke „Eintracht Frankfurt“ zu mehr Bekanntheit im asiatischen Raum zu verhelfen: „Die Reise ist für unseren internationalen Ansatz sehr wichtig“, sagte Strasheim.

          „Die anderen Ligen laufen uns weg“

          Die Hessen gründeten bereits 2018 eine Tochtergesellschaft in China, 2020 eröffnete man das erste USA-Büro in New York. Der Profikader reiste mehrere Jahre ins Trainingslager nach Abu Dhabi, 2017 in die Vereinigten Staaten. „Eintracht Frankfurt will in der internationalen Vermarktung eine wichtige Rolle spielen“, erklärte Strasheim die Umtriebigkeit seines Klubs.

          Vorstandssprecher Axel Hellmann, seit August auch im Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL), hat die Finanzen des Vereins und der Liga im Blick: „Die anderen Ligen laufen uns weg, während bei uns die Erlöse stagnieren.“ Steigern lassen sich Bekanntheit und Wert der Bundesliga durch Präsenz deutscher Klubs im Ausland. Dafür schaffte die DFL 2013 erstmals Anreize in Form von Zuschüssen für Trainingslager in lukrativen Ländern.

          Dass mit Eintracht Frankfurt eine der heißesten Marken, die die DFL dieser Tage zu bieten hat, ausgerechnet nach Japan reist, hat gute Gründe: 100.000 japanische Touristen besichtigen Frankfurt jedes Jahr, rund 250 japanische Unternehmen haben ihren deutschen oder europäischen Hauptsitz in der Region. Und mit neun Spielern weiß die Bundesliga die meisten japanischen Spieler der fünf europäischen Topligen in ihrem Betrieb.

          Nur 20 Stunden nach dem Abpfiff des Bundesligaspiels beim Rhein-Main-Nachbarn Mainz 05 saßen die Frankfurter also wieder gemeinsam im Flugzeug. Oliver Glasner nahm es sportlich: „Wir haben ein bisschen zu wenig gespielt, also machen wir noch die zwei Spiele in Tokio und Osaka“, sagte der Eintracht-Trainer mit einem Augenzwinkern. Freuen können sich seine viel gereisten Europafighter nach Aussage von Reiseleiter Hasebe auf jeden Fall auf die Verpflegung in Fernost. Schließlich sei das japanische Essen „das beste der Welt“.

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