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Hütters Plan gegen Köln : Die Alternativen der Eintracht im Angriff

  • -Aktualisiert am

Hat vollstes Vertrauen in seine Mannschaft vor dem Spiel gegen Köln: Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter Bild: Picture-Alliance

Die Eintracht ist stolz auf die Nationalspieler in ihren Reihen. Doch in Zeiten von Corona birgt das Risiken. Denn auch gegen die bisher noch sieglosen Kölner ist jeder Mann gefordert.

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          „Wir waren gespalten“ – so fasste Eintracht-Cheftrainer Adi Hütter am Freitag den reduzierten Personalbestand der vergangenen beiden Arbeitswochen bei den Frankfurtern zusammen. Zwei Handvoll Spieler waren in alle Himmelrichtungen auf Reisen gegangen, weil sie der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga zu den jeweiligen Nationalmannschaften abgestellt hatte. Ihren Aktivitäten fern der sportlichen Heimat begegnete Hütter mit zwiespältigen Gefühlen, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. Die Eintracht sei zwar „stolz auf ihre hohe Anzahl an Nationalspielern“. Aber ein Trainer wolle seine Spieler „bei sich haben“, sagte der Österreicher.

          Bundesliga

          Die Reisen seiner Spieler haben allerdings keine Folgen für das Auswärtsspiel an diesem Sonntag (15.30 im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und auf Sky) in Köln. „Es gibt überhaupt nichts Negatives“, lautete seine Bestandsaufnahme. Auch André Silva hat sich wohlbehalten bei der Eintracht zurückgemeldet. Selbstverständlich ist das nicht, denn sein portugiesischer Nationalmannschaftskollege Cristiano Ronaldo war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der bei Silva in Frankfurt durchgeführte Test fiel negativ aus.

          Am Freitag trainierte der Stürmer in gewohnter Umgebung ganz normal mit seinen Frankfurter Arbeitskollegen. Ein Ausfall ihres Torgaranten hätte die Eintracht hart getroffen. Das prächtig funktionierende Sturmduo mit Bas Dost wäre gesprengt worden. Und Ersatz in Gestalt eines nominellen Stürmers steht Hütter in Köln nicht zur Verfügung, weil sich Jungstürmer Ragnar Ache vor einer Woche bei der U-21-Nationalmannschaft eine Oberschenkelverletzung mit einer von der Eintracht prognostizierten Ausfallzeit von „wenigen Wochen“ zugezogen hatte. Das war der einzige Wermutstropfen für die Hessen in der Nationalmannschaftspause.

          Rollenverteilung in der Offensive

          Auf den zu Schalke 04 ausgeliehenen Angreifer Gonçalo Paciência hatten die Frankfurter nicht mit einer Neuverpflichtung reagiert, deren Kernarbeitsbereich das Sturmzentrum ist. Stattdessen suchten sich die Hessen auf dem Spielermarkt mit dem dribbelstarken Amin Younes und Ajdin Hrustic zwei offensive Mittelfeldspieler aus. Ihr bevorzugter Wirkungskreis sind die Außenbahnen. Wobei sich Younes, den die Eintracht vom SSC Neapel ausgeliehen hat, als „Allrounder“ betrachtet. „Bei Ajax war ich klassischer Außenspieler, unter Carlo Ancelotti in Neapel Zehner oder zweiter Stürmer“, sagte er bei seiner Präsentation in Frankfurt.

          Hütter hob zwei Tage vor der Begegnung in Köln hervor, dass er sich „momentan noch keine Sorgen“ mache über die personellen Variationsmöglichkeiten im Sturm. Dort könne er im Bedarfsfall auch Mittelfeld-Dribbler Daichi Kamada oder eben Younes aufbieten. Ob dieser bereits anstelle von Ache Aufnahme im Kader für das Spiel in Köln findet, wollte der Trainer am Freitag vor dem Abschlusstraining am Samstag nicht preisgeben. Younes darf sich wohl Hoffnungen machen. Dem Flügelflitzer fehlt es zwar noch an der nötigen Spielfitness. Er habe jedoch „sehr gut trainiert“, sagte Hütter. Und die erforderliche „spielerische Intelligenz“ hätten nach Einschätzung des Trainers Younes und Hrustic. „Beide sind gierig und wollen schnellstmöglich lernen“, wie die Eintracht spiele.

          Angeschlagene Kölner

          Martin Hinteregger kann die Herausforderung in Köln wie Silva annehmen. Beim 1:0 der österreichischen Nationalmannschaft gegen Rumänien in der Nations League war der Verteidiger von seinem Gegenspieler Ciprian Deac rücksichtslos am rechten Knöchel getroffen worden. Eine intensive Behandlungspause schloss sich bei Hinteregger an, bevor er kurz nach der Halbzeitpause von Franco Foda in seinem 50. Länderspiel doch ausgewechselt wurde. Der Trainer wollte seinen Spieler allerdings vor einer Gelb-Roten Karte bewahren. „Zuerst habe ich gedacht, es war wegen meines Fußes. Ich wusste nicht, dass mir der Schiedsrichter die Rote Karte angedroht hat“, sagte Hinteregger hinterher.

          Dessen kommender Gegner Köln ist saisonübergreifend seit 13 Bundesliga-Spielen sieglos und steht heute mit null Punkten aus den ersten drei Saisonspielen schlecht da. Was dennoch für die Rheinländer in der Außenseiterrolle spricht: Wettbewerbsübergreifend haben sie nur eines der zurückliegenden 16 Heimspiele (elf Siege und vier Remis) gegen die Eintracht verloren – mit 0:1 im September 2017. „Frankfurt ist eine sehr gewachsene und reife Mannschaft, die physisch spielt und gespickt ist mit hervorragenden Einzelspielern“, sagt Kölns Trainer Markus Gisdol. Hütters persönliche Bilanz gegen Köln ist mit einem Sieg und einem Remis positiv. „Und warum sollten wir jetzt einen Knick bekommen?“ Er sei „sehr zuversichtlich, dass wir in Köln gewinnen können. Die Mannschaft hat in den zurückliegenden beiden Wochen sehr konzentriert und aktiv trainiert“, lobte Hütter. Und seit kurzem ist sein Team auch in voller Mannschaftsstärke wieder vereint.

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