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Bundesliga-Transfers : 242 Millionen Euro - Geld regiert die Fußball-Welt

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Der Transfermarkt ist in der Bundesliga-Winterpause noch einmal kräftig in Bewegung gekommen. Die größte Investition tätigte der FC Bayern. Aber auch andere Klubs kauften kräftig ein. Kurz vor Ende der Wechselfrist schlug Werder Bremen nochmal zu.

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          Der Transfermarkt ist in der Winterpause der Fußball-Bundesliga noch einmal so kräftig in Bewegung gekommen wie nie zuvor. Die 18 Eliteklubs rüsteten ihre Kader kräftig nach. Wie eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab, verpflichteten die Vereine in der am Donnerstag (24.00 Uhr) geendeten zweiten Transferperiode 49 Spieler für 47,87 Millionen Euro. Dem stehen Einnahmen von lediglich 15,42 Millionen Euro für 40 abgegebene Profis entgegen.

          Unter Einbeziehung der Ausgaben von knapp 195 Millionen Euro bis zum 31. August 2007 stiegen die Gesamt-Investitionen für die 45. Saison auf den absoluten Rekordwert von 242,25 Millionen Euro. Damit setzte sich der seit gut drei Jahren zu beobachtende Trend zu vermehrtem Kapitalfluss weiter fort. Die Schere von reichen und armen Vereinen geht aber immer weiter auseinander. Denn die meisten Klubs im Oberhaus setzten auch im Winterschlussverkauf auf ablösefreie Spieler, preiswerte Schnäppchen oder günstige Leihprofis.

          „Özil besitzt ein großes Potential für die Zukunft“

          Branchenprimus bleibt in jeder Hinsicht Bayern München. Schon vor dem Anpfiff dieser Spielzeit war bei Manager Uli Hoeneß der Kaufrausch ausgebrochen. Zu den 72,2 Millionen Euro kamen in der Winterpause weitere 12,0 Millionen für Brasiliens Abwehrtalent Breno hinzu. Somit führt der Rekordmeister, der Valerién Ismael (Hannover 96) und Mats Hummels (Borussia Dortmund) ziehen ließ, auch in der zweiten Wechselperiode die Ausgaben-Rangliste an. Kräftig auf Einkaufstour gingen auch Hertha BSC (7,8 Millionen Euro), Eintracht Frankfurt (7,6) und der FC Schalke 04 (6,5).

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          Der Tabellen-Zweite Werder Bremen hielt sich lange zurück, verhandelte dann bis wenige Stunden vor Transferschluss aber mit Schalke über eine Verpflichtung des 19 Jahre alten Mesut Özil. Am Abend einigten sich die Klubs. Werder angelte sich das auf Schalke in Ungnade gefallene Mittelfeldtalent für angeblich rund fünf Millionen Euro. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs freute sich über den Coup: „Özil besitzt mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner Schnelligkeit großes Potential für die Zukunft.“ Der U 21- Nationalspieler erhielt in Bremen einen Vertrag bis 2011. Zuvor hatte Leon Andreasen die Bremer für 3,8 Millionen Euro (FC Fulham) verlassen. „Fehleinkauf“ Carlos Alberto, im vorigen Sommer für 7,8 Millionen Euro von Sao Paulo an die Weser gekommen, wurde nach Brasilien ausgeliehen.

          „Die Neuen werden unsere Qualität in der Offensive erhöhen“

          Die Berliner Hertha gab den größten Batzen (4,5) für den Wunschstürmer von Trainer Lucien Favre, den 22 Jahre alten Brasilianer Raffael (FC Zürich) aus. Manager Dieter Hoeneß holte zudem den Serben Gojko Kacar (3,0) und zwei weitere Profis. Auch in die Sache Gilberto kam Stunden vor Ende der Wechselfrist nochmals Bewegung und die Vollzugsmeldung, nachdem Hoeneß den Transfer zu Tottenham Hotspur am Morgen zunächst als geplatzt gemeldet hatte.

          Eine ungewöhnliche Einkaufs-Offensive startete auch die Frankfurter Eintracht, die allein für Martin Fenin (FK Teplice) und den Brasilianer Caio (Palmeiras Sao Paolo) 7,3 Millionen Euro ausgab, allerdings flossen durch Verkäufe auch 4,25 Millionen Euro zurück in die Kasse. Um das Saisonziel - mindestens Platz drei - noch zu erreichen, verstärkte sich Schalke mit drei Profis. Der Brasilianer Zé Roberto, der uruguayische Stürmer Vicente Sanchez und der ehemalige Frankfurter Albert Streit sollen den Etablierten Druck machen. „Ich bin sicher, dass die Neuen unsere Qualität in der Offensive erhöhen“, sagte Manager Andreas Müller. Ein großer Teil der Investitionen von rund 6,5 Millionen Euro sollte durch den Last-Minute-Verkauf von Özil wieder hereinkommen.

          Leverkusens Michael Skibbe ist zufrieden mit seinem Kader

          Die größte Fluktuation gab es beim VfL Wolfsburg, wo „Trainer- Manager“ Felix Magath seinen Kader weiter kräftig runderneuerte. Sechs neue Spieler kamen, fünf verließen den Club. Ähnlich turbulent ging es bei den abstiegsbedrohten Vereinen Energie Cottbus (6 Zugänge/4 Abgänge) und MSV Duisburg (5/3) zu. Die brasilianischen Ladenhüter Ailton und Roque Junior konnten hingegen noch nicht untergebracht werden.

          Zufrieden mit seinem Kader ist offenbar Michael Skibbe. Bayer Leverkusen ist in der Rückrunde der einzige Klub ohne neues Gesicht. Pokalsieger 1. FC Nürnberg ergänzte seinen Kader mit dem früheren BVB-Profi Jan Koller, der für eine Million Euro vom AS Monaco in die Liga zurückkehrte. Und Meister Stuttgart sortierte fünf Spieler aus, die kaum eine Chance auf einen Stammplatz haben.

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