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Bundesliga-Rechte : Für die Vereine rollt der Rubel künftig im Internet

Leerer Rasen: Sky macht mit der Bundesliga Verlust - jetzt droht mächtige Konkurrenz aus dem Internet Bild: ddp

Die deutschen Profi-Fußballklubs fürchten den Kollaps des TV-Senders Sky. Plötzlich wird das Internet attraktiv. Telekom und Google laufen sich schon warm, Testballons mit kleinen Rechtepaketen steigen erfolgreich.

          Die Bundesliga floriert. Knapp 460.000 Dauerkarten haben Deutschlands beste Fußballklubs bisher schon an die Fans verkauft und damit die Bestmarke des vergangenen Jahres übertroffen. Auf 137 Millionen Euro steigerten die 18 Vereine nochmals die Einnahmen beim Trikotsponsoring. Und wie der Rekordmeister FC Bayern ankündigte, geht er mit einem Umsatzrekord in die bevorstehende Saison, nachdem zuletzt die 300-Millionen-Schallmauer durchbrochen worden ist.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Gegensatz dazu sorgt ein anderer wichtiger Teilnehmer an diesem Multimillionen-Spiel für negative Schlagzeilen. Der Bezahlsender Sky als Live-überträger der Spiele steckt weiter tief in den roten Zahlen. Manch ein Klub äußerte die Befürchtung, der Vertragspartner könnte wie einst das Kirch-Imperium kollabieren und den Fußball unvorbereitet in Nöte bringen. Zur Verbesserung der Finanzsituation schießt nun der Hauptaktionär, Rupert Murdochs News Corp., 340 Millionen Euro zu, was die Pessimisten in der Fußballbranche erst mal beruhigt.

          Die Probleme beim Bezahlsender und deren kurzfristige Lösungsansätze sind das eine. Auf der anderen Seite dreht sich die mediale Welt rasant weiter. Da ergeben sich neue Möglichkeiten. Und die haben es in sich. Das bestätigt Hartmut Zastrow, Vorstand beim Marktforschungsinstitut Sport und Markt aus Köln. „Die mediale Verwertung von Sportrechten steht vor dramatischen Veränderungen - zum Vorteil von Top-Rechte-Haltern wie der Bundesliga, die sich bei den neuen Optionen die Hände reiben können.“

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          Vor allem geht es um die wachsende Bedeutung des Internetfernsehens. Dahinter stehen riesige, global agierende Unternehmen, die für ihre neuen, vielfältigen Plattformen attraktive Programminhalte akquirieren müssen. So kommen nun mächtige Netzgiganten wie Google, Yahoo oder die Deutsche Telekom ins Spiel. Ihr Einstieg würde einiges verändern. „Wenn solche Riesenkonzerne sich dazu entschließen, so interessante Sportrechte wie den Fußball für einen strategischen Angriff zu kaufen, wird ein klassischer Bezahlsender Schwierigkeiten haben, mitzuhalten“, sagt Zastrow. Dann würden strategische Preise gezahlt - und die seien über normalem Marktniveau. Das mache strategische Investoren, für die eine direkte Refinanzierung der erworbenen Rechte zweitrangig ist, aus Sicht eines Pay-TV-Senders wie Sky auch so gefährlich.

          Das deutsche Problem: Bezahlfernsehen macht Verluste

          Zudem gibt es ein spezifisch deutsches Problem: Kein einziger Bezahlsender brachte es bisher in die Gewinnzone. In bald zwanzig Jahren wurden hier bei verschiedenen Anläufen sechs Milliarden Euro verbrannt. Es fehlt der durchschlagende Erfolg beim Kunden, auf den Fußball bezogen beeinträchtigt zudem die starke, vom Kartellamt hervorgehobene Position des frei empfangbaren Fernsehens das Geschäftsmodell.

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