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Hohe Pleite gegen FC Augsburg : Schalke weiter mangelhaft

  • -Aktualisiert am

Bei Schalke lief gegen Augsburg nicht wirklich viel zusammen. Bild: dpa

Nächstes Spiel, nächste Niederlage: Gegen Augsburg muss Schalke die mittlerweile neunte Pleite in Serie einstecken. Auf der anderen Seite jubelt FCA-Trainer Heiko Herrlich über seinen ersten Sieg.

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          Von den kurzfristigen Auswirkungen, auf die Fußballfunktionäre üblicherweise spekulieren, wenn sie Trainerwechsel vornehmen, kann in Augsburg eigentlich keine Rede mehr sein. 75 Tage musste Heiko Herrlich auf seinen ersten Wettkampfauftritt an der Seite seiner Mannschaft warten. Eine Spielabsage, die lange Corona-Pause und eine Sperre aufgrund seines Besuchs im Drogeriesegment eines Supermarkts trotz Quarantäneanordnung waren dazwischengekommen.

          Bundesliga

          Doch auch nach dieser langen Zeit strahlte sein Team beim beeindruckenden 3:0-Sieg auf Schalke den ganzen Zauber aus, den Trainerwechsel idealerweise induzieren sollen. „Ich bin richtig stolz auf die Jungs“, sagte Stürmer Florian Niederlechner, „das war eine überragende Leistung. So macht es richtig Bock, so müssen wir auftreten.“ Und Herrlich meinte nach dem Schlusspfiff: „Ich bin total glücklich. Wir feiern still, weil wir wenig Zeit haben. Aber der Turnaround ist erst mal geschafft.“ Vier Spiele hatte der FCA zuvor in Serie verloren.

          Das Schalker Spiel hingegen hakt und holpert seit Monaten, ohne Anzeichen auf Besserung. „Wir waren auf jeden Fall von Anfang an aggressiv“, versuchte Daniel Caligiuri Kritikern entgegen zu halten, aber einfach nur Kampf und Einsatz sind dann doch zu wenig angesichts der frappierenden fußballerischen Mängel. Vier Treffer hat Schalke 04 im bisherigen Verlauf der Rückrunde erzielt. Noch deprimierender ist die Bilanz seit dem Restart: null Punkte, null zu sieben Tore.

          „Ich denke, dass die Psyche da eine sehr große Rolle spielt“, sagte Trainer David Wagner, „die Situation geht an den Jungs nicht spurlos vorbei.“ Eigentlich sollte diese Woche mit Partien gegen Augsburg, in Düsseldorf und gegen Bremen für neue Zuversicht sorgen, nun war sogar das bislang schwächste Team der Rückrunde einfach besser. Getragen durch einen günstigen Spielverlauf.

          Schon nach sieben Minuten zirkelte Eduard Löwen einen Freistoß aus gut 20 Metern unhaltbar ins Schalker Tor. In der Folge war Schalke zwar irgendwie dominant, aber das Engagement des FCA und eine klare Ordnung reichten aus, um fast alle Schalker Offensivbemühungen unter Kontrolle zu halten. Lediglich Rabbi Matondo kam vor der Pause zu einem gefährlichen Abschluss. Der Engländer scheiterte am starken Torhüter Andreas Luthe (28.). In der zweiten Halbzeit änderte sich nichts am Bild auf dem Rasen, zumal der Schalker Schlüsselspieler Suat Serdar verletzt ausgewechselt werden musste (56.).

          Und hinten produzieren die Schalker im Moment fürchterliche Fehler. Jonjoe Kenny grätschte nach 76 Minuten ohne Not ins Leere, woraufhin Sarenren Bazee den den Ball mit einem schönen Schuss zum 0:2 im Tor versenkte (76.). Und in der Nachspielzeit gelang Sergio Cordova das 0:3, nach einem schlimmen Fauxpas des jungen Levent Mercan. „Wir haben jetzt den Turnaround geschafft, jetzt müssen wir da weiter machen“, sagte Herrlich, dessen Team schon am Mittwoch gegen den SC Paderborn einen vorentscheiden Schritt Richtung Klassenverbleib machen kann.

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