https://www.faz.net/-gtm-a4ktq

Fußball-Bundesliga : Schlechte Gefühle bei der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Im Fallen ist Kamada (links) erfolgreich – Silva verwandelt den folgenden Elfmeter. Seine eigene Schusschance weiß der Japaner später nicht zu nutzen. Bild: Imago

Die Frankfurter bleiben in der Bundesliga ungeschlagen, aber in der entscheidenden Sekunde beim Spiel gegen den 1. FC Köln haut Daichi Kamada über den Ball. Trainer Adi Hütter spricht von „zwei verlorenen Punkten“.

          2 Min.

          Es war ein Hätte-Wäre-Wenn-und-aber-Spiel, das durch eine „Schlüsselsituation“ symbolisiert wurde. So bedeutungsvoll nämlich umrahmte Sportdirektor Bruno Hübner Daichi Kamadas verpasste Gelegenheit aus der 49. Minute, die 1:0-Führung für Eintracht Frankfurt beim 1. FC Köln durch Silvas Foulelfmetertreffer (45.+2) auf 2:0 aufzustocken. Doch dem japanischen Ballkünstler unterlief in diesem Moment ein Lapsus, der auch den größten Stars schon mal widerfahren ist. Er schlug, sechs Meter vor dem Kölner Tor freigespielt von Bas Dost, ein Luftloch, statt den Ball ins Netz zu schieben.

          Bundesliga

          Und so nahm dieses insgesamt unterdurchschnittliche Bundesligaspiel beim Tabellensechzehnten einen Verlauf, der bei der Eintracht Frust und Verdruss hinterließ. Was der Spielmacher versäumte, verpassten dessen Kollegen in der Defensive wenig später, als Rode den Kölner Rechtsverteidiger Ehizibue ziehen ließ und dessen Pass vor das Frankfurter Tor weder Ilsanker noch Touré abblocken konnten. So nutzte der eingelaufene Duda die erste Torgelegenheit der Kölner zum 1:1 (52.).

          Daran änderte auch ein energischer Schlussspurt der Eintracht nichts mehr, bei dem der eingewechselte Neuzugang Amin Younes bei seinem Frankfurter Pflichtspieldebüt mehrmals andeutete, dass er zu einem Gewinn für die Eintracht werden kann. Vor allem sein abgefälschter Schuss aus der 78. Minute verfehlte sein Ziel nur knapp. „Er hat in beide Richtungen gut gearbeitet, wenn er den Ball mal nicht optimal gespielt oder verloren hat, hat er ihn sich sofort zurückgekämpft“, lobte Hübner den fünfmaligen Nationalspieler.

          Premiere von Younes

          Die Erkenntnis, einen weiteren guten Offensivspieler mit gestalterischen Fähigkeiten und individueller Klasse in den eigenen Reihen zu wissen, veranlasste auch Trainer Adi Hütter dazu, Younes’ Premiere wohlwollend zu beurteilen: „Ich hätte ihm ein Tor gegönnt.“ Wäre das Younes auch noch geglückt, die Eintracht wäre zufrieden nach Frankfurt zurückgefahren. So aber sprach Hütter aus gutem Grund von „zwei verlorenen Punkten“ bei einem biederen Widersacher, den man in dieser Spielzeit zum Kreis der Abstiegskandidaten zählen muss. Wie auch Aufsteiger Arminia Bielefeld, gegen den es für die Hessen zum Saisonauftakt auch nur zu einem 1:1 reichte.

          Gegen höher eingeschätzte Gegner wie Hertha BSC (3:1) und die TSG 1899 Hoffenheim (2:1) gewann Hütters Mannschaft dagegen nach überzeugenden Auftritten. Zusammen ergibt das eine in summa ansehnliche Eröffnungsbilanz von acht Punkten und Tabellenplatz vier vor der Reise zum Dauermeister FC Bayern München am kommenden Samstag. Ein voller Erfolg in Köln hätte die noch unbesiegte Eintracht auf Rang zwei kapituliert – einen Platz vor dem Champion aller Klassen während der vorigen Saison, der in der Bundesliga gegen die Eintracht zuletzt im November 2000 verlor.

          Was nach dem Remis in Köln besonders verdrießlich stimmte, war weniger Kamadas Unkonzentriertheit in einem womöglich entscheidenden Moment als vielmehr die insgesamt fehlende Konsequenz, aus der eigenen Spielkontrolle während der ersten Hälfte auch mal Kapital schlagen zu wollen. Den Frankfurtern schien in diesem Spielabschnitt das Gefühl zu genügen, dem Gegner in jeder Hinsicht weit voraus zu sein. So brauchte es schon Bornauws ungelenkes Foul an Kamada, um dem portugiesischen Angreifer Silva beim Elfmeter endlich freie Bahn zu verschaffen. Wenn es erst so weit ist, könnte der Torwart auch freiwillig seinen Arbeitsplatz räumen, da Silva jeden seiner bisher fünf Strafstöße für die Frankfurter Eintracht cool genutzt hat: diesmal mit einem Flachschuss ins rechte Toreck.

          Statt dieses Kapital danach anzureichern, gönnte sich die bessere Mannschaft ein paar Aufmerksamkeitsdefizite zu viel, die, etwa bei Dudas von Trapp pariertem Kopfball (63.), sogar zu einem Rückstand hätten führen können. Erst in der Schlussphase, als Younes seit der 69. Minute im Spiel war und der noch später eingewechselte Barkok (86.) mit seinem Schuss in der Nachspielzeit das Außennetz traf, winkte noch einmal der volle Lohn in einem Spiel, das die begabtere Mannschaft mit ihrer oft demonstrierten Durchschlagskraft wohl locker gewonnen hätte. Und so blieb Amin Younes, dem im Rheinland geborenen Deutsch-Libanesen, das passende Schlusswort nach einem unbefriedigenden Sonntagsspiel: „Wir haben zwar nicht verloren, aber es fühlt sich auf jeden Fall nicht so gut an.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Torgarant: Erling Haaland zeigt seine heutige Ausbeute an

          3:0 gegen Brügge : Borussia Dortmund dreht auf

          Nach dem 3:0 im Hinspiel zeigt der BVB gegen den FC Brügge abermals eine starke Darbietung und setzt sich mit dem gleichen Resultat durch. Der Einzug ins Achtelfinale ist nah.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.