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Freiburg-Trainer Streich : „Ich lasse mich nicht blenden“

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Christian Streich konstatiert nach dem gelungenen Auftakt in die Saison der Bundesliga: „Im Moment läuft es in unsere Richtung“. Bild: EPA

Auch der VfL Wolfsburg vermag es nicht den sportlichen Höhenflug des SC Freiburg zu stoppen. Die Verantwortlichen im Breisgau agieren weiter bescheiden und mahnen vor einer zu großen Euphorie.

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          Von der Rolle als Verfolger des FC Bayern München oder Anwärter für den Europapokal will Christian Streich wirklich gar nichts wissen. Und deshalb lässt sich der Trainer des SC Freiburg auch nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte nicht zu großspurigen Ansagen hinreißen. Als einziger Klub in der Bundesliga nach neun Spieltagen ungeschlagen zu sein, ist zwar schön und gut – doch an der Breisgauer Bescheidenheit ändert auch dieser Höhenflug nichts.

          Bundesliga

          Und so gab Streich auch nach dem 2:0 (1:0) beim VfL Wolfsburg, der in dieser Saison auch in der Champions League antritt, umgehend den Mahner. „Wir müssen uns immer wieder verbessern, demütig bleiben und arbeiten“, sagte der 56-Jährige und warnte: „Ich lasse mich nicht blenden. Es ist jetzt wunderbar, sowas hatten wir noch nie nach neun Spieltagen. Aber wir wissen, warum es im Moment stabil ist. Und wenn wir ein bisschen davon verlieren, gewinnst du kein Bundesligaspiel mehr."

          In seiner derzeitigen Verfassung ist der Sportclub davon aber meilenweit entfernt – und nistet sich mit 19 Punkten in der Spitzengruppe ein. Tabellenführer Bayern München ist lediglich drei Zähler entfernt, Pokalsieger Borussia Dortmund sogar nur zwei. Doch während die Fans längst von der ersten Europacup-Teilnahme seit 2013/14 träumen, will Streich die Euphorie nicht zu groß werden lassen.

          „Wir haben immer noch nicht verloren“

          „Im Moment läuft es in unsere Richtung“, sagte der Vater des Erfolgs: „Ich weiß aber auch, wie schnell es anders laufen kann. Wir wissen schon, woher wir kommen und wer wir sind." Auch Sportvorstand Jochen Saier vom SC Freiburg pflichtete ihm bei. „Wir sind nach innen totale Realisten“, sagte er am Sonntag bei Bild-Live, betonte allerdings: „Wir wollen aber auch nichts bremsen – warum auch, wenn sich die Mannschaft Woche für Woche so präsentiert?"

          Gegen Wolfsburg glänzten die Freiburger zwar nicht, überzeugte aber mit einer gewohnt stabilen Defensive und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor bei den Treffern durch Philipp Lienhart (27., nach Videobeweis) und Lucas Höler (68.). „Wir haben immer noch nicht verloren, das ist natürlich extrem geil und freut uns alle extrem“, sagte der seit Wochen stark aufspielende Höler bei Sky.

          Für Innenverteidiger Lienhart ist das Erfolgsgeheimnis der Badener klar. „Wir arbeiten jeden Tag sehr hart“, erklärte der Österreicher: „Wir spielen lange zusammen, verteidigen als Mannschaft." Anders als in den vorangegangenen Jahren musste Freiburg im Sommer keinen personellen Aderlass verkraften. Dazu kommt Kulttrainer Streich, der im Januar zehn Jahre im Amt sein wird, als Konstante an der Seitenlinie.

          Träumereien gibt man sich beim Sportclub, der schon wieder am Dienstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und bei Sky) im DFB-Pokal beim Drittligaklub VfL Osnabrück gefordert ist, trotz aller Freude über den derzeitigen Lauf nicht hin. „An den Zielsetzungen ändert sich nichts“, sagte Saier: „Wir wollen erstmal das Ziel Klassenerhalt schaffen. Und wenn wir das geschafft haben, geht der Blick weiter." Natürlich stets mit aller Breisgauer Bescheidenheit.

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