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Bundesliga-Spezial: 16. Spieltag : Dortmund unaufhaltsam - Leverkusen stark

Schuss auf die Siegerstraße: Altintop bringt die Bayern gegen St. Pauli in Führung Bild: dpa

Kopf hoch, Brust raus! Dortmund, Leverkusen, Bayern und Köln machen ihre Trikotsponsoren richtig glücklich. Beim HSV und in Wolfsburg sollten die Werbepartner über einen Verzicht nachdenken. Freiburg besiegt Gladbach. Und Schalke gewinnt in Mainz.

          Bis 2022 wird im Weltfußball und vielleicht ja auch darüber hinaus vermutlich alles Qatar sein. Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man sich die Sensationsnachricht der Fußball-Woche zu Gemüte führt: Der FC Barcelona läuft fortan mit dem Sponsorlogo einer gemeinnützigen Stiftung aus dem Land des WM-Ausrichters von 2022 auf der Brust auf, was nichts weniger ist als eine Revolution. Bislang nämlich verzichtete Barcelona in den 111 Jahren seit der Gründung des Klubs trotz vieler verlockender Angebote darauf, seine Spieler zu Litfasssäulen degradieren zu lassen. Vielmehr stellte man die attraktive Fläche bislang kostenlos dem Kinderhilfswerk Unicef zur Verfügung - und spendete diesem sogar einen siebenstelligen Euro-Betrag. Auf geldwerte Vorteile verzichtete der Klub unter anderem, weil er sich ja auch als Auswahl Kataloniens versteht und Nationaltrikots zumindest im Fußball nun einmal nicht von Kommerz befleckt sein sollen.

          Nun aber ist alles anders und der FC Qatar Barcelona kann endlich seinen Schuldenberg ein wenig abbauen, weil das spendierfreudige Emirat und die Stiftung unter dem Vorsitz Ihrer Hoheit Scheicha Mouza, Gattin des Emirs Al Thani, jährlich rund 30 Öl-Millionen nach Katalonien überweisen.

          In Deutschland gehen sie mit der Brust bekanntlich schon seit den seligen Zeiten von Günter Mast profitorientiert um. Mast brachte damals das Logo von Jägermeister auf die Brust von Eintracht Braunschweig. Entsprechend ist es nahezu folgerichtig, dass in Deutschland derzeit bereits über den nächsten Schritt in der Vermarktung des Humankapitals diskutiert wird. Der TSV Havelse, einst bekannt geworden als Sensations-Aufsteiger in die Zweite Bundesliga mit den späteren Breisgau-Brasilianern Volker Finke und Jens Todt, will sein Recht einklagen, auch auf den Hosen seiner Spieler Sponsorenaufdrucke anbringen zu dürfen. Und in Österreich ist es schon seit Jahrzehnten Usus, dass Schriftzüge wie „Superfund“ oder die Namen von Mobilfunkanbietern auf Oberschenkel und Hintern prangen. Deutschland aber lässt sich nicht erweichen. Noch nicht.

          Und der nächste Streich: Sahin sichert Dortmund gegen Bremen die Punkte 41, 42 und 43

          Bayern weiter 17 Punkte hinter Dortmund

          So mussten am Wochenende also auch die Bayern-Spieler nicht wie laufende Werbetafeln herumlaufen, sondern durften sich als Sportler fühlen. Mit dem Sieg gegen St. Pauli vermieden die Bayern einen weiteren Rückschlag. Dabei versuchten die Gegner aus Hamburg, die Münchner mit Hohn und Spott zu provozieren. „Ein Platz an der Sonne“ stand auf den Trikots der Paulianer.

          Von diesem Rang sind die Bayern aber bekanntlich so weit entfernt wie wohl seit dem Bundesligaaufstieg von 1965 nicht mehr. Nach dem Dortmunder 2:0-Sieg gegen Werder Bremen am Samstagabend sind es weiter 17 Punkte, die den Herbstmeister vom Rekordmeister und Titelverteidiger trennen.

          Werbeverbot für den HSV

          Der HSV hingegen baut schon viel länger als Barcelona auf Geld aus den Kassen eines Emirs, kann sich aber noch immer nicht mit Teams wie Barcelona messen. Immerhin müssen die Hamburger auch nach der 2:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen und dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit der Tabelle noch immer nicht eine Schmach wie vor einigen Jahren fürchten: Damals verbat der Sponsor, eine Fernsehzeitschrift, dem Klub, den Schriftzug weiter auf dem Trikot führen zu dürfen, weil die Auftritte des HSV dem Geldgeber zu peinlich waren.

          Solche Fragen müsste sich ein Wolfsburger Autohersteller eigentlich auch stellen. Schließlich ist der Verein mit den zwei Buchstaben auf der Brust eigentlich finanziell für den Wettbewerb mit Barcelona ausgerüstet. Nach dem 0:0 beim 1. FC Kaiserslautern muss er sich aber weiter auf Rang 13 der Bundesliga einordnen und damit hinter dem finanziell nicht sonderlich betuchten Aufsteiger - der übrigens rückwärtsgewandt für ein Naturheilprodukt wirbt, das man eher mit Fritz Walter und den 50er Jahren als mit modernem Fußball in Verbindung bringt.

          Köln sperrt Frankfurter Startbahn

          Die Frankfurter Eintracht hat zwar als Sponsor einen Flughafenbetreiber auf der Brust, mit dem Abheben haben die „Adler“ aber dennoch ihre Probleme - auch wenn ihr Vorstandsboss Heribert Bruchhagen in der vergangenen Woche Ansprüche auf einen Europapokalplatz formuliert hat. Nach dem 0:1 in Köln könnte die Eintracht also ähnlich wie ihr Sponsor während der schneereichen Tage der vergangenen Woche argumentieren: Die Startbahn nach Europa ist gesperrt.

          In Hoffenheim steht übrigens erstaunlicherweise nicht Hopp auf dem Trikot. Und dennoch läuft es bei den Kraichgauern mittlerweile wieder gut. Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Nürnberg bleiben die Badener allerdings weiter hinter ihrem regionalen Rivalen SC Freiburg, der am Sonntag gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach mit 3:0 gewinnt. Viel besser sieht es inzwischen für Schalke 04 aus. Im Elfmeterverschießen in Mainz siegen die Königsblauen mit 1:0, weil Farfan ganz normal aus dem Spiel trifft. Schalke ist nun schon Zehnter.

          Gar nicht mehr dabei im Bundesliga-Karussell ist Jens Keller: Der ist seit Sonntag nicht mehr Trainer des VfB Stuttgart. Ausschlaggebend dafür war die 1:2-Niederlage bei Hannover 96. Nachfolger ist Bruno Labbadia.

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