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Eintracht gegen Wolfsburg : Suche nach dem Nussknacker

Spiel mit Seltenheitswert: In der Hinrunde musste sich die Eintracht in Wolfsburg geschlagen geben und kassierte beim 1:2 eine von bis heute erst drei Niederlagen. Bild: dpa

Für die Eintracht geht es gegen Wolfsburg um Big Points. Abseits des Platzes wird das Trainer-Thema nicht kleiner – doch der Aufsichtsrat will dazu erst nach Ende der Saison tagen.

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          Viel Zeit, um den schönen Erfolg zu genießen, blieb ihnen nicht. Schon am Dienstag begann die Einstimmung auf das nächste Spiel, in dem sich die Eintracht, die nun 50 Punkte vorweisen kann, der Europapokal-Qualifikation weiter annähern möchte. An diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) bekommt sie es dabei zu Hause mit dem VfL Wolfsburg zu tun.

          Bundesliga

          Die Niedersachsen sind als Dritter einen Platz besser postiert als die Frankfurter und sportlich momentan wahrscheinlich ein noch unangenehmerer Gegner als der BVB, den sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter durch einen 2:1-Sieg vom Leib gehalten hat. Der Vorsprung vor der Dortmunder Borussia beträgt sieben Zähler, der Rückstand auf die „Wölfe“ beläuft sich auf vier. So oder so wird die Eintracht also auch nach Abpfiff des 28. Spieltags Rang vier in der Bundesliga einnehmen, ganz gleich, wie sich die Dinge entwickeln.

          Erstmals seit rund 14 Tagen herrschte zum Start in die neue Arbeitswoche wieder Betrieb auf den Rasenplätzen vor der Arena im Stadtwald. 13 Profis waren zuletzt wegen Länderspiel-Einladungen in der halben Welt für ihre Nationalteams unterwegs. Doch nun stehen Hütter alle Mann, soweit es ihr Gesundheitszustand zulässt, zur Verfügung. Martin Hinteregger absolvierte zunächst eine weitere medizinische Untersuchung, bei der die Ärzte seinen lädierten Oberschenkel bei einem neuen MRT in Augenschein nahmen, ehe der Österreicher ein individuelles Übungsprogramm im Inneren des Stadions absolvierte.

          Leistungsträger kehrt zurück

          Auch Amin Younes, der am Samstag bei einem Zweikampf mit Mats Hummels einen Schlag auf die Wade erlitten hatte und ausgewechselt werden musste, trat aus Vorsichtsgründen, wie es hieß, zunächst noch einmal kürzer. Die durch Muskelblessuren außer Gefecht gesetzten Almamy Touré und Ragnar Ache drehten an der frischen Luft einige Runden, stehen aber, so kündigte es Sportdirektor Bruno Hübner an, bis zum Abschluss der Spielzeit Mitte Mai wohl nicht mehr zur Verfügung.

          Dass die Personaldecke auf jeden Fall dicker als in Dortmund sein wird, hängt mit der Rückkehr Makoto Hasebes zusammen, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Den Japaner kann Hütter sowohl als Sechser vor der Abwehr als auch zentral in der Dreierkette gebrauchen, sollte sich die Genesung von Hinteregger noch länger hinziehen.

          „Defensiv die beste Mannschaft der Liga“

          Ein Grund für den Höhenflug, der die Eintracht zu einem Aspiranten auf die Qualifikation für die Champions League macht, ist ihre Heimstärke: Zu Hause ist das Team nach wie vor ungeschlagen. Eine Serie, die nun einer ernstzunehmenden Belastungsprobe unterzogen wird, wie Hübner sagte. Für ihn handelt es sich beim VfL Wolfsburg um eine „harte Nuss“, die es zu knacken gelte. Die Niedersachsen, die von Hütters österreichischem Landsmann Oliver Glasner betreut werden, der ebenfalls von Mönchengladbach umworben sein soll, mussten erst 22 Gegentore hinnehmen.

          Auch bei Djibril Sow, dem Frankfurter Defensivstrategen, mangelt es daher nicht an Respekt vor dem Konkurrenten. Defensiv, so sagte es der Schweizer, sei der VfL „die wahrscheinlich beste Mannschaft der Liga“. Die Innenverteidiger John Anthony Brooks und Maxence Lacroix sind dank modellathletischer Statur körperlich eine Wucht. Da die Eintracht aber mit Goalgetter André Silva (22 Tore) und Luka Jovic über zwei Stürmer verfügt, die ihr Geschäft beherrschen, ist ein interessanter Schlagabtausch zu erwarten.

          Genauso wie das Duell auf Linksaußen Unterhaltung verspricht, wo es aller Voraussicht nach Filip Kostic, der vor Energie strotzende Flügelflitzer der Eintracht, mit Neunationalspieler Ridle Baku und Kevin Mbabu zu tun bekommen wird. Der Schweizer gehörte bei Young Boys Bern zu Sows Kollegen, und Hütter hätte ihn am liebsten auch zur Eintracht gelotst. Doch aus finanziellen Beweggründen zerschlug sich im Winter 2019 sein Transfer. Sollte es der Eintracht glücken, auch den VfL zu bezwingen, würde sie weitere Big Points auf dem angestrebten Weg in die Königsklasse einheimsen.

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          Danach muss sie dann bei der Borussia aus Mönchengladbach bestehen, die mit ihrem kolportierten Werben um Hütter die ansonsten heile Frankfurter Fußballwelt und die ihres Anhangs in Aufruhr versetzte. Der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG scheint mit demonstrativer Gelassenheit das spannende Thema behandeln zu wollen. Eine Sitzung des Gremiums, hieß es von Klubseite, sei derzeit nicht vorgesehen. Erst nach Abschluss der Saison im Mai würden die sieben Kontrolleure unter Vorsitz Philip Holzers wieder tagen.

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