https://www.faz.net/-gtm-a1vbi

Fußball-Bundesliga : Ein neuer Prince für Eintracht Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Neu bei der Eintracht, aber nicht in Frankfurt: Ragnar Ache wuchs in der Stadt auf. Bild: Jan Huebner

Ragnar Ache ist der bisher einzige Neuzugang der Eintracht. Der junge Stürmer ist gebürtiger Frankfurter und bei der Rückkehr „ein bisschen nervös“. Die Konkurrenz ist groß. Der erste Test steigt am Samstag.

          3 Min.

          Ragnar Ache hat ein Alleinstellungsmerkmal bei Eintracht Frankfurt. Bisher ist der 22 Jahre alte Stürmer, dessen vollständiger Name Ragnar Prince Ache lautet, der einzige Neuzugang in Reihen des Fußball-Bundesligavereins. Und so war der gebürtige Frankfurter der erste Eintracht-Profi, der nach der vierwöchigen Urlaubszeit am Donnerstag Rede und Antwort stand. Der aus Rotterdam gekommene Ache strahlte auf dem Podium im Pressekonferenzraum der WM-Arena ab und an über das ganze Gesicht, mit dem Wechsel an den Main ging für den „Eintracht-Fan“ von klein auf ein „Traum“ in Erfüllung.

          Die Online-Flatrate: F+
          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln. Bleiben Sie umfassend informiert, für nur 2,95 € pro Woche.

          Jetzt 30 Tage kostenfrei testen

          „Ich komme wieder nach Hause“, sagte er. Seine Schüchternheit konnte der 1,87 Meter große Angreifer nicht verbergen, „ich bin ein bisschen nervös“. Auf die meisten Fragen antwortete Ache mit knappen Worten. Einsilbigkeit ist jedoch kein Wesenszug des Offensivspielers. Seine ehemaligen Kollegen von Sparta Rotterdam berichteten von Tänzchen, die Ache in der Mannschaftskabine aufgeführt hat. Im kleinen Kreis kann Ache aus sich herausgehen und ein Spaßvogel sein.

          Von ihm stellte sein Berater Godwin Falix bei Instagram ein Video ins Netz mit dem Titel: „The Prince ist back“. Diese Wertschätzung gebührt eigentlich Kevin-Prince Boateng, der in der Saison 2017/2018 in Frankfurt spielte und mit der Eintracht den DFB-Pokal gewann. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, dachte sich wohl Aches Berater, der seinem Schützling zutraut, ein „europäischer Starspieler“ zu werden. Davon ist der „kleine“ Prinz, der in Neu-Isenburg aufwuchs, bevor er im Alter von zehn Jahren mit seiner Mutter und seiner Schwester in die Niederlande übersiedelte, noch weit entfernt. Und dessen ist sich Ache auch bewusst.

          Bei seiner Präsentation trat er bescheiden und betont zurückhaltend auf. Große Ankündigungen und Versprechungen machte er nicht. „Ich habe jetzt noch keine Ziele. Ich will mich erst an die Umstände hier gewöhnen.“ Auch über das Niveau in der Mannschaft wollte er noch nicht urteilen. Der Stürmer sprach Deutsch mit holländischem Akzent. Ein bevorzugter Ansprechpartner für ihn ist deshalb sein Sturmpartner Bas Dost aus den Niederlanden. „Bas spielt schlau, von ihm kann ich viel lernen“, sagte Ache über sein Vorbild. Mit dem von Newcastle United nach Frankfurt zurückgekehrten Jetro Willems tauscht sich Ache ebenfalls gut aus.

          Ache ist mit der Empfehlung von fünf Toren und drei Torvorlagen in der niederländischen „Eredivisie“ zur Eintracht gekommen. Sein letzter Treffer glückte ihm im November 2019 beim 2:2 gegen Eindhoven. In diesem Kalenderjahr stand Ache bis zum coronabedingten Saisonabbruch wegen einer Oberschenkelverletzung nur ein Mal im Februar gegen Den Haag auf dem Platz.

