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Fußballrechte  : Den Preis zahlen die anderen Sportarten

Auch in Zukunft sind ARD und ZDF bei der Fußball-Bundesliga nah dran. Bild: Picture-Alliance

ARD und ZDF zeigen die Bundesliga auch in Zukunft. Dafür müssen sie beim neuen TV-Vertrag aber mehr zahlen. Es ist der nächste bedauerliche Schritt Richtung Fußball-Fernseh-Monokultur. Ein Kommentar.

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          „Angesichts des signifikanten Wachstums ändert sich vergleichsweise wenig“, sagte Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga am Donnerstag in Frankfurt. Stimmt schon: Wem es reicht, die Spiele der Fußball-Bundesliga etwa in der Sportschau oder im Aktuellen Sportstudio zu schauen, für den wird sich von der übernächsten Bundesliga-Saison an so gut wie gar nichts ändern.

          Ottonormalzuschauer darf seinen Gewohnheiten treu bleiben, dafür haben die Rechtekäufer von ARD und ZDF gesorgt. Dafür haben sie aber auch einiges getan – O-Ton Seifert: „Bei der Vergabe des letzten Rechtepakets kam die Erlössteigerung aus dem Pay-Segment. Jetzt ist auch der Erlös für die frei empfangbaren Rechte signifikant gestiegen.“

          Das ist, jedenfalls aus öffentlich-rechtlicher Sicht, der Clou: Hinter den Kulissen musste deutlich mehr auf den Tisch gelegt werden, damit vor der Mattscheibe alles beim Alten bleiben kann. Und das ist, alles in allem, für die Profiklubs der Fußball-Bundesliga eine gute Nachricht, ach was, ein „großartiges Ergebnis, das alle unsere Erwartungen übertrifft“, wie es Bayer Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade ausdrückt.

          Der Rest der deutschen Sportlandschaft wird den Jubel über den nächsten Geldregen über den Glückskindern auf dem grünen Rasen kaum teilen. Denn woher werden ARD und ZDF das zusätzliche Geld nehmen? Die Nachfrage bestimmt die Angebote, so funktioniert der Sportmarkt. Aber sind die Öffentlich-Rechtlichen nur diesem verpflichtet? Gehört zum Bildungsauftrag nicht die gesamte deutsche Sportkultur? ARD und ZDF haben sich teuer verpflichtet gegenüber der Liga – daraus folgt zwangsläufig der nächste Schritt Richtung Fußball-Fernseh-Monokultur. Bedauerlich, dass andere Sportarten dafür einen Preis werden zahlen müssen.

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