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Bayer-Sportdirektor Rolfes : Leverkusener Spezialist im Schatten

  • -Aktualisiert am

„Wir wollen nicht abwarten, bis die Pandemie vorbei ist“, sagt Bayer-Sportdirektor Rolfes Bild: Picture-Alliance

Simon Rolfes hat das Profil von Bayer Leverkusen geschärft und sich als Transferspezialist einen Namen gemacht. Jetzt will der Sportdirektor mit der Werkself auch Titel gewinnen.

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          Die Schlüsselbegriffe zu Simon Rolfes’ jüngstem Coup sind beeindruckend: Timothy Fosu-Mensah, 23 Jahre alt, Manchester United, ausgebildet bei Ajax Amsterdam, schnell, technisch versiert, körperlich stark, 1,4 Millionen Euro. Der Sportdirektor von Bayer Leverkusen hat für eine erstaunlich günstige Ablösesumme einen Rechtsverteidiger unter Vertrag genommen, der das höchste Niveau kennt, der bis Anfang Januar beim Tabellenführer der Premier League spielte.

          Bundesliga

          Ein Schnäppchen, wenn der Niederländer sich tatsächlich als gute Alternative für den verletzungsanfälligen Lars Bender entpuppt, der seine Karriere im Sommer beenden wird. Zumal starke Außenverteidiger besonders schwer zu finden sind auf dem internationalen Transfermarkt. „Jung und entwicklungsfähig“ sei die „Top-Alternative“ Fosu-Mensah, sagt Rolfes, der einen Winter des Fortschritts erlebt. Zwar waren die vergangenen Wochen mit nur einem Punkt aus drei Partien rund um Weihnachten schwierig, aber bereits vor dem Spiel an diesem Freitagabend bei Union Berlin (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) haben die Leverkusener mit dem 4:1 im Pokal gegen Frankfurt eine Art Wende geschafft. Und jenseits dieser Sorte Alltagschwankungen entwickelt sich hier derzeit eine Substanz, wie es sie lange nicht gab – mit Rolfes als treibender Kraft.

          „Ich freue mich auf die kommenden Jahre“

          Vor der Verpflichtung von Fosu-Mensah hat der langjährige Kapitän der Werkself im Dezember die Verträge mit den hoch veranlagten Profis Edmond Tapsoba, Moussa Diaby und Florian Wirtz verlängert. „Ich freue mich auf die kommenden Jahre“, sagt der 38 Jahre alte Sportdirektor, der sich im Schatten öffentlich stärker wahrgenommener Kollegen wie Michael Zorc oder Max Eberl zu einem Transferspezialisten entwickelt hat. Leverkusen spielt eine starke Saison, führte bis kurz vor Weihnachten sogar die Tabelle an, und vieles deutet darauf hin, dass es sich bei diesem Erfolg um eine Phase handelt, deren Höhepunkt erst bevorsteht.

          Die Trainer der vergangenen zehn Jahre – Dutt, Hyypiä, Lewandowski, Schmidt, Korkut und Herrlich – verfolgten sehr unterschiedliche und zum Teil gegensätzliche Konzepte. Mit beachtlicher Konstanz gelang zwar fast jedes Jahr die Qualifikation für einen Europapokal, doch ein scharfes Profil fehlte. Irgendwie war Bayer Leverkusen in all den Jahren etwas langweilig in seiner Gleichförmigkeit. Die Anzahl der wirklich großen Spieler, die hier ausgebildet wurden, nahm ab, nachdem Arturo Vidal und Toni Kroos unter Jupp Heynckes reiften. 2018 wurde auf Betreiben von Werner Wenning, der grauen Eminenz des Werksklubs, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses und ehemals Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, Fernando Carro neuer Geschäftsführer des Fußballunternehmens. Wenig später wurde Rolfes Sportdirektor. Diese Personalien haben den Klub verändert.

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