https://www.faz.net/-gtm-a43uf

Ende der Wechselfrist : Diesmal ohne Paukenschlag bei der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Nichts Unvorhergesehenes oder Außergewöhnliches: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic verzichtet auf Last-Minute-Transfers. Bild: dpa

Für die Eintracht endet der finale Transfertag ohne große Überraschung. Die Frankfurter verzichten auf Last-Minute-Zugänge, geben aber noch zwei Spieler ab.

          3 Min.

          Am finalen Transfertag ging es bei Eintracht Frankfurt schon das eine oder andere Mal turbulent zu. Das Ende der Wechselfrist war in der Vergangenheit beim Fußball-Bundesligaverein mit manch gelungener Überraschung verbunden. Erinnert sei an den Sommer 2017, als die Frankfurter unmittelbar vor der Deadline Ante Rebic aus Verona zu sich zurückholten. Zwei Jahre später tauschten die Eintracht und der AC Mailand auf den letzten Drücker die Spieler: Rebic wechselte wieder nach Italien, der Portugiese André Silva entschied sich im Gegenzug für eine neue Herausforderung bei den Hessen. Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic entwickelte ein Faible für spektakuläre Last-Minute-Transfers. Diesmal blieb der Paukenschlag bei der Personaldisposition jedoch aus, am Montag passierte nichts Unvorhergesehenes oder Außergewöhnliches. Auf dem Spielermarkt wurden die Frankfurter in Sachen Neuzugang nicht mehr fündig. Ein bisschen Bewegung gab es nur noch auf der Abgabenseite.

          Bundesliga

          Wie erwartet trennte sich die Eintracht vorzeitig von ihrem perspektivlosen dritten Torhüter Felix Wiedwald, der sich nach dreieinhalb Jahren in Frankfurt zunächst für eine Spielzeit dem niederländischen Erstliga-Klub FC Emmen anschloss. Außerdem heuerte Verteidiger Simon Falette beim Zweitliga-Klub Hannover 96 an, er erhielt einen Dreijahresvertrag. Der Franzose war in der Vorsaison an Fenerbahce Istanbul ausgeliehen worden. Für den ehemaligen Nationalspieler Erik Durm, der es in Zukunft in Frankfurt schwer haben wird, auf Einsatzzeiten zu kommen, hingegen gab es keinen Abnehmer. Auch den Mittelfeldspieler Marijan Cavar konnten die Frankfurter nicht von ihrer Gehaltsliste streichen. Danny da Costa wurde nachgesagt, dass er auf eigenen Antrieb hin einen Vereinswechsel anstreben würde. Nur: Eine Option, die ihm zusagte, hatte er offenbar nicht. Aus dem möglichen Abnehmer Schalke 04 ist jedenfalls nichts geworden. Damit umfasst der aktuelle Eintracht-Kader 29 Profis. Dadurch, dass die Frankfurter neun Spieler ganz abgegeben oder verliehen haben, konnten sie ihr aufgeblähtes Aufgebot verkleinern.

          Auf der Seite der Neuzugänge stehen zum Abschluss der Transferperiode, die sich aufgrund der Corona-Pandemie ausnahmsweise bis in den Oktober hinein erstreckt hat, fünf Spieler. Als der Königstransfer angesehen werden darf neben der festen Verpflichtung von Leihspieler Silva der 27 Jahre alte Amin Younes, der mit Deutschland 2017 Confed-Cup-Sieger geworden ist. Ein großer Kostenfaktor ist der fünfmalige Nationalspieler aber nicht: Der Leihspieler vom SSC Neapel hat nach Angaben von Bobic „finanziell sehr große Zugeständnisse gemacht“, außerdem soll bis einschließlich 30. Juni 2022 keine Leihgebühr fällig werden. Sportlich erhofft sich Hütter einen großen Zugewinn. Der ehemalige Gladbacher Akteur sei ein „absoluter Eins-gegen-eins-Spieler mit Kreativität und Spielwitz. Ich kann mir vorstellen, dass wir mit ihm besser werden.“ Younes selbst, der in seiner Karriere Höhen und Tiefen durchmachte, möchte in Frankfurt an seine guten Zeiten wie bei Ajax Amsterdam anknüpfen, wo er 83 Pflichtspiele mit 15 Toren und 22 Torvorlagen absolvierte. Zum neuerlichen Karriereaufschwung habe Younes bei der Eintracht „die besten Möglichkeiten“, meint Bobic.

          Schwierige finanzielle Lage

          Noch größere Namen hat die Frankfurter Personalauffrischung diesmal nicht hervorgebracht. Dafür waren die finanziellen Möglichkeiten nicht gegeben, nachdem keine nennenswerten Transfererlöse erzielt worden sind. Und Handlungsdruck bestand auch nicht, weil die Korsettstangen im Kader der Eintracht erhalten geblieben sind. Für Torhüter Kevin Trapp, den torgefährlichen Verteidiger Martin Hinteregger, Flügelflitzer Filip Kostic, den vor Spielfreude strotzenden Japaner Daichi Kamada und den Torgaranten Silva ergab sich jeweils kein Grund, einen Arbeitsplatzwechsel zu vollziehen. Außerdem: Mit Almamy Toure auf der rechten Außenbahn und Steven Zuber links als Ersatz für den verletzten Kostic haben zwei Spieler zuletzt sichtbar an Format gewonnen. Momentan stimmt die Marschrichtung der Eintracht – von den vergangenen elf Spielen hat sie saisonübergreifend acht gewonnen und nur eines verloren.

          Nach dem guten Saisonstart mit sieben Punkten aus drei Spielen und Rang drei in der Tabelle haben sich elf Eintracht-Profis auf Länderspielreise begeben. Zu ihnen gehört Mittelfeldspieler Aymen Barkok, der zum ersten Mal dem Aufgebot Marokkos angehört. Der 22 Jahre alte in Frankfurt geborene Profi wäre für die deutsche U- 21-Nationalmannschaft spielberechtigt gewesen. An Österreich (Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker) und die Schweiz (Steven Zuber und Djibril Sow) stellte die Eintracht jeweils zwei Profis ab. Ohne Namen zu nennen, hatte Hütter davor mitgeteilt, dass die Frankfurter bei ein paar Spielern überlegt hätten, ob sie diese in Zeiten der Corona-Pandemie zur ihrer jeweiligen Nationalmannschaft reisen lassen sollen. „Es hat bei dem einen oder anderen Diskussionen gegeben“, sagte Hütter.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hans-Georg Maaßen im Oktober 2020 in Berlin

          AfD-Klage : Maaßen will Schaden von Verfahren abwenden

          Nach mehr als einem Jahr fällt der Kanzlei Höcker ein möglicher Interessenkonflikt ihres Beraters Hans-Georg Maaßen auf. Es geht um die Vertretung der AfD. Der frühere Verfassungsschutzpräsident zieht sich zurück.

          Premier League : „Visionär“ Tuchel wird neuer Chelsea-Coach

          Nun kommt also Thomas Tuchel. Nach der Trennung vom glücklosen Fanliebling Frank Lampard will der FC Chelsea mit dem früheren Coach des BVB und von PSG schnell wieder erfolgreich sein. Die Erwartungen an den Taktiktüftler aus Deutschland sind hoch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.