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Bundesliga-Spezial: 9. Spieltag : Wolfsburg reiht sich ins Verfolgerfeld ein - BVB gewinnt

2:0 für Wolfsburg durch Gentner: Der Meister ist wieder ran Bild: dpa

Die Spitze in der Bundesliga rückt nach dem torlosen Spitzenspiel enger zusammen. Titelverteidiger Wolfsburg macht es den anderen siegreichen Verfolgern am Sonntag nach. Zum Abschluss der Runde gewinnt Dortmund das kleine Revierderby gegen Bochum. Der 9. Spieltag.

          3 Min.

          Unter der Woche gab es gleich zweimal Diskussionsbedarf im deutschen Fußball. Am Mittwoch zeigten die Zuschauer im Hamburger Volksparkstadion den deutschen Nationalspielern beim 1:1 gegen Finnland die kalte Schulter. Die Spieler, so der Vorwurf der Fußballfreunde, sollen für das viele Eintrittsgeld und ihre dicken Gagen gefälligst Leistung bringen und stur wie Zirkuspferde ihre Show abliefern.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Schalke-Allmächtige Felix Magath ärgerte zudem die Fußballprofis mit der Forderung nach einer Gehaltsobergrenze. Künftig sollen die Klubs demnach nur noch 70 Prozent der Einnahmen in den Personaletat des Profikaders investieren dürfen. Das muss in verwöhnten Profi-Ohren wie Gehaltskürzung klingen. Deshalb war es doch reichlich spannend, die Reaktionen der Spieler an Spieltag neun der laufenden Saison zu beobachten.

          HSV und Leverkusen verpassen Chance zur Wiedergutmachung

          Der HSV und Bayer Leverkusen hätten die Chance zur Versöhnung es Publikums gehabt: Sie bestritten just an jenem Ort der Ödnis, an dem die Nationalmannschaft in dieser Woche Pfiffe einstecken musste, das Gipfeltreffen des Zweiten gegen den Ersten und spielten dabei den Tabellenführer aus. Mit dem großteils langweiligen torlosen Unentschieden trugen sie freilich nicht zur Wiedergutmachung an den leidgeplagten Hamburger Fußballfreunden bei.

          Nicht zu fassen: Hamburg und Leverkusen trennen sich in einem trostlosen Spiel torlos
          Nicht zu fassen: Hamburg und Leverkusen trennen sich in einem trostlosen Spiel torlos : Bild: dpa

          Leverkusen bleibt nach dem neunten Spiel ohne Niederlage in der Bundesliga-Tabelle nun weiter vor den ebenfalls ungeschlagenen Hamburgern.

          Auswärtslahme Hoffenheimer verlieren in Bremen

          Die Hoffenheimer, die im Falle einer „Salary Cap“ nach Schalker Vorschlag nicht mehr mit dem Geld des Mäzens Dietmar Hopp ihre Spitzengehälter abdecken könnten und laut Manager Jan Schindelmeiser deshalb von einer solchen Regelung stärker betroffen seien als die Klubs aus den Metropolen, reagierten am Samstag offenbar mit einem Trend zur Arbeitsverweigerung.

          Nach 21 Minuten lagen die Badener wie bei den vorangegangenen Auswärtsspielen in Mönchengladbach und Mainz auch in Bremen bereits mit 0:2 zurück und hatten zudem noch einen Elfmeter verschossen. Und anders als beim spektakulären Vorjahres-5:4 (siehe: Bremen - Hoffenheim 5:4: Ein Bundesliga-Spiel, das man nicht mehr vergisst) bäumte sich die Rangnick-Elf nicht mehr auf. Ob das schon erste Auswirkungen der Salary-Cap-Diskussionen sind?

