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Fünf Jahre Videobeweis : Das große Reizthema der Bundesliga

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Hilfe bei klaren Fehlentscheidungen oder unklaren Situationen: Der VAR soll Schiedsrichter wie Deniz Aytekin unterstützen. Bild: dpa

Schiedsrichter Deniz Aytekin gesteht, Spieler nur zum Zeitgewinn für den Videoassistenten ermahnt zu haben: Auch fünf Jahre nach seiner Einführung sorgt der VAR für Diskussionen. Wie geht es weiter?

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          Die organisierte Fanszene will ihn sofort abschaffen, die Funktionäre schimpfen aus der Emotion heraus gern auf den „Kölner Keller“, die Verbände arbeiten an immer neuen Erweiterungen: Der Videobeweis ist in der Fußball-Bundesliga auch fünf Jahre nach seiner Einführung ein riesiges Reizthema.

          Bundesliga

          Der „ewige„ Experte Günter Netzer, der sich vor einem perfekten und langweiligen Sport durch Videobilder sorgte, ist längst widerlegt. Gestritten, geflucht und diskutiert wird noch immer – nun eben mit der zusätzlichen Ebene Video Assistant Referee (VAR). So ist es, seit der Videobeweis am 18. August 2017 beim 3:1 des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen erstmals in der Bundesliga zum Einsatz kam.

          Die Fußball-Funktionäre sind mit der Vision angetreten, das Millionenbusiness gerechter zu machen. Untermauert wird dieser Plan mit jährlichen Berichten, wonach in den Bundesligen zwischen 60 und 100 Fehlentscheidungen pro Saison korrigiert werden. Während viele vom Warten und den ständigen Korrekturen genervt sind, kündigte Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich schon vor der Sommerpause noch mehr Eingriffe an: „Es gibt eher die Tendenz, über fehlende Intervention nachzudenken als über übertriebene Intervention.“

          Fans beklagen Verlust an Emotionen

          Fans werden das nicht gerne hören. In den Kurven ist der VAR eher unbeliebt, die Korrektur der Tatsachenentscheidung wird als klinischer Eingriff in den Sport wahrgenommen. „Ein Großteil ist sehr deutlich gegen den Videobeweis“, sagte Sprecher Sig Zelt vom Bündnis ProFans der Deutschen Presse-Agentur: „Der geringe Gewinn an mehr Gerechtigkeit steht in keinem Verhältnis zum Verlust an Emotionen.“ Der verzögerte Torjubel mache den Sport für die Zuschauer „deutlich unattraktiver“.

          Bestes Beispiel für Zelts These war das EM-Finale der Frauen im Londoner Wembley-Stadion vor gut zwei Wochen. Als Chloe Maggie Kelly in der 110. Minute Englands Titeltreffer und damit ihr wichtigstes Tor der Karriere erzielte, musste sie einige Sekunden bange warten, bevor sie ihr Trikot ausziehen und ausgelassen jubeln durfte. Das deutsche Team hingegen haderte damit, dass es trotz der verfügbaren Videobilder keinen Elfmeter in der ersten Halbzeit zugesprochen bekommen hatte.

          So viele Elfmeter und Platzverweise gab es in der Bundesliga.
          So viele Elfmeter und Platzverweise gab es in der Bundesliga. : Bild: F.A.Z.

          Ein zentraler Kritikpunkt der Fanszene ist neben den verzögerten Emotionen vor allem, dass TV-Zuschauer bei Video-Überprüfungen wesentlich besser im Bilde sind als Fans vor Ort, die dort oft gerade einmal erfahren, dass eine Szene überprüft wird. Helen Breit von der Fan-Organisation Unsere Kurve sagte: „Bei uns ist das Meinungsbild einhellig: Wir können auf den Videobeweis verzichten. Es ist im Stadion nicht nachvollziehbar und zerstört die Emotionen beim Torjubel.“

          Für die Fans im Stadion regelmäßig ein Ärgernis: Wenn der Video-Assistent bei der Arbeit ist.
          Für die Fans im Stadion regelmäßig ein Ärgernis: Wenn der Video-Assistent bei der Arbeit ist. : Bild: dpa

          Unter den Funktionären ist das Meinungsbild vielfältiger. „Am Anfang war ich noch gegen den Videobeweis. Jetzt kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass er nicht mehr da ist“, sagte Rudi Völler in einem dpa-Interview über das Instrument, dass er einst als „Stimmungskiller“ bezeichnet hatte. Das technische Hilfsmittel nerve ihn zwar noch manchmal und könne weiter verbessert werden, die Modernisierung des Fußballs sei bei aller Tradition aber „auch wichtig“.

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