https://www.faz.net/-gtm-afo35

Union gegen Bielefeld : Spätes Glück

  • Aktualisiert am

Spätes Glück: Kevin Behrens erzielt den Siegtreffer in der 88. Minute. Bild: Picture-Alliance

Union Berlin startet aktiv in die Partie, scheitert aber in der ersten Halbzeit häufig am Bielefelder Schlussmann Ortega. Auch in der zweiten Halbzeit steht es lange 0:0 – bis zur 88. Minute.

          2 Min.

          Der 1. FC Union Berlin hat seine famose Heimserie auf 20 Spiele ohne Niederlage ausgebaut und den Köpenick-Komplex von Arminia Bielefeld verlängert. Joker Kevin Behrens (88. Minute) sorgte mit seinem späten Tor für den 1:0 (0:0) - Sieg der Eisernen. Bis dahin hatte es für Union gegen die Ostwestfalen lange nach einer enttäuschenden Nullnummer zur Einstimmung auf die Partie in der Conference League am Donnerstag gegen Maccabi Haifa ausgesehen. Bielefeld wurde für seine lange passive Spielweise bestraft und wartet nun seit 20 Jahren auf den ersten Sieg im Osten Berlins.

          Ganz viel Geduld hatte der Trainer von Union Berlin, Urs Fischer, gefordert. Bielefeld stand wie erwartet stur und solide. In diesem Verbund die Lücken zu finden, sollte die Berliner Aufgabe sein. Fischer hatte dafür offensiver aufgestellt und zu Taiwo Awoniyi und dem diesmal hängend agierenden Max Kruse auch Andreas Voglsammer in die Spitze beordert. Der ehemalige Armine brachte bei seinem Startelfdebüt seine Wucht ein – ein Tor gegen die früheren Kollegen wollte ihm nicht gelingen.

          Bielefeld offensiv ideenlos

          Das Berliner Übergewicht war frappierend. Mehrfach bot sich den Eisernen die Chance zur Führung. Es fehlte aber immer an der letzten Genauigkeit. Christopher Trimmel (12.) köpfte vorbei, Voglsammer setzte zu hoch an. Awoniyis (13.) Schuss wurde geblockt. Kruse (17./19.), dem derzeit die Spritzigkeit fehlt, hatte wie Awoniyi (25./40.) noch zwei Möglichkeiten. Warum Bielefeld bislang nur drei Tore geschossen hat, war offensichtlich: Nach vorne ging bei den Ostwestfalen praktisch nichts.

          „Wir haben vier Punkte nach sechs Spielen, klar. Aber schlecht gespielt haben wir nur einmal“, meinte der Trainer von Arminia Bielefeld, Frank Kramer, nach der Partie.

          Bundesliga

          Schreckmoment war die Verletzung von Timo Baumgartl (30.). Der Union-Verteidiger musste nach einem Zusammenprall mit Bielefelds Stoßstürmer Fabian Klos mit einer Nackenstütze vom Platz getragen werden. Wie schwer die Verletzung ist, war zunächst unklar.

          Erst als der Krankenbericht aus der Charité verkündet war, wollte sich Fischer der Analyse des späten 1:0-Erfolges widmen und hob dabei natürlich besonders den Siegtorschützen hervor. „Es freut mich für Kevin. Ein Lucky Punch. Der bringt uns drei Punkte, wichtige Punkte“, lautete Fischers Fazit.

          Union Berlin verlor nach dem Seitenwechsel unnötig die zur Maxime erkorene Geduld. Unzufriedenheit mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Marco Fritz kam störend hinzu. Der Spielfluss war jedenfalls weg. Und plötzlich hatte Bielefeld seine guten Chancen. Klos (59.) und Robin Hack (61.) scheiterten aber an Union-Torwart Andreas Luthe, der den Berlinern vor zwei Wochen gegen Augsburg (0:0) einen Punkt gerettet hatte.

          Kruse versuchte jetzt mit Körpersprache positiv auf seine Kollegen einzuwirken. Seine Flanke konnte Trimmel (69.) per Kopfball nicht verwerten. Joker Sheraldo Becker (74.) kam bei einer Hereingabe einen Schritt zu spät, dann sprang ihm in aussichtsreicher Position der Ball vom Fuß (80.). Doch dann schlug Behrens kurz vor Schluss doch noch zu – und belohnte Union für ganz viel Geduld. 

          Weitere Themen

          Getanzt wird später bei Mainz 05

          Sieg im DFB-Pokal : Getanzt wird später bei Mainz 05

          Nach nervenzehrenden 120 Spielminuten setzt sich der FSV Mainz 05 gegen Arminia Bielefeld im DFB-Pokal durch. Trainer Bo Svensson sieht trotz des Erfolgs allerdings Mängel im Spiel seines Teams.

          Topmeldungen

          Ministerpräsident Mateusz Morawiecki war am Mittwoch im Land unterwegs und äußerte sich auf Anfrage nicht.

          EuGH verhängt Strafe für Polen : „Um schweren Schaden abzuwenden“

          Eine Million Euro am Tag muss Polen bezahlen, solange die politisch besetzte Disziplinarkammer am obersten Gericht des Landes fortbesteht. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Warschau spricht von „Erpressung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.