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Miserabler Saisonstart : Selbst Freiburg-Trainer Streich bekommt es mit der Angst zu tun

  • -Aktualisiert am

Trainer Christian Streich ist fassungslos: Freiburgs schmerzhafte Niederlage gegen Mainz Bild: dpa

Beim SC Freiburg ist durch einen miserablen Saisonstart einiges aus dem Gleichgewicht geraten. Es herrschen Selbstzweifel innerhalb der Mannschaft. Nun wartet ein steiniger Weg auf den Klub.

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          Schreck, lass nach! Getreu diesem bewährten Selbstheilungsmotto haben sie beim SC Freiburg die ins Mark gehende 1:3-Heimniederlage gegen den bis dahin Bundesliga-Letzten Mainz 05 aufgearbeitet. Sie setzte am vergangenen Sonntag das negative Ausrufezeichen hinter einen missratenen Saisonstart, den sie auch im krisenerprobten Breisgau so nicht erwartet hatten. Sieben sieglosen Spielen nacheinander steht nur der 3:2-Auftaktsieg zum Saisonauftakt beim VfB Stuttgart entgegen, und deshalb haben sich die Freiburger mit nur sechs Punkten als Tabellenvierzehnter in den Kreis der momentan schwächsten Mannschaften eingereiht.

          Bundesliga

          Sportvorstand Jochen Saier sieht beim Blick auf die graue Gegenwart des Sport-Clubs der Realität ins Auge, wenn er sagt: „Wir müssen durch diese anstrengende Phase kommen. Es wird ein steiniger Weg, den SC Freiburg in diesem Jahr in der Bundesliga zu halten.“ Fürs Erste geht es an diesem Samstag beim stark gestarteten FC Augsburg (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) auch um ein Stück Selbstvergewisserung, wenn Trainer Christian Streich davon spricht, „ein anderes Gesicht“ sehen zu wollen als bei dem deprimierenden Rückschlag gegen die auf Rang 15 vorgerückten Mainzer. „Ich erwarte“, sagt der 55 Jahre alte Fußballlehrer beim Blick auf das Freiburger Kardinaldefizit im ungleichen Duell mit dem rheinhessischen Tabellennachbarn, „dass wir uns in Augsburg mit allem, was uns zur Verfügung steht, wehren.“

          „Darf nicht noch einmal vorkommen“

          Das ist das mindeste, was Streich diesmal von seinen Spielern erwartet, die ob einer wehrlosen ersten Hälfte gegen die Mainzer schon zur Pause aussichtslos 0:3 zurücklagen. „Das, was da in der ersten Halbzeit passiert ist, darf nicht noch einmal vorkommen.“ Die Freiburger Fehleranalysen sollte man sich aber nicht über die Maßen grobkörnig vorstellen. Dazu ist der Umgang zwischen den sportlich Verantwortlichen und den Profis auf dem Platz so erwachsen, dass aus gemeinsamer Erkenntnis befreiende Taten werden können. „Wir sind schonungslos offen zueinander, bleiben aber immer zusammen“, beschreibt Saier, seit 2003 in Diensten des Sport-Clubs, das spezifische Fußballklima an diesem südbadischen Standort, an dem sich die öffentliche Aufgeregtheit um den traditionell mit Augenmaß geführten Verein in Grenzen hält.

          Gleichwohl ist an den ersten acht Spieltagen dieser Spielzeit beim Tabellenachten der zurückliegenden Saison einiges aus dem Gleichgewicht geraten. Die Mannschaft mit den viertwenigsten Treffern (neun) und den drittmeisten Gegentoren (neunzehn) hält dem Vergleich mit jenen Freiburgern nicht stand, die 2018/19 „eine Welle geritten“ hätten, wie Saier sagt, und deshalb stets weit entfernt von den vertrauten Abstiegsgefilden sehenswerten Kollektivfußball spielten. Jetzt sind sie wieder mal da, wo der Sport-Club nach besonders erfolgreichen Jahren oft genug gelandet ist: im Hinterland der Bundesliga.

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