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1:0 gegen Mönchengladbach : Furioser Start beschert Stuttgart den Sieg

Herzliche Grüße vom Torjäger: Daniel Ginczek trifft gegen Gladbach. Bild: EPA

Gentner, Gomez, Ginczek – der G3-Gipfel verhilft dem VfB zu einem wertvollen Sieg im Abstiegskampf. Unter den Augen der alten Meister von 2007 reicht ein Tor gegen die Gladbacher zu drei Punkten.

          Der frühe Mut hat dem VfB Stuttgart am Sonntagnachmittag zu einem gegen Ende erzitterten 1:0-Erfolg über die in eine Formkrise gerutschte Mönchengladbacher Borussia verholfen. Dank Ginczeks Treffer aus der fünften Minute konnte sich der Tabellenvierzehnte der Fußball-Bundesliga ein wenig Erleichterung im Kampf gegen den Abstieg verschaffen. Die Rheinländer dagegen, die das vierte der letzten fünf Auswärtsspiele verloren, müssen als Tabellenzehnte aufpassen, nicht den Anschluss an die Europapokalplätze zu verlieren. Wie so oft in letzter Zeit fehlte ihnen vor 52.000 Zuschauern die Durchschlagskraft, um zumindest einen Punkt aus Stuttgart mitzunehmen.

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          Roland Zorn

          Sportredakteur.

          Unter den Augen der alten Meister von 2007 versuchte der VfB, endlich mal wieder eine überzeugende Leistung zu bieten. Cacáu, Pavel Pardo, Timo Hildebrand, Thomas Hitzlsperger und andere Mitstreiter, die vor elf Jahren die bisher letzte von fünf Meisterschalen für den schwäbischen Traditionsklub erobert hatten, drückten am Sonntag dem VfB die Daumen – darunter drei damals noch jungen Kollegen wie Mario Gomez, Christian Gentner und Andreas Beck. Gomez freute sich am Sonntag darüber, in Daniel Ginczek einen zweiten Stoßstürmer an seiner Seite zu haben.

          Dessen Nominierung sprach für die etwas offensivere Ausrichtung, die der Wiederaufsteiger unter seinem neuen Trainer Tayfun Korkut an den Tag legen soll. „Wir wollen Torchancen haben und Tore machen, wir wollen aktiv sein“, versprach Korkut, dem die hartgesottenen Fans des VfB bei dessen Dienstantritt vor zwei Wochen ziemlich reserviert bis schweigend begegnet waren. Das 1:1 zu Korkuts Einstand in Wolfsburg taute die Atmosphäre ein wenig auf, so dass vor dessen Heimdebüt der Eindruck vorherrschte, als bekomme der bisher nicht notorisch erfolgreiche Fußballlehrer zumindest eine faire Chance von den Rängen.

          Die Gladbacher sehnten sich nach einer Fortsetzung ihrer Siegesserie gegen die Stuttgarter. Fünf vollen Erfolgen nacheinander sollte der nächste folgen. Die zuletzt an mangelhafter Effizienz vor des Gegners Tor leidenden Borussen mussten gegen dieses Manko ebenso ankämpfen wie gegen die, so Trainer Dieter Hecking, „aufkommenden Selbstzweifel“. Solche Versagensängste kann sich eine Bundesligamannschaft nie leisten – schon gar nicht, wenn sie auf einen Platz in der kommenden Europapokal-Runde hofft.

          Die Stuttgarter Fans übten Protest.

          Auch in den ersten zwanzig Minuten strotzte die „Elf vom Niederrhein“ nicht eben vor Selbstvertrauen gegen einen zunächst erkennbar mutigen VfB, der schon nach fünf Minuten führte. Das Tor war das Ergebnis eines kurzfristigen G3-Gipfels. Gentner passte zu Gomez, und der setzte Ginczek in Szene. Nicht lange fackelnd und von Vestergaard nicht bedrängt, erzielte der wuchtige Westfale mit einem Flachschuss ins rechte Eck das 1:0. Danach dominierte erst einmal Stuttgart, ohne damit ein Höchstmaß an Gefahr heraufzubeschwören. Erst langsam fanden die Gladbacher aus ihrem mal zaghaften, mal zögerlichen Spielmodus heraus. Da nach zwanzig Minuten auch Korkuts Team unter erkennbaren Qualitätsmängeln litt, entwickelte sich eine beiderseits unansehnliche Auseinandersetzung, bei der die Westdeutschen eine große Gelegenheit zum Ausgleich vergaben, als Torhüter Zieler Hofmanns Schuss nur abklatschte und Hazard mit dem abprallenden Ball nichts anzufangen wusste (27.).

          Erst mit der Hereinnahme des von seinen Wadenproblemen genesenen Raffael (46.) gewann das Mönchengladbacher Spiel ein wenig an Tiefenschärfe. Dessen stürmischer Nebenmann Stindl eröffnete die zweite Hälfte mit zwei Gelegenheiten, die zumindest zielführend aussahen. Der VfB musste sich nun vor allem seiner Haut erwehren. Dabei erwies sich Torhüter Zieler gelegentlich als Rückhalt wie bei Raffaels pariertem Volleyschuss (63.). Mit Drmics Einwechslung erhöhten die Borussen den Druck weiter. Mit nun fünf Offensivkräften drängten sie auf das 1:1. Korkut reagierte und schickte Badstuber anstelle des Außenstürmers Thommy zur Stärkung der Defensive auf den Platz. Dem früheren Münchner und seinen Nebenmännern rückte schließlich auch Bobadilla, Heckings letzte Sturmoption, zu Leibe. Da aber die umständlichen Gladbacher bei allem Vorwärtsdrang unterm Strich zu selten Gefahr heraufbeschworen, verteidigte der VfB seinen Vorsprung und schaffte einen wertvollen Sieg.

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