https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/bundesliga-relegation-hamburger-sv-gegen-felix-magath-18034102.html
Bildbeschreibung einblenden

HSV in Bundesliga-Relegation : Ausgerechnet gegen Felix Magath

Enge Verbindung zum Hamburger Fußball: Felix Magath, hier 2010 als damaliger Trainer des FC Schalke 04 im HSV-Stadion Bild: picture-alliance / Sven Simon

Die Geschichte von Felix Magath ist eng mit der des Hamburger SV verwoben. Als Trainer der abstiegsbedrohten Hertha aus Berlin hat er dieser Tage aber nur ein Ziel: Den Aufstieg des HSV unbedingt zu verhindern.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Felix Magath gegen seine alte Liebe Hamburger SV – das Aufeinandertreffen ist nicht neu. Doch so bedeutsam wie diesmal war es noch nie, wenn die einstige HSV-Ikone und der heutige Trainer von Hertha BSC in der Bundesliga-Relegation gegen den Verein spielt, der ihn und den er mitgeprägt hat. „Wenn es der HSV wird, dann wird es für mich ein schwieriges Spiel“, sagte der 68-Jährige nach dem 1:2 der Berliner zum Erstliga-Abschluss bei Borussia Dortmund.

          Bundesliga

          Einen Tag später wurde seine schon vor Wochen in Berlin mehrfach vorgetragene Ahnung zur Tatsache: Mit dem 3:2 bei Hansa Rostock verteidigte der Hamburger SV seinen dritten Rang in der 2. Bundesliga erfolgreich und darf gegen den Bundesliga-16. Hertha BSC um den letzten Startplatz spielen. Dass bei den Berlinern an der Seitenlinie nun in Magath der Vertreter der glorreichen Zeiten des HSV von Mitte der 70er- bis zur Mitte der 80er-Jahre steht, ist nicht nur für Fußball-Nostalgiker Ironie der Geschichte. Auch Magath kann sich der Besonderheit der Konstellation nicht entziehen.

          Magath ist nicht gerade bekannt, tiefe Gefühle nach außen zu tragen. Auch in Berlin war er in den vergangenen zwei Monaten nüchterner Analytiker der sportlich schwierigen Lage. Als alle in der Hauptstadt endlich an die direkte Rettung glaubten, sprach Magath ständig von der unausweichlichen Relegation. Bei seinem HSV ist das mit den Emotionen etwas anderes. Für ihn persönlich sind die Spiele am Donnerstag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky und Sat.1) in Berlin und am Montag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky und Sat.1) in Hamburg zwei Mal das Duell Herz gegen Hirn - wobei er sich diesmal dem Hirn verpflichtet sehen muss.

          Magath: „Geht einzig um Hertha BSC“

          „Der HSV, das steht doch vollkommen außer Frage, ist der größte Abschnitt meines Fußballer-Lebens“, sagte er dem „Kicker“. Aber das spiele für diese beiden Begegnungen überhaupt keine Rolle. „Es geht nach wie vor nicht um mich oder meine Vergangenheit mit dem HSV. Es geht einzig und allein um Hertha BSC – um den Klassenerhalt.“

          Dass Magath den HSV liebend gern wieder in der Bundesliga sehen würde, hat er stets betont. Dass der Europameister von 1980 die Rückkehr nach vier Jahren Zweitklassigkeit verhindern kann, wird ihn möglicherweise schmerzen. Zu sehr ist der Verein Teil seines Lebens.

          „Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass der HSV sein Verein ist“, sagte sein einstiger Mannschafts-Kollege Bernd Wehmeyer der Deutschen Presse-Agentur. „Felix ist aber Profi durch und durch. Der wird alles daransetzen, den HSV in der 2. Liga zu lassen und Hertha in der Bundesliga“, fügte der 69 Jahre alte heutige Vizepräsident des HSV e.V. hinzu.

          Magath war in Hamburg Spieler, Manager und Trainer. Als Mittelfeldstratege führte er seine Mannschaft zum Europapokal der Landesmeister 1983 und erlangte mit dem Siegtreffer beim 1:0 im Finale gegen Juventus Turin Heldenstatus. Zudem gewann er den Europapokal der Pokalsieger 1977 und holte drei deutsche Meister-Titel (1979, 1982, 1983). An den ersten nationalen Titel erinnerte er neulich mit ausführlichen Schilderungen in einer Hertha-Pressekonferenz.

          Gleich im Anschluss seiner Karriere wurde Magath von 1986 bis 1988 Manager und bejubelte mit dem Team 1987 den DFB-Pokalsieg – im Berliner Olympiastadion. Von Herbst 1995 bis zum Mai 1997 war er dann auch noch Trainer der Hamburger, rettete den Verein zunächst vor dem Abstieg und führte ihn bis ins Achtelfinale des UEFA-Pokals. Die Titel als Trainer holte er aber bei anderen Klubs – beim FC Bayern und beim VfL Wolfsburg.

          Und dennoch wird sein Name immer mit dem HSV verbunden. Kaum ein Interview mit ihm, dass ohne eine Frage nach seinem Herzensverein auskommt. Und dann sagt der meinungsstarke Magath oft genug Dinge, die den gerade herrschenden Klub-Oberen nicht immer gefallen. Trotz Magaths Vereins-DNA will der aktuelle HSV-Trainer Tim Walter die Relegation nicht auf das Duell Magath gegen den Verein reduzieren. Im NDR-Fernsehen sagte er: „Wir spielen nicht gegen Felix, sondern wir spielen gegen Hertha.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Meteoritenschauer : „Ich hab’ es Feuer regnen sehen“

          Was John Denver 1973 in seinem Lied „Rocky Mountain High“ besungen hat, ist der Höhepunkt des Meteoritenschauers der Perseiden. Jedes Jahr im August kann man nachts bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sehen.
          Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am 31. Mai 2022

          Betroffene im Erzbistum Köln : Von Woelki überrumpelt

          Das Erzbistum Köln bestreitet, dass Kardinal Woelki den Betroffenenbeirat für seine Zwecke instrumentalisiert hat. Recherchen der F.A.Z. stützen diese Darstellung jedoch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.