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1:1 in Leipzig : Dortmund verliert Platz zwei an Schalke

Leipzig und Dortmund lieferten sich ein enges Duell. Bild: Reuters

Leipzig und der BVB zeigen ein sehenswertes und leidenschaftliches Topspiel. Dortmund erzielt zwei Tore, die nicht zählen. Letztlich sorgt der Torschütze vom Dienst doch noch für einen Punkt.

          RB Leipzig ist in einem mitunter erstklassigen Spitzenspiel nicht die Rückkehr in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga gelungen. Der Tabellensechste kam im Heimspiel gegen Borussia Dortmund nur zu einem 1:1 nach Toren von Augustin (29. Minute) und Reus (38.). Leipzig konnte damit, wie so oft in dieser Saison, eine Führung nicht zum Sieg nutzen. Nach zuletzt drei Niederlagen, zwei in der Bundesliga und einer in der Europa League, fehlten der Mannschaft von Trainer Hasenhüttl bei allem Engagement auch etwas von früherer Leichtigkeit und Überzeugungskraft. Dortmund büßte zwar den zweiten Rang ein, präsentierte sich aber als frischere und robuste Spitzenmannschaft. Mit dem Unentschieden konnte vor allem der BVB zufrieden sein, aber Leipzig wahrte seine Chance. „Sehr zufrieden“ sei er mit dem Auftritt seiner Spieler, sagte Dortmunds Trainer Stöger. „Heute waren wir von Beginn an da.“

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte seines scheinbar unaufhaltsamen Aufstiegs, hatte RB in der Bundesliga tatsächlich erkennbar unter Druck gestanden. Zumal am 25. Spieltag die Spitzengruppe kurz zuvor mit Schalke, Frankfurt und Leverkusen ausnahmsweise komplett gesiegt hatte, und so drohte Leipzig bei einer Niederlage den Anschluss auf einen Champions-League-Platz vorerst zu verlieren. Der Borussia stand allerdings ähnliches Ungemach bei einer Niederlage bevor.

          Aus der Situation, auf keinen Fall verlieren zu dürfen, machten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit das Allerbeste. Es entwickelte sich ein leidenschaftliches, abwechslungs- und temporeiches Duell, bei dem die Dortmunder den stärkeren Start hatten. Nach knapp einer halben Stunde lag der Ball schon zweimal im Leipziger Tor, doch Schiedsrichter Brych hatte zuvor jeweils eine Abseitsstellung erkannt.

          Zunächst war es der starke Reus der einen Konter über das halbe Spielfeld vorantrieb, aber sein Pass auf Schürrle, der im Strafraum Batshuayi perfekt bediente, kam ein bisschen zu spät. Schürrle stand im Abseits, der Treffer Batshuayis zählte nicht (16.). Zehn Minuten später jubelte Reus als Torschütze zu früh, diesmal hatte er beim Zuspiel von Batshuayi im Abseits gestanden. Dortmund spielte bis dahin zielstrebiger und gefährlicher, aber nach knapp einer halben Stunde brachte auch RB Leipzig seine Klasse immer besser zur Geltung: das schnelle Umschalten nach Ballgewinn im heftig umkämpften Mittelfeld.

          Treffer der österreichischen Trainer: Hasenhüttl (Leipzig, links) und Stöger (Dortmund). Bilderstrecke

          In der 29. Minute demonstrierte Leipzig seine Meisterschaft in dieser Spiel- und Konterform. Schürrle war bei der Ballannahme nach einem Einwurf nicht konzentriert genug und verlor so den Ball an Keita, der die Chance erkannte, die sich nach seinem entschlossenen Zweikampf offenbarte: Ein Pass in die Tiefe auf Augustin hebelte die Dortmunder Defensive aus – und der Franzose erzielte überlegt sein sechstes Saisontor zum Leipziger 1:0. Führungen sind in dieser Saison allerdings so eine Sache bei RB. In sieben von 24 Partien verspielte die Mannschaft von Trainer Hasenhüttl eine Führung. Und auch diesmal musste Leipzig nicht lange auf den Rückschlag warten. In der 38. Minute war es Marco Reus, der diesmal durch die Leipziger Abseitsfalle flutschte und nach einem schönen Pass von Dahoud auf gleicher Höhe davon und an Torwart Gulacsi vorbeizog und den Ball locker zum verdienten 1:1-Ausgleich über die Linie schob.

          Das Tempo und die Präzision ließen in der zweiten Halbzeit nach. Dortmund wirkte in seiner Spielanlage nach einer Stunde wieder überzeugender und im Mittelfeld dominanter. Zu gefährlichen Torszenen kam es auf beiden Seiten nur noch selten. Batshuayi verpasste nach einem Pass von Dahoud aus kurzer Entfernung die Führung, aber er stand bei seinem Torschuss auch etwas ungünstig zum Ball (63.). Leipzig mobilisierte in der Schlussphase noch einmal seine Kräfte. Aber der Sieg ließ sich gegen starke und selbstbewusste Dortmunder nicht mehr erzwingen, auch wenn Bruma (86.) noch einmal kurz davor war. „Ein Dreier hätte gut getan“, sagte RB-Coach Hasenhüttl. Sein Team habe gut angefangen, ein „schönes Tor“ geschossen, „aber den Vorsprung wieder mal aus der Hand gegeben“. Insgesamt bezeichnete er das Remis als „leistungsgerecht“.

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