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Offensive der Eintracht : Kommt die Leistungsexplosion bei Lammers noch?

Eintracht-Stürmer Sam Lammers erzielte zwei Tore in 16 Spielen. Bild: picture alliance / HMB Media/Claus

Auf Sam Lammers, Rafael Borré und Jesper Lindström ruhen die offensiven Hoffnungen der Eintracht. Besonders einer muss noch beweisen, dass er es viel besser kann – bevor die Zeit in Frankfurt abläuft.

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          Viel Zeit bleibt Sam Lammers nicht mehr, seinen Leistungsnachweis in Frankfurt zu erbringen. Auf dem Fußballplatz die Kurve zu be­kommen. Der Vertrag des Leihspielers von Atalanta Bergamo endet in wenigen Mo­naten am 1. Juli. Eine Kaufoption für den 24 Jahre alten Mittelstürmer hatte die Eintracht mit den Italienern Ende August des vergangenen Jahres nicht vereinbart.

          Bundesliga
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Nach jetzigem Stand würden die Frankfurter, die an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z. Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) in Augsburg antreten, diese auch nicht in An­spruch nehmen. Denn der Last-Minute-Transfer Lammers scheint trotz hoher Er­wartungen auf beiden Seiten zum großen Missverständnis für alle Parteien zu werden. Nur zwei Treffer stehen für den 1,91 Meter langen Schlaks aus den Niederlanden in seinen 14 Pflichtspielen (neun in der Bundesliga, fünf in der Europa League) zu Buche.

          Sein bisher letztes Tor gelang ihm am 19. September beim 1:1 gegen Wolfsburg. Seitdem vergingen 18 Pflichtspiele ohne einen Treffer des Torjägers im Abseits. Vom elften Spieltag an Anfang No­vember pendelte Lammers bis zum Hinrundenende überwiegend zwischen der Bank und der Tribüne. In der erfolgreichsten Phase der Eintracht mit sechs Siegen aus sieben Spielen stand er lediglich einmal auf dem Platz – für drei Minuten beim 5:2 über Leverkusen.

          Zaghaft und teilnahmslos

          Im neuen Jahr wollte der hinter den Ansprüchen zurückgebliebene Offensivspieler einen neuen Angriff starten. Sein Trainer Oliver Glasner machte ihm Hoffnung und sagte, dass Lammers bestimmt noch wichtige Tore erzielen werde. Doch zum Auftakt in die Rückrunde im Heimspiel gegen Dortmund (2:3) bekamen die 250 Zuschauer den alten, labilen Lammers zu sehen. Nach 66 Minuten beim Stand von 2:0 eingewechselt, lief das Spiel weitgehend an ihm vorbei. Lammers hatte nur sieben, acht Ballkontakte bis zum Abpfiff.

          Der Stürmer wirkte zaghaft und manchmal sogar teilnahmslos. Vor dem 2:2 verlor er ein Kopfballduell und setzte zu allem Überfluss nicht entschlossen genug nach. Ohne Bindung zum Spiel bewegte sich Lammers wie ein Fremdkörper auf dem Platz. Er behauptete und verarbeitete kaum Bälle.

          Als der gebürtige Tilburger ei­nem Pass von Filip Kostic nicht entgegenlief und der Ball verloren ging, är­gerte sich Kostic sichtbar über seinen handlungs­lahmen Teamkollegen. Zum Frankfurter Auftreten, das auf Pressing und schnelle Kombinationen ausgerichtet ist, scheint Lammers nicht zu passen. Für dieses Spiel fehlen ihm die nötigen physischen Voraussetzungen sowie das nötige Stellungsspiel, deshalb sind ihm oft eine gewisse Überforderung und Unsicherheit anzusehen.

          25 Spiele, 7 Tore,  5 Vorlagen: Rafael Borré
          25 Spiele, 7 Tore, 5 Vorlagen: Rafael Borré : Bild: Heiko Rhode

          „Geradeaus und provokant gefragt: Hat Sam Lammers den Sieg gekostet?“ – mit diesen Worten wandte sich ein Reporter nach dem Misserfolg gegen Dortmund an Glasner. Der Trainer antwortete ihm ge­nauso direkt: „Ganz provokant geantwortet: nein.“ Natürlich hatte Glasner recht. Es wäre ein Unding, die Niederlage hauptsächlich an Lammers festzumachen. Vielmehr gab es noch andere Gründe, warum die Eintracht ihren vermeintlich komfortablen Vorsprung aus der Hand gegeben hat: zum Beispiel ihre plötzlich an den Tag gelegte Passivität. Statt weiter nach vorn zu spielen, legte das Team auf dem Platz lieber den Rückwärtsgang ein.

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