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1:2 in Hannover : Schalker Stimmung im Keller

  • -Aktualisiert am

Das fängt ja gut an: Boateng und Schalke liegen schon am Boden Bild: AFP

Nach dem Pokal-Aus verliert Schalke auch den Bundesliga-Auftakt – trotz Huntelaar-Führung. Hannover dreht die Partie in vier Minuten. Und setzt die nächste Schalker Trainer-Debatte in Gang.

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          Es wird Jens Keller nicht sonderlich weiterhelfen, dass diese Niederlage eher unglücklich zustande kam. Als seine Schalker Mannschaft nämlich drauf und dran war, das 2:0 zu schießen und sich für eine ordentliche Leistung zu belohnen, schlug Hannover 96 zu und machte aus dem Rückstand in vier Minuten einen 2:1-Sieg. Joselu und Edgar Prib drehten Mitte der zweiten Halbzeit Huntelaars Führung in den ersten Saisonsieg der „Roten“ um.

          Was mittelmäßig begann, sich dann steigerte und zwischenzeitlich richtig gut aussah, endete aus Schalker Sicht also in der ersten Saisonniederlage – und wird seinen Niederschlag in anhaltenden Diskussionen um Trainer Keller finden. „Ich bin extrem sauer. Es ist wahnsinnig ärgerlich, dass man ein Spiel, das man im Griff hat, durch zwei Konter verliert“, sagte Keller.

          Sportvorstand Horst Heldt hatte ihm noch den Rücken gestärkt. „Diskussionen um Jens Keller sind völliger Quatsch. Der Trainer steht in keiner Weise zur Diskussion“, sagte Heldt der „Rheinischen Post“ – er fügte allerdings auch an: „Wenn ein Verein wie Schalke 04 in der ersten Pokalrunde ausscheidet, wird es vermutlich für jeden Trainer ungemütlich.“

          Ungemütlich war es in der Woche nach der Montagspleite in Sachsen wirklich geworden für Keller, der in seiner Schalker Zeit offenbar schon einige Mal fast rausgeflogen wäre. Von wem auch immer gesteuert oder angezettelt, bei Keller wird man auch nach 20 Schalker Cheftrainer-Monaten das Gefühl nicht los, dass schon eine Niederlage genügt, um seinen Rückhalt im Klub bedrohlich schmelzen zu lassen. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Heldt seinen Trainer schützt.

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          Das 1:2 im Pokal beim Drittligavertreter Dynamo Dresden hatte dann doch faktische Auswirkungen, nicht nur atmosphärische. Zwei Weltmeister sollten es richten. Keller nahm Benedikt Höwedes und Julian Draxler in die erste Elf, auch Kaan Ayhan durfte sich im ersten Bundesligaspiel der neuen Saison versuchen. Sehr früh musste Keller zudem verletzungsbedingt wechseln; er brachte Christian Fuchs als linken Verteidiger für den angeschlagen vom Platz humpelnden Sead Kolasinac.

          Schalke hatte in Huntelaar, Sam, Draxler und Choupo-Moting vier sehr offensive Spieler auf dem Feld. Die Absicherung übernahmen Boateng und Neustädter. Das gesamte blauweiße Gefüge wirkte in den ersten Minuten jedoch uneingespielt, was angesichts einiger WM-Spätheimkehrer kaum überraschte. Zwar erreichte Schalke eine leichte Feldüberlegenheit gegen biedere Hannoveraner, doch führte die Masse an Offensivkräften kaum einmal zu Chancen.

          Abspielfehler, unabgestimmte Laufwege und unpräzise Flanken erlaubten der Hannoveraner Deckung eine vergleichsweise geruhsame erste Halbzeit. Immerhin war Höwedes auf der gewohnten rechten Innenverteidigerposition ein Gewinn, gerade verglichen mit Felipe Santanas Auftritt in Dresden. Bei den Kontern der Hannoveraner sah allerdings auch Höwedes schlecht aus.

          Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte Hannovers Joselu nach einem Fehlpass im Schalker Mittelfeld. Doch der mit fünf Millionen Euro teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte schoss nach Pass Edgar Pribs neben das von Ralf Fährmann bewachte Tor. Die Gelsenkirchener hatten ihrerseits die beste Möglichkeit kurz vor der Pause, als Huntelaar seinen Meister in Ron-Robert Zieler im Hannoveraner Tor fand.

          Zwei Minuten nach der Pause war Zieler chancenlos – Choupo-Moting legte den Ball nach einem schönen Konter quer auf Huntelaar, und der Niederländer schob zum 1:0 für den FC Schalke 04 ins Tor. Hannover 96 musste seine Spielweise nun ändern. War es vorher der wichtigste Auftrag der von Tayfun Korkut trainierten Elf, Fehler zu vermeiden, begannen die Niedersachsen nun anzugreifen. Prompt entstanden Räume für Schalke, endlich nahm das Spiel an Fahrt auf. Matip hatte nach einem Eckball das 2:0 auf dem Kopf, der Ball flog aber übers Tor; auch Choupo-Moting hätte in der 64. Minute für eine beruhigende Führung sorgen können.

          Stattdessen gelang aber Hannover 96 überraschend der Ausgleich. Einen Konter beendete Bittencourt nach Pribs Hereingabe zum 1:1 (67. Minute). Vier Minuten später drehte Joselu die Partie, als er mit leicht abgefälschtem Rechtsschuss zum 2:1 traf, ebenfalls nach einem schnellen Gegenangriff. Danach fand Schalke nicht mehr ins Spiel und steht wieder einmal vor einer ungemütlichen Woche.

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