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Generalprobe für Bundesliga : FC Bayern geht bei Test in Nürnberg krachend unter

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In Nürnberg geriet die Fußballwelt des FC Bayern in der zweiten Hälfte ins Wanken. Bild: dpa

So sollte die Generalprobe der Münchner für die zweite Hälfte der Saison nicht laufen. Nach der Rückkehr aus Qatar verliert der FC Bayern beim Zweitligaverein aus Nürnberg deutlich – nachdem die A-Elf vom Platz geht.

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          Auf der Busfahrt nach München gab es beim FC Bayern nach der verpatzten Generalprobe beim 1. FC Nürnberg reichlich Bedarf zur Analyse und neue Gespräche über die kritische Personalsituation. Der deutsche Fußball-Rekordmeister leistete sich eine Woche vor dem Bundesliga-Rückrundenstart gegen Hertha BSC ein peinliches 2:5 (1:1) gegen den Drittletzten der zweiten Liga. Allerdings bot Trainer Hansi Flick dabei nur in den ersten 45 Minuten jene Elf auf, die so auch weitgehend in Berlin auflaufen wird. Zur Pause wechselte Flick komplett durch – und der Nachwuchs ging dann krachend unter.

          „Das Spiel hatte andere Vorzeichen. Wir haben ein intensives Trainingslager hinter uns und einen langen Rückflug. Aber klar: Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein“, kommentierte Flick. „In der ersten Halbzeit habe ich einiges gesehen, was mir gefallen hat, aber auch das eine oder andere, was mir nicht gefallen hat. In der zweiten Halbzeit waren wir dann einen Ticken überfordert.“ Einen Zusatz machte Flick noch: „Wichtig war für mich, dass sich kein Spieler verletzt hat.“ Denn die Ausfallliste ist schon alarmierend lang, in Berlin sind mindestens sechs Profis sicher nicht dabei.

          Einen Tag nach der Rückkehr aus Qatar erzielte der Kanadier Alphonso Davies nach einem energischen Angriff, bei dem der Außenverteidiger Doppelpässe mit Leon Goretzka und Thomas Müller spielte, das Tor der Münchner zum Pausenstand (34. Minute). „Das 1:1 war hervorragend“, lobte Flick. „Das war noch unrund von uns“, sagte Nationalspieler Joshua Kimmich zur insgesamt mäßigen Leistung in der ersten Hälfte. „Club“-Stürmer Michael Frey überwand vor 27.409 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion Nationaltorhüter Manuel Neuer mit einem Flachschuss (22.).

          Nach dem Wechsel trafen Mikael Ishak (46.), Adam Zrelak (58.), Fabian Schleusener (60.) und Robin Hack (76.) gegen den bedauernswerten Sven Ulreich im Münchner Tor. „Fünf Tore gegen Bayern München zu schießen, ist ein guter Test“, sagte Frey. FCN-Coach Jens Keller wechselte auch munter durch. Bayerns Jungprofi Michaël Cuisance scheiterte mit einem Foulelfmeter noch an Nürnbergs Schlussmann Felix Dornebusch (72.). Malik Tillman machte es danach besser und traf mit dem Kopf noch zum 2:5-Endstand (85.).

          Die zweite Hälfte belegte, wie gefährlich die dünne Personaldecke der Bayern ist. Gegen Hertha dürfte der in Nürnberg fehlende Thiago im Mittelfeld den gesperrten Kimmich ersetzen. Außerdem hofft Flick, dass Torjäger Robert Lewandowski nach einer Leistenoperation wieder einsatzfähig sein wird. Ausfallen werden die Abwehrspieler Niklas Süle, Javi Martínez und Lucas Hernández sowie die Angreifer Kingsley Coman und Serge Gnabry.

          Flick kündigte vor der Abfahrt aus Nürnberg an, mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic noch einmal die Transferaktivitäten zu erörtern. „Gemeinsam werden Hasan und ich noch einmal analysieren, was machbar ist und was nicht.“ Es gebe aber keinen Grund, „jetzt in Hektik zu verfallen“, sagte Flick: „Wir haben eventuell zwei, drei Wochen, die wir überstehen müssen, bis der nächste Spieler wieder da ist.“

          Erling Haaland ist derweil bei seinem Debüt für Borussia Dortmund torlos geblieben. Der BVB verlor am Samstag in Marbella das letzte Testspiel im Trainingslager mit 0:2 (0:1) gegen den Bundesliga-Rivalen FSV Mainz 05. Karim Onisiwo (45.+1 Minute) und Moussa Niakhaté (54.) trafen für das Team von Trainer Achim Beierlorzer, das gegen die defensiv schwachen Dortmunder vor allem nach der Pause noch einige hochkarätige Chancen vergab.

          Der 19 Jahre alte Haaland wurde nach der Pause bei den Dortmundern eingewechselt und hatte zwei Tor-Abschlüsse, fand aber noch keine richtige Bindung zu seinen Mitspielern. Der europaweit begehrte norwegische Stürmer war zum Jahreswechsel für festgeschriebene 20 Millionen Euro von Red Bull Salzburg gekommen. Haaland war erst im Laufe der Woche in Andalusien ins Training eingestiegen. Am Sonntag fliegen der BVB und Mainz zurück nach Deutschland.

          Bereits am Mittag hatten die Dortmunder in anderer Besetzung gegen Feyenoord Rotterdam locker mit 4:2 (2:1) gewonnen. Raphael Guerreiro (1./56.), Giovanni Reyna (44.) und der eingewechselte Chris Führich (66.) schossen die Tore gegen den niederländischen Erstligaverein. Für das Team des früheren Bundesligatrainers Dick Advocaat trafen Nicolai Jörgensen (22.) und Luciano Narsingh (90.+3). In dieser Partie kam Kapitän Marco Reus wie Haaland eine Halbzeit zum Einsatz. Reus war nach seinem Muskelfaserriss auch erst während des Trainingslagers wieder ins Teamtraining eingestiegen. „Ganz bei hundert Prozent bin ich natürlich noch nicht“, sagte Reus nach seinem Einsatz.

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