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Bundesliga-Relegation : Düsseldorf versinkt im Chaos

  • -Aktualisiert am

Feuer in der Berliner Ecke: Wieder rasten Zuschauer aus Bild: dpa

Im Stadion herrschen Tumulte, Fans stürmen kurz vor dem Abpfiff den Platz, die zweite Partie in der Relegation steht vor dem Abbruch: Fortuna Düsseldorf ist nach dem 2:2 gegen die Hertha in der ersten Liga, Berlin steigt ab - und erwägt einen Protest.

          Es war eine Partie, wie es sie noch nicht gegeben hat. Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC Berlin, zweites Spiel der Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga, es steht 2:2, damit war Düsseldorf durch - bis Tausende eine gute Minute vor Ablauf der Nachspielzeit den Platz stürmen, wohl annehmend, die Partie sei zu Ende - und der Abend im Chaos versinkt.

          Die Partie ist unterbrochen, keiner weiß, wie es weitergehen soll, beide Mannschaften verschwinden in der Kabine, alle beratschlagen und Schiedsrichter Stark pfeift doch wieder an. Es bleibt beim 2:2, die Fortuna ist durch, Berlin steigt ab - an einem Abend, der schockierte.

          Dreizehn Minuten vor dem regulären Schluss verließ Maximilian Beister unter tosendem Beifall den Rasen. Der Stürmer war schon aufgestiegen - er wechselt nach der Saison zum Hamburger SV. Bei seiner Abschiedsvorstellung im Trikot von Fortuna Düsseldorf ebnete Beister auch seinem aktuellen Arbeitgeber den Weg in die erste Bundesliga. Beister setzte mit seinem Tor schon in der ersten Minute einen Treffer, dem Einwechselspieler Ranisav Jovanovic einen weiteren hinzufügte (59.). Änis Ben-Hatira (22.) und Raffael (85.) erzielten zwar jeweils den Ausgleich, konnten den Abstieg der Berliner aber nicht mehr verhindern, zumal in Unterzahl, nachdem Ben-Hatira in der 55. Minute einen Platzverweis erhielt. So verlässt Hertha-Trainer Otto Rehhagel die Bundesliga im Alter von 73 Jahren als Absteiger.

          Das Führungstor nach 24 Sekunden

          Es war nicht einmal eine Minute gespielt, da war die Bundesliga-Uhr der Berliner schon so gut wie abgelaufen. Der Düsseldorfer Eröffnungszug der Partie setzte die Berliner schon so gut wie matt. Beister brachte Düsseldorf in Führung und der ersten Liga nahe. Ein Torschrei, so laut wie wohl noch nie in dieser Arena, zeugte von der großen Sehnsucht der Fortuna-Fans, die seit fünfzehn Jahren auf die Rückkehr ihres Lieblingsvereins in die Beletage warten.

          Diese Sehnsucht schlug nun immer mehr in ein Hochgefühl um, auf dem Rasen wie auf den Rängen, wo auch „Campino“, der Sänger der Toten Hosen mitfieberte, ein leidenschaftlicher Fortuna-Fan. Für Hertha indes verfinsterte sich die ohnehin schon düstere Lage noch weiter. Der Bundesliga-Sechzehnte brauchte nun mindestens drei Tore, um den Abstieg noch zu verhindern. Die Berliner zeigten bei einem Schuss von Nikita Rukavytsya zwar ein Lebenszeichen und machten sich auf den Weg nach vorn, aber ein Schuss von Ramos aus dem Gewühl brachte sie nicht weiter.

          Viel zu früh stürmen die Fans auf den Platz Bilderstrecke

          Trainer Rehhagel und Manager Preetz strahlten auf der Bank auch keine große Zuversicht mehr aus. Dennoch gab es Mitte der ersten Hälfte einen Hoffnungsschimmer für die Herthaner, die sich nicht aufgaben. Ben-Hatira kam nach einer weiten Flanke zum Kopfball und nutzte die Freiheit, die ihm die gegnerische Abwehr gewährte, zum Ausgleich.

          Aber auch Fortuna, inzwischen nicht mehr so ungestüm wie in den Anfangsminuten, erzeugte gelegentlich Gefahr, so etwa bei einem Freistoß von Ken Ilsö und einem Schuss von Thomas Bröker. Die größte Chance seit dem Führungstreffer aber bot sich wieder Beister; diesmal scheiterte er jedoch am hervorragend reagierenden Hertha-Torhüter Thomas Kraft; auch der Nachschuss von Ilsö verfehlte das Ziel. Aber auch der Düsseldorfer Torwart Michael Ratajczak zeigte eine starke Parade, als Ronny ihn kurz vor der Pause prüfte.

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