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Khediras Hertha-Debüt : „Es war kurz, aber unheimlich gut“

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Bittersüßes Comeback: Trotz der Niederlage in München freut sich Khedira über seine Rückkehr. Bild: EPA

Nach mehr als zehn Jahren meldet sich Sami Khedira wieder in der Bundesliga zurück – diesmal im Hertha-Trikot. Trotz der Niederlage gegen München, zieht der prominente Berliner Neuzugang eine positive Bilanz.

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          Nach den ersten Bundesliga-Minuten seit über zehn Jahren fühlte sich Sami Khedira endlich wieder wie ein vollwertiger Fußballprofi. „Alleine wieder im Stadion zu sein und gebraucht zu werden“, sagte der Rio-Weltmeister nach seinem Debüt im Trikot von Hertha BSC: „Es war kurz, aber unheimlich gut. Ich bin sehr, sehr froh und glücklich.“

          Bundesliga

          In der 81. Minute war der gebürtige Stuttgarter im Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München (0:1) eingewechselt worden. Auch, wenn er die Niederlage nicht verhinderte, deutete der 33-Jährige die Qualitäten bereits an, für die ihn die Berliner bis zum Saisonende verpflichtet haben.

          Am Ball strahlte er im Mittelfeldzentrum Ruhe aus, auch als Führungsfigur trat er in Erscheinung: In der Nachspielzeit stürmte Khedira an die Seitenlinie und machte seinem Unmut Luft. Aufgebracht diskutierte er mit dem Linienrichter und beschwerte sich lautstark über Münchens Lucas Hernandez und kassierte dafür die Gelbe Karte von Schiedsrichter Robert Schröder.

          „Wenn ich auf dem Platz bin, dann gebe ich 100 Prozent“, sagte Khedira. Lob und Anerkennung erhielt er von Trainer Pal Dardai. Khedira sei intelligent, als Mensch und Fußballer. „Das werden wir schon nutzen“, sagte der Ungar: „Wir werden noch viel Freude an ihm haben.“

          Khedira soll in der Kabine seine Erfahrung und Ausstrahlung einbringen und die Mannschaft stabilisieren. „Es ist keine One-Man-Show. Ich füge mich hier zu 100 Prozent ein“, sagte Khedira. Auf dem Rasen wird er vorerst aber wohl eine Nebenrolle spielen. Ihm fehlt Spielpraxis, Dardai will deshalb nichts überstürzen und keine Verletzung riskieren.

          „Es war für mich eine schwierige Zeit“

          Sein bislang letztes Bundesligaspiel hatte Khedira am 10. Mai 2010 für den VfB Stuttgart gemacht. Seither ist viel Zeit vergangen. Im Sommer 2010 wechselte er zu Real Madrid, bei der WM 2014 in Brasilien erlebte er den Höhepunkt seiner Karriere, 2015 folgte der Transfer zu Juventus Turin.

          Dort hat Khedira unter Trainer Andrea Pirlo zuletzt keine Rolle mehr gespielt, durfte nur noch mittrainieren. „Ich weiß, dass ich Trainingseinheiten und Spielzeit brauche. Es war für mich eine schwierige Zeit“, sagte Khedira. Diese soll nun in Berlin endgültig der Vergangenheit angehören.

          Die sportliche Gegenwart heißt derweil Abstiegskampf. Nur 17 Punkte aus 20 Spielen haben die Berliner auf dem Konto, die Trendwende muss schnell gelingen. Keine Zweifel am Erfolg der Mission Klassenverbleib hat Khedira nicht zuletzt wegen der couragierten Leistung gegen den Rekordmeister: „Wenn wir so arbeiten und spielen, dann werden wir in den nächsten Wochen definitiv Punkte holen.“

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