          Schalker beschwichtigen Magath

          Bei Schalke 04 scheint die angestoßene Diskussion wohl eher als Motivationshilfe gewirkt zu haben. Vielleicht - so mögen sich Schalker gesagt haben - lässt sich Magath ja noch von seiner Gehaltsbeschränkungsidee abbringen, wenn seine Mannschaft weiter so fleißig punktet. In Stuttgart setzten die Schalker ihren bemerkenswerten Saisonstart fort und sprangen dank des früheren Stuttgarters Kevin Kuranyi mit dem 2:1-Sieg auf Rang drei der Tabelle vor. (siehe auch: VfB Stuttgart: Brenzlige Lage für Praktikant Babbel)

          Frankfurt gewinnt im Mittelmaß-Duell, Nürnberg das Kellerduell

          Bei Eintracht Frankfurt dürften sie die Diskussion um eine Gehaltsobergrenze recht gelassen zur Kenntnis genommen haben. Von Obergrenzen haben sich die Kicker vom Main ja schon seit Jahren dank ihres Anführers Heribert Bruchhagen gedanklich verabschiedet. Stattdessen ist das selbsterklärte Mittelmaß der Maßstab des Frankfurter Bemühens. Umso bedeutsamer ist deshalb der 2:1-Sieg gegen Hannover 96, den anderen seit Jahren im Mittelmaß der Tabelle zementierten Klub der Erstklassigkeit. Liberopoulos und Meier lassen nun wenigstens die Eintracht-Fans davon träumen, doch mal wieder ein paar Plätze über Rang zehn landen zu können.

          Bei Hertha BSC Berlin scheint unterdessen derzeit nicht mal mehr die drohende Ebbe im Geldbeutel zu helfen und auch nicht die immer drängendere Gefahr einer Spielzeit im Abstiegskampf. Die Überraschungsmannschaft des Vorjahrs bleibt auch im zweiten Spiel von Neu-Trainer Friedhelm Funkel die Lachnummer der Liga. Nach dem 0:3 im Kellerduell beim Vorletzten in Nürnberg behalten die Berliner die Rote Laterne des Tabellenletzten und haben nunmehr bereits fünf Punkte Rückstand zu Relegationsplatz 16. (siehe auch: Elend in Nürnberg: Hertha, wo ist dein Herz?)

          Köln gewinnt „wichtigstes Saisonspiel“ gegen Mainz

          In Köln griffen sie unterdessen in dieser Woche mit Erfolg zu einem Mittel, das Joachim Löw am Mittwoch gegen Finnland ohne Gefährdung seiner Glaubwürdigkeit als Fußballfachmann nicht zur Motivation seiner Kicker zur Verfügung stand. Manager Michael Meier erklärte das Spiel gegen Mainz 05 kurzum zum wichtigsten Spiel des Jahres.

          Und entsprechend gingen die FC-Spieler im Duell der Rhein-Anlieger mit ungefähr der achtfachen Leidenschaft von Ballack und Co. zur Sache. Und wenngleich Lukas Podolski - anders als am Mittwoch im Nationaltrikot - weiterhin auf seinen ersten Treffer in der alten Heimat wartet, so haben die Kölner ihr Topspiel dank Milivoje Novakovic mit 1:0 gewonnen.

          Bayern siegen in Freiburg

          Die Spieler des FC Bayern München dürften unterdessen recht gelassen auf die Gehaltsdiskussionen reagieren, da vermutlich geringe Gehaltseinbußen ganz gut zu verkraften sind. In Freiburg zeigten sich die Bayern jedenfalls souverän wie in großen Zeiten - freilich auch dank des Koreaners Du-Ri Cha, der souverän wie ein Torjäger das Eigentor zum entscheidenden 2:0 erzielte.

          Wolfsburg stellt Anschluss her

          Einen Tag länger hatten die Spieler der vier am Sonntag beschäftigten Teams Zeit, um ihre möglichen neuen Gehälter auszurechnen. Titelverteidiger Wolfsburg besiegte dann Mönchengladbach mit 2:1 und stellte damit den Anschluss an die Spitzengruppe wieder her.

          Beim kleinen Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Bochum siegte zum Abschluss des Spieltags ebenfalls das finanziell besser ausgestattete Team - wie es sich gehört. Die teuersten Borussen, Neven Subotic und Lucas Barrios, waren dieses Mal das Geld, das Tore schießt.

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