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Bundesliga-Regelecke : Fernduelle um die Plätze 2, 4, 15 und 16

Erklärt den Fußball: die FAZ.NET-Regelecke Bild: Bernd Helfert

Die Meisterschaft ist entschieden, doch die Champions-League-Teilnahme ist nicht geklärt. Auch Platz vier bietet Vorteile. Und im Fernduell gegen den Abstieg sind noch drei Mannschaften verwickelt. Wer muss wie spielen, damit was passiert?

          3 Min.

          Die Frage aller Fragen wurde vor dem abschließenden Bundesligaspieltag längst entschieden: Deutscher Meister ist Borussia Dortmund - und das mit großem Vorsprung und völlig zurecht.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Dennoch bietet die 34. Runde am Samstag (ab 15.30 Uhr im FAZ.NET-Länderspiel-Liveticker) noch einige Spannungspunkte: Wer zieht direkt in die Champions-League ein. Wer steigt ab? Wer sichert sich die Relegations-Chance? Und wer wird Vierter? Warum der sonst als undankbar bezeichnete Platz wichtig ist? Die FAZ.NET-Regelecke klärt auf.

          Der direkte Weg in die Champions League - wer gewinnt, verliert

          Bayern MÜNCHEN - VfB Stuttgart
          SC Freiburg - Bayer LEVERKUSEN

          Leverkusens Trainer Heynckes (l.) und Freiburgs Trainer Dutt: Wer gewinnt, verliert
          Leverkusens Trainer Heynckes (l.) und Freiburgs Trainer Dutt: Wer gewinnt, verliert : Bild: dapd

          Vizemeister“ ist kein offizieller Titel und wird normalerweise eher als Schmähkritik verwendet - vor allem für einen Verein, der als „ewiger Zweiter“ in die Bundesligageschichte eingegangen ist. Dennoch wäre das Sichern von Rang zwei für „Vizekusen“ ein großer Erfolg. Erstens war der Vize von 1997,1999, 2000 und 2002 schon lange nicht mehr so weit oben, und zweitens ist der Zweite direkt für die lukrative Champions League qualifiziert. Dagegen muss der Liga-Dritte zwei Playoff-Spiele am 16./17. und 23./24. August erfolgreich gestalten, um in die europäische Eliteliga zu gelangen.

          Die Ausgangsposition scheint klar: Leverkusen (65 Punkte, +19 Tore) muss beim SC Freiburg einen Punkt holen, um sicher Zweiter zu sein. Bayern München (62, +40) muss gegen den VfB Stuttgart gewinnen und auf eine gleichzeitige Leverkusener Niederlage hoffen, um sich zum ersten Mal in der laufenden Saison auf Platz zwei zu schieben.

          Knifflig wird die Lage durch eine bereits feststehende Trainerrochade. Leverkusens Trainer Jupp Heynckes übernimmt 2011/12 die Bayern, sein Nachfolger in Leverkusen wird ausgerechnet Freiburg Robin Dutt. Schlägt Dutt also am Samstag Heynckes, schlägt er sich letztlich selbst und verhilft dem Unterlegenen in die Champions League.

          Drei Teams im f ernen K ampf - die Angst vor dem Abstieg

          Hamburger SV - Borussia MÖNCHENGLADBACH
          1899 Hoffenheim - VfL WOLFSBURG

          Borussia Dortmund - Eintracht FRANKFURT

          Die Frankfurter Eintracht muss mit der Bilanz von sechs Toren und acht Punkten aus 16 Rückrundenspielen ausgerechnet bei Borussia Dortmund zum Finale antreten, um dort als Staffage bei der Meisterfeier zu dienen. Bei 34 Punkten (-16 Toren) hat der Liga-Vorletzte aber immer noch Chancen auf den Klassenerhalt. Mit einem Remis würde Frankfurt Relegationsrang 16 erreichen, sofern Borussia Mönchengladbach (35 Punkte, -17 Tore) beim Hamburger SV verliert. Sogar gerettet wäre die Eintracht bei einem eigenen Coup in Dortmund, wenn Gladbach und Wolfsburg (35, -7) gleichzeitig nicht gewinnen.

          Der Trend ist derzeit der Freund der Gladbacher. Die Borussen gewannen drei Spiele nacheinander und schoben sich noch auf den Relegationsplatz. Den halten die Rheinländer selbst bei einer Niederlage, sofern die Eintracht nicht in Dortmund punktet. Ein Remis würde sogar die Gladbacher Rettung bedeuten, wenn zugleich Wolfsburg verliert und Frankfurt nicht gewinnt. Bei einem eigenen Sieg würde Gladbach Wolfsburg noch überholen, sofern die Magath-Mannschaft nur Unentschieden spielt.

          Die besten Aussichten auf den Verbleib in der Bundesliga hat aber dennoch Wolfsburg, das bei einem eigenen Sieg in Hoffenheim sicher drin bleibt. Ein Remis würde dem Meister von 2009 ebenfalls reichen, sofern Gladbach und Frankfurt nicht gewinnen. Verlieren alle drei, bleibt Wolfsburg drin, Gladbach spielt Relegation und Frankfurt steigt ab.

          Der FC St. Pauli (29 Punkte, -32 Tore) steht nach einer Negativ-Serie von zehn Niederlagen und einem Remis aus elf Spielen bereits als Absteiger fest.

          Der dankbare vierte Platz - Spiele um eine längere Sommerpause

          MAINZ 05 - FC St. Pauli
          HANNOVER 96 - 1. FC Nürnberg

          Die beiden Siegerteams der Saison haben bereits die Teilnahme an der Europa-League sicher: Die beiden Überraschungsmannschaften Hannover 96 (57 Punkte, +2 Tore) und Mainz 05 (55, +12) liefern sich zum Abschluss aber noch ein Fernduell um Platz vier. Der Vierte muss in der Europa League nämlich nur eine Qualifikationsrunde für die Gruppenphase spielen, der Fünfte dagegen zwei. Er müsste zudem seine Saisonvorbereitung früher beginnen, da das erste Ausscheidungsspiel schon am 28. Juli stattfindet.

          Hannovers Spieler könnten sich somit durch einem Sieg zu Hause gegen Nürnberg einen längeren Urlaub verdienen. Einen Mainzer Sieg im finalen Spiel am alten Bruchweg gegen Absteiger St. Pauli vorausgesetzt, würde Hannover bei einem eigenen Remis dagegen auf Rang 5 zurückfallen. Gewinnt Mainz nicht, bleibt Hannover auf jeden Fall Vierter.

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