https://www.faz.net/-gtm-vxih

Bundesliga-Spielplan : „Ich finde es lächerlich, was sich die DFL erlaubt“

  • Aktualisiert am

Erschöpfungspause: Die Bremer feiern, Hamburgs Kompany ist am Ende seiner Kräfte Bild: REUTERS

Nur 43 Stunden nach seinem Uefa-Pokal-Spiel musste der Hamburger SV schon wieder in Bremen antreten. Nun üben die Spitzenvereine heftige Kritik an der Deutschen Fußball Liga. Diese jedoch weist jede Schuld am engen Terminplan von sich.

          2 Min.

          Die Top-Vereine der Fußball-Bundesliga wollen eine Änderung des Regel-Spielplans und haben die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit deftigen Worten attackiert. Vor allem Bayern München und der Hamburger SV klagten am Wochenende über die zu kurzen Pausen nach Uefa-Pokal-Spielen am Donnerstag. „Ich finde es langsam lächerlich, was sich die DFL mit den Spielplänen erlaubt“, schimpfte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der Bayern, als Studiogast des Pay-TV-Senders Premiere und forderte: „Da muss ganz schnell eine Änderung herbeigeführt werden, weil das ist Wettbewerbsverzerrung pur!“

          Der Spielplan der Bundesliga im Überblick

          Der Spielplan der 2. Bundesliga im Überblick

          Liga-Präsident Reinhard Rauball verwies auf die Zuständigkeit der Uefa und auf den gemeinsamen Beschluss aller Vereine, sechs Spiele am Samstag und zwei am Sonntag auszutragen. „Die Bayern werden im Dezember 2005 nicht daran gedacht haben, dass sie im Uefa-Pokal mal Terminprobleme haben“, sagte Rauball im DSF. „Die haben sich vermutlich um diese Zeit in der Champions League gesehen.“ Rauball sagte weiter: „Ich verspreche, dass wir uns sehr schnell, sehr zeitnah mit den Fernsehanstalten, die die Rechte gekauft haben, in Verbindung setzen, ob es hier eine Möglichkeit gibt, etwas zu tun.“

          „Das sind Krawattenträger, die sind so stocksteif“

          Nicht viel eleganter als Rummenigge formulierte der Hamburger Torwart Frank Rost die Kritik, nachdem sein Team 1:2 bei Werder Bremen verloren hatte. „Das sind Krawattenträger, die sind so stocksteif, dass sie nicht einmal mehr den Spielplan ändern können“, meckerte der HSV-Keeper.

          Sein Trainer Huub Stevens klagte mit Verweis auf das vorherige Spiel gegen Stade Rennes: „Da hat der Körper in 43 Stunden nicht genug Zeit, um wieder die Topleistung abzufragen.“ Die fehlende Erholung war für ihn ein wesentlicher Grund für die Niederlage: „Bremen war die frischere Mannschaft, und dann ist man ganz schnell auch die bessere Mannschaft.“

          Eines von vier Team hat immer eine zu kurze Pause

          „Die Verantwortung liegt bei der Uefa“, sagte am Sonntag Holger Hieronymus, der für den Spielbetrieb zuständige DFL-Geschäftsführer. Die Europäische Fußball-Union habe „sowohl den Dienstag als auch den Mittwoch weitgehend geblockt, so dass für den Uefa-Pokal nur der Donnerstag bleibt“. Der Antrag der Bundesliga, auch am Mittwoch Uefa-Pokal zu spielen sei 2005 abgelehnt worden, erklärte Hieronymus, der betonte: „Die derzeitige Regelspielplan der Bundesliga wurde von allen Klubs einstimmig beschlossen.“

          Mindestens einer der vier deutschen Vertreter im Uefa-Pokal hat nach dem Donnerstagsspiel lediglich eine Pause von weniger als 48 Stunden und muss am Samstag in der Liga antreten, weil es nur zwei Sonntagsspiele der Bundesliga gibt. Rummenigge forderte nun: „Die DFL muss sich da schnell zusammensetzen, um eine Lösung zu finden.“ Wenn es Rummenigge ernst meint, dürfte das kein Problem sein, schließlich ist er auch Vorstandsmitglied im Ligaverband.

          „Eine Änderung wäre mit einem Risiko behaftet“

          Hieronymus erklärte zumindest Verhandlungsbereitschaft: „Vor der nächsten Uefa-Pokal-Runde ist ein runder Tisch mit den TV-Partnern denkbar.“ Er verwies aber auf die Fernsehverträge: „Angesichts der Tatsache, dass die Liga 65 Prozent der TV-Einnahmen am Samstag erlöst, wäre eine Änderung mit einem Risiko behaftet. Dieses Risiko würde dann auch jene Klubs treffen, die nicht international spielen.“

          Gelassener sah Werder-Manager Klaus Allofs die Angelegenheit. „Wir müssen darüber nicht diskutieren und fragen, ob die TV-Verträge drei Sonntagsspiele zulassen. Zurzeit sind die TV-Verträge so, dass es nicht anders geht“, sagte Allofs. Er verwies darauf, dass auch Werder in der vergangenen Saison vier Runden im Uefa-Pokal gespielt hat: „Natürlich ist es besser, wenn jeder gleich belastet wird, aber das gibt es im Fußball nicht.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Josephin Kampmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin, steht in einem Zimmer der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen und bereitet eine Infusion vor.

          Corona-Pandemie : Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 60,6

          Das Robert Koch-Institut hat seit dem Vortag 7211 Corona-Neuinfektionen registriert. Tendenziell gehen die Infektionszahlen seit rund zwei Wochen zurück. In den USA müssen Staatsbedienstete nun bis Dezember geimpft sein.
          Bryson DeChambeau vom Team USA am 15. Loch des 43. Ryder Cup.

          43. Ryder Cup : US-Golfstars gegen Europa klar in Führung

          Die Titelverteidiger aus Europa geraten beim Ryder Cup in den USA schon am ersten Tag klar in Rückstand. Bei den US-Golfstars beeindruckt Kraftprotz Bryson DeChambeau mit seinen gewaltigen Abschlägen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.