          Mit Waldläufen, Sonderschichten und Zusatztraining unter Anleitung seines Beraters und persönlichen Trainers bereitete sich der deutsche U-21-Nationalspieler (ein Spiel, ein Tor) auf den Trainingsstart in Frankfurt in dieser Woche vor. Körperlich soll seine Eingewöhnungszeit an die Bundesliga so kurz wie möglich ausfallen. Einen aktuellen Vergleich zu seinen neuen Kollegen wollte Ache nicht ziehen. Um sich fit zu halten, schätzt er auch das Kickboxen. „Es ist ein Einzelsport. Du kannst nicht aufgeben, wenn du müde bist“, sagte er.

          Alles im Blick zum Start: Eintracht-Trainer Adi Hütter
          Alles im Blick zum Start: Eintracht-Trainer Adi Hütter : Bild: Jan Huebner

          Im Eintracht-Angriff wird sich Ache, den sich die Eintracht knapp zwei Millionen Euro Ablöse kosten ließ, wohl erst einmal hinten anstellen müssen. In der Hierarchie stehen die etablierten Kräfte Andre Silva, Dost und Gonçalo Paciência vor ihm. Von ihnen verfügt jeder über mehr Erfahrung und ein volleres Spielzeitkonto auf höchstem Niveau. Für den bulligen Ache mit dem muskulösen Oberkörper spricht dessen Schnelligkeit und Durchsetzungsstärke. Und seine Sprungkraft, die er am Donnerstag explizit hervorgehoben hat. Sie ist die Basis für seine Kopfballstärke.

          Beim Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League am kommenden Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei DAZN) in Basel wird Ache nicht zum Frankfurter Aufgebot gehören. Cheftrainer Adi Hütter trennte seine Mannschaft am Donnerstag in zwei Trainingsgruppen: in der einen stehen die 18 Spieler für den Kader gegen Basel, in der anderen die vier Eintracht-Rückkehrer Aymen Barkok, Dejan Joveljic, Rodrigo Zalazar und Tuta. Außerdem fehlt Djibril Sow in der Schweiz aufgrund seiner Gelbsperre.

          Am Donnerstag trainierte Ache trotzdem mit dem Basel-Aufgebot, um das Angebot an Stürmern zu erweitern. „Ich werde mich um beide Gruppen kümmern“, kündigte Hütter an. „Sie haben unterschiedliche Trainingszeiten.“ Das Abschneiden in Basel, wo die Eintracht ein 0:3 aus dem Hinspiel im März wettmachen muss, werde dafür entscheidend sein, „wie bei uns die restliche Vorbereitung aussehen wird. Wir konzentrieren uns erst mal ausschließlich auf dieses Spiel, um uns für die Mini-Endrunde zu qualifizieren“, sagte der Trainer.

          Um auch in der neuen Saison international vertreten zu sein, müssten die Frankfurter die Europa League gewinnen. Dann hätten sie sogar den Sprung in die Königsklasse Champions League geschafft. „Das wäre ja nicht ganz schlecht“, sagte Hütter und lachte. „Die Champions League ist natürlich ganz was Großartiges.“ An ihr hätte auch Ache seine Freude, der an diesem Samstag (18.00 Uhr bei DAZN) im Testspiel in der WM-Arena gegen Monaco „natürlich spielen“ will. Der Angreifer wird bestimmt nicht der einzige Neuzugang in Frankfurt bleiben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Die Milliardenvermögen dieser Welt beruhen doch auch auf Enteignung“, sagt Janine Wissler.

          Janine Wissler : Die sozialistische Versuchung

          Janine Wissler soll künftig „Die Linke“ führen. Sogar ihre politischen Gegner loben ihr Talent. Da könnte man fast vergessen, dass sie den Umsturz will.
          Vorher-Nachher-Bilder auf Instagram sollen zeigen, dass es nur aufs richtige Posieren ankommt.

          „Same body, different pose“ : Dieser Trend ist kein Empowerment!

          Frauen posten Fotos von sich in zwei verschiedenen Posen, um zu illustrieren, dass alle Körper „normschön“ sein können, wenn man sie nur richtig fotografiert. Das bewirkt viel, aber sicher kein Empowerment.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.