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Bundesliga-Supercup : Bayern kann Dortmund doch besiegen

  • -Aktualisiert am

Ungewohnte Trikotfarbe, ungewohntes Gefühl: Die Bayern schlagen Dortmund Bild: dpa

Der Titel hat keinen großen Wert. Der FC Bayern freut sich dennoch über den Gewinn des Supercups. Das 2:1 über Meister Borussia Dortmund bedeutet das Ende einer Serie - und ein Ausrufezeichen kurz vor Saisonstart.

          3 Min.

          Der Titel hat keinen großen Wert, erst recht nicht für den erfolgsverwöhnten FC Bayern. Aber nach zwei Jahren, in denen die Münchner Trophäen nur aus der Entfernung betrachten konnten, feierte der Rekordmeister sogar den Gewinn des Supercups. Ein anderer Grund zur Freude dürfte das Ende einer Negativserie gewesen sein, die die Münchner arg gewurmt hatte.

          Nach fünf Niederlagen nacheinander gegen Borussia Dortmund gewann der Herausforderer am Sonntag 2:1. Neuzugang Mario Mandzukic und Thomas Müller hatten die Bayern vor 69.000 Zuschauern im heimischen Stadion früh in Führung gebracht, ehe die Westfalen dank des Anschlusstreffers von Robert Lewandowski in der 75. Minute noch einmal Hoffnung schöpften – vergebens.

          Borussia Dortmund trat nur mit einem Neuzugang an, dem frisch gekürten „Fußballer der Jahres“, Marco Reus. Die Bayern schickten hingegen ihre Sommer-Einkäufe Dante in der Innenverteidigung und Mandzukic im Angriff auf das Feld, außerdem übernahm der Nachwuchsspieler Emre Can zunächst die nach den Verletzungen von David Alaba und Diego Contento verwaiste linke Abwehrseite. Dass Trainer Jupp Heynckes auf Bastian Schweinsteiger verzichtete, hatte sich bereits angedeutet. Der Mittelfeldspieler hatte in den vergangenen Tagen mit dem Training pausiert, nachdem er im Liga-Total-Cup in Hamburg umgeknickt war.

          Bundesliga-Spielplan von Borussia Dortmund für die Saison 2012/13

          Bundesliga-Spielplan von Bayern München für die Saison 2012/13

          Der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp hatte nach der bisher mäßigen Vorbereitung mit vierzehn Gegentoren in neun Spielen feststellt, dass „Galligkeit im Moment nicht da ist“. Dieses Gefühl dürfte er auch in der Anfangsphase des Supercup-Duells gehabt haben. Die Münchner wirkten wild entschlossen, die Niederlagenserie gegen die Westfalen an diesem Sonntagabend zu beenden.

          Frühes Tpr: Neuzugang Mandzukic bringt die Bayern nach wenigen Minuten in Führung

          Präsident Uli Hoeneß hatte die Mannschaft wissen lassen, was die vordringliche Aufgabe ist. Das erklärte Ziel sei, „unangefochten die Nummer eins zu sein“, sagte er. „Wir müssen alles daran setzen, uns die Vorherrschaft, die Borussia Dortmund sich kurzfristig erobert hat, wieder zurückzuholen“. Und damit beim Supercup anzufangen, würde zwar nur den unattraktivsten Titel der Saison einbringen, wäre aber immerhin eine Kampfansage – was dann auch gelang.

          Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, da kam Müller im Strafraum unbedrängt zum Kopfball, aber der Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller lenkte Ball über die Latte. Mandzukic machte es kurz darauf besser, nachdem Franck Ribery den Ball flach nach innen gepasst hatte. Die Dortmunder Innenverteidiger ließen den Ball passieren, weil ihnen entgangen war, dass sich in ihrem Rücken der kroatische Nationalspiele herangepirscht hatte und den Ball dann zum 1:0 ins Tor schoss (6. Minute).

          Flügelzange im Dialog: Robben (hinten) und Ribery stimmen sich ab

          Für die Münchner kam es fünf Minuten später noch besser. Mandzukic schickte Arjen Robben steil, der Holländer umkurvte nach seinem Solo Weidenfeller, traf aber nur den Pfosten. Aber sein Schusspech hatte dieses Mal keine Folgen, weil Müller im Nachschuss die Vorleistung der Kollegen mit dem 2:0 vollendete. Nun begannen sich die Dortmunder zu wehren, allerdings ohne Erfolg.

          Sie konnten nicht ihr wunderbares Kombinationsspiel aufziehen, weil der Gegner früh attackierte und hochkonzentriert verteidigte, meistens beteiligten sich an der Defensivarbeit sogar Robben und Ribéry. Aber immerhin präsentierte sich nun die Abwehr der Westfalen besser sortiert und unterbanden so vorerst weitere Münchner Angriffe aufs Tor.

          Ungewohntes Gefühl: BVB-Torwart Weidenfeller verliert mal wieder gegen München

          Es muss für den Meister ganz ungewohnt gewesen sein, eine Halbzeit lang keine Chance gegen den in den vergangenen zwei Jahren zum Lieblingsgegner avancierten FC Bayern herauszuspielen. Die erste gefährliche Aktion gelang Dortmund in der 49. Minute, da köpfte Robert Lewandowski den Ball plaziert aufs Tor, aber Manuel Neuer, der nach der Partie seine Teilnahme am Länderspiel gegen Argentinien am Mittwoch wegen einer starken Beckenkammprellung absagte, parierte glänzend.

          Kurz danach verpasste Reus mit einem Distanzschuss aus 15 Metern knapp das Ziel und auch Mats Hummels scheiterte mit seinem Kopfball ein paar Minuten später. Die Münchner hielte dagegen, aber Robben verpasste das dritte Tor, dafür traf Dortmund dann doch noch. Robert Lewandowski erzielte in der 75. Minute das 2:1. Die Partie in der Münchner Arena wurde doch noch spannend, aber Vizemeister blieb souverän und geriet nicht mehr in Gefahr.

          Gleiche Handbewegung, unterschiedliche Gefühlswelten: Robben und Reus

          Der FC Bayern setzte im Duell mit Dortmund das erste Achtungszeichen. Allerdings war der Gewinn des Supercups bisher kein besonders gutes Omen für die bevorstehende Bundesliga-Saison. Bisher wurde nur einmal der Sieger später auch Meister, das war 1995. Geschafft hatte das damals aber nicht der FC Bayern, sondern Dortmund.

          Bayern München - Borussia Dortmund 2:1 (2:0)

          Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Can (70. Badstuber) - Luiz Gustavo, Kroos - Robben (85. Shaqiri), Müller, Ribéry (81. Timoschtschuk) - Mandzukic
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Leitner (64. Götze), Gündogan - Blaszczykowski (71. Schieber), Reus, Großkreutz (64. Perisic) - Lewandowski
          Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
          Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Mandzukic (6.), 2:0 Müller (11.), 2:1 Lewandowski (75.)
          Gelbe Karten: Can, Luiz Gustavo, Mandzukic, Robben / Schmelzer

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