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Neuer Eintracht-Trainer Kovