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Wirbel um Union Berlin : Auflehnung als Attitüde

  • -Aktualisiert am

Berühmter Union-Fan: Sängerin Nina Hagen (hier 1998) Bild: dpa

Trotz aller Widerstände plant der Bundesligaklub Union Berlin ab der neuen Saison mit einem vollen Stadion. Das passt zu einem Klub, der Rebellion auch als Geschäftsmodell versteht. Was steckt genau dahinter?

          4 Min.

          Am letzten Spieltag, nach dem 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf, stiegen die Fußballer des 1. FC Union Berlin auf Holztische und klatschten jenen Fans Beifall, die sich vor dem Stadion hinter einem Zaun versammelt hatten, um ihre Mannschaft auch in Corona-Zeiten lautstark zu unterstützen. Von draußen und natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln. Geht es nach dem Wunsch des Bundesligaklubs, ist es mit der räumlichen Distanz zwischen Profis und Zuschauern bald wieder vorbei. Die Berliner wollen in der kommenden Saison vom Start weg, also vom 18. September an, daheim in der Alten Försterei vor vollen Rängen spielen lassen. Dann sollen 22012 Menschen im Stadion stehen, so wie vor der Zwangsunterbrechung, welche die Profiklubs zu Spielen ohne Zuschauer zwang.

          Dicht an dicht. Seite an Seite. Sie sollen jubeln und klatschen, sich in den Armen liegen und gemeinsam Bier trinken, im schlimmsten Fall aus demselben Becher. „Stadionerlebnis“ nennt das der 1.FC Union, „verantwortungslos“ der „Tagesspiegel“. Damit stand das in Berlin erscheinende Blatt nicht allein. Wie schnell sich in der pluralistischen Medienlandschaft der Hauptstadt eine hitzige Debatte entfachen kann, ließ sich allein an den Kommentaren gut beobachten, die von Zustimmungen bis hin zu völliger Ablehnung reichten. So ziemlich alle Zeitungen zitieren dieser Tage irgendjemanden, der irgendetwas zu sagen hat zu dem mindestens ehrgeizigen Vorschlag, mit dem der 1. FC Union Berlin an die Öffentlichkeit gegangen war.

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