https://www.faz.net/-gtm-a8b60

Frankfurt bei Hoffenheim : Die Eintracht im Höhenrausch

Richtlinienkompetenz: „Luka spielt dann, wenn es passt“, sagt Eintracht-Trainer Adi Hütter über Stürmer Jovic. Bild: dpa

Seit acht Punktspielen sind die Frankfurter ungeschlagen. Die Erfolgsserie will das Team von Trainer Adi Hütter nun bei der TSG Hoffenheim fortsetzen – auch wenn sich Rückkehrer Luka Jovic weiter in Geduld üben muss.

          3 Min.

          Geht die Serie munter weiter? Seit acht Punktspielen schon ist die Eintracht ungeschlagen. Der Lohn: Tabellenplatz vier und reichlich Anerkennung von der Konkurrenz. An diesem Sonntag könnte der Erfolg der Frankfurter anhalten, denn für die Mannschaft von Trainer Adi Hütter geht es zu dessen absolutem Lieblingsgegner (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky). Seitdem Hütter als Chefcoach die Verantwortung bei der Eintracht trägt, hat seine Mannschaft noch nie gegen den kommenden Gegner TSG Hoffenheim verloren. Fünf Spiele, fünf Siege. Natürlich will Hütter auch jetzt Kurs halten und gewinnen, warnt aber davor, „dass es sicherlich wieder ein heißer Tanz werden wird“.

          Bundesliga

          So ähnlich hatte sich das auch in den zurückliegenden Wochen angehört, als sich die Eintracht mit Arminia Bielefeld und Hertha BSC Berlin auseinandersetzen musste. Zwei Prüfungen, die zur vollsten Zufriedenheit bei den Frankfurtern führten und die scheinbar Arrivierten aus dem oberen Tabellendrittel nach dem 5:1- und dem 3:1-Sieg ein weiteres Mal aufhorchen ließen. Die Eintracht träumt nicht nur von Europa – sie tut auch alles dafür, um es wirklich zu schaffen und sich für lukrative Spiele in der Europa League und vielleicht ja sogar in der Champions League zu bewerben.

          Trainer Hütter hat all diese Stimmen vernommen, und er selbst hat am Freitag zur Einstimmung auf die Partie bei den Hoffenheimern davon gesprochen, „dass alle unsere Siege absolut verdient sind. Gemeinsam mit Bayern und Wolfsburg sind wir die Einzigen, die insgesamt erst zwei Spiele verloren haben“, sagte der 50 Jahre alte Fußballlehrer. „Wir sind stabil. Die Fakten sprechen für uns.“

          Derzeit stimmt es in der Mannschaft

          Derzeit stimmt es in der Mannschaft. Vor allem offensiv macht die Eintracht nachhaltig auf sich aufmerksam. André Silva hat sich als verlässlicher Torschütze vom Dienst einen Namen gemacht, und auch dank seiner 16 Tore in 18 Spielen schnuppert die Mannschaft Höhenluft. Gleichwohl aber warnte Hütter am Freitag davor, alles als selbstverständlich zu betrachten: „Jedes Bundesligaspiel ist sehr gefährlich. Wenn die Leistung und der Tag nicht passen, kann man auch jederzeit verlieren.“

          Um offensiv ein weiteres Mal für Aufsehen zu sorgen, bedarf es defensiver Absicherungsmechanismen. Vor Wochen schon hat sich Hütter für die Dreierabwehrkette entschieden – eine gute Wahl. Anführer Martin Hinteregger führt seine Nebenleute Tuta und Evan Ndicka mit Können und Umsicht. Und dass der mögliche zukünftige Kapitän Hinteregger auch abseits des Tagesgeschäfts „schon einmal mit den Jungs in einen Hubschrauber steigt und in die Luft geht“, findet Hütter prima.

          Auf einen wie Hinteregger braucht Hütter nicht aufzupassen. Auf Luka Jovic schon. So jedenfalls hat es der Eintracht-Coach am Freitag gesagt: „Ich passe auf ihn auf. Er spielt dann, wenn es passt.“ Rufe, nach denen der Frankfurt-Rückkehrer doch endlich von Beginn an spielen müsse, erteilte Hütter damit eine klare Absage: „Ich lasse mir von außen nicht reinreden.“ Zwar bescheinigte der Eintracht-Trainer Jovic „Weltklasse, weil er außergewöhnliche Fähigkeiten mitbringt“. Doch augenscheinlich hält Hütter seine bisherige Rolle als Joker und Einwechselspieler derzeit für wertvoller für die Mannschaft.

          Jovics Stunde wird kommen

          Jovics Stunde als festes Mitglied der Startelf wird irgendwann kommen. Für Erik Durm könnte sie überraschenderweise schon an diesem Sonntag schlagen. Der verlässliche Mann von der rechten Außenbahn konnte wegen Knieproblemen nicht gegen die Hertha dabei sein. Hütter stellte daraufhin eine Ausfallzeit vor zirka zwei Wochen in Aussicht. Diese scheint nun plötzlich perdu zu sein. „Es sieht so aus, als ob es sich bis Sonntag ausgeht“, sagte Hütter auf österreichische Weise. Soll heißen: Durm könnte viel schneller als erhofft wieder gesund und damit ein Kandidat für die Startformation sein. „Am Donnerstag und Freitag hat er schon wieder mit der Mannschaft trainiert“, sagte sein Trainer.

          Als Durm gegen die Hertha verhindert war, ersetzte ihn Hütter durch Aymen Barkok. Dass dieser sein Niveau nicht immer halten könne, erachtet Hütter als „ganz normal. Er ist ein toller junger Spieler, der ehrgeizig ist und viel arbeitet.“ Hütter ist sicher: „Wenn er hart arbeitet, wird er seinen Weg machen.“ Ob mit oder ohne Barkok: Hütter peilt gegen Lieblingsgegner Hoffenheim trotz aller Warnungen und Vorbehalte Sieg Nummer sechs an. Es würde zur derzeitigen Form seiner Mannschaft passen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Astra-Zeneca-Ablehnung : Zweifel macht wählerisch

          Der Astra-Zeneca-Impfstoff wird für Menschen über 60 empfohlen. Doch die wollen ihn oft nicht haben und bemühen sich lieber um Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Haben die Jüngeren deshalb das Nachsehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.