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Bundesliga-Abstiegskampf : Warum Stuttgart weiter auf Gomez setzt

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Nicht treffsicher, aber trotzdem wichtig: Mario Gomez. Bild: Picture-Alliance

Zu alt, zu langsam und ohne Torriecher – der Eindruck der Kritiker von Mario Gomez ist eindeutig. Trainer Markus Weinzierl stellt ihn beim VfB Stuttgart dennoch weiter auf. Dafür gibt es gute Gründe.

          Mindestens zwei Menschen beim VfB Stuttgart sind überzeugt von Mario Gomez’ Qualitäten als Torjäger. Der eine ist Trainer Markus Weinzierl, unter dem der frühere Nationalspieler in sechs Spielen noch gar nicht getroffen hat, aber dennoch jedes Mal in der Startelf stehen darf und bei jeder Gelegenheit verbal verteidigt wird. Der andere ist Gomez selbst. Der 33-Jährige sagt: „Ich weiß, dass ich immer treffe, früher oder später.“

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          Beim Anpfiff am Sonntagabend (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach beträgt die torlose Zeit in der Fußball-Bundesliga 530 Minuten. Gomez lässt sich davon überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. „Es gehört zum Leben eines Stürmers dazu, dass der Ball nicht reingeht“, sagt der Routinier. Er spricht aus Erfahrung. In seiner Karriere hatte er schon fünf Mal eine Phase mit mindestens sechs Bundesliga-Partien ohne eigenes Tor. Minuten zähle er nicht, sagt Gomez stets. Und überhaupt sei es für Fans und Journalisten vergleichsweise einfach, ihn zu kritisieren: „Bei einem Mittelfeldspieler muss man was vom Fußball verstehen, um sagen zu können, ob der gut spielt, oder nicht. Bei einem Torwart oder Stürmer sieht man die Fakten.“

          Kritiker ziehen ihre Argumente aber auch aus dem Gesamteindruck, den Gomez derzeit auf dem Spielfeld macht. Zu alt, zu langsam, der Torriecher weg – dieser Eindruck ist nachvollziehbar, wenn man ihn in den vergangenen Wochen auf dem Platz stehen sieht. Gomez bekommt kaum verwertbare Zuspiele seiner Kollegen, hat aber dennoch in jedem Spiel eine richtig gute Chance. Die aber vergab er seit dem Tor beim 1:3 gegen Hannover 96 am siebten Spieltag jedes Mal. Nur: Seine Werte belegen diese gefühlte Wahrheit nicht, wie der „Kicker“ in seiner Titelgeschichte über den Fußballer des Jahres von 2007 aufzeigte.

          Pro 90 Minuten läuft der Angreifer in dieser Saison im Schnitt 9,6 Kilometer, in der Hinrunde 2016/2017 waren es 9,7 Kilometer. Die Zahl der Zweikämpfe und die Quote der gewonnenen Duelle hat sich kaum verändert. Gomez sprintet im Schnitt zwar zweimal weniger pro 90 Minuten, ist dabei aber sogar etwas schneller geworden – seine Höchstgeschwindigkeit stieg von 32,34 auf 32,59 Stundenkilometer.

          „Ich spiele jetzt ja hier nicht, weil ich irgendwann mal gut gespielt habe, sondern ich spiele, weil der Trainer denkt, dass ich entscheidend sein kann. Und das erwarte ich auch selber von mir noch“, sagt Gomez, der im Mannschaftsgefüge der Schwaben eine enorm wichtige Rolle inne hat und vor allem für junge Spieler wie Nicolás González ein wertvoller Ratgeber ist. „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das genug ist, um hier beim VfB in der Startelf der Mannschaft zu helfen. Das Selbstvertrauen ist immer da.“

          Trainer Weinzierl stellt den Mann, der nach 310 Bundesligaspielen mit 166 Toren noch immer auf die beeindruckende Quote von 0,54 Tore pro Partie kommt, ohnehin nicht infrage. „Da bin ich pragmatisch: Wenn man so eine Quote hat, wird das auch wieder so sein“, sagt er. Gomez selbst wäre sogar glücklich und zufrieden, wenn er bis nach Weihnachten auf sein viertes Saisontor warten müsste. „Das Wichtigste ist die Mannschaft. So spiele ich, so fühle ich mittlerweile, das war vielleicht nicht immer so, aber jetzt ist es so und es fühlt sich gut an“, sagt er. „Mir ist es eigentlich komplett wurscht, wer die Tore schießt. Wenn wir die nächsten vier Spiele bis zur Winterpause 1:0 gewinnen und ich keines davon mache, unterschreibe ich das sofort.“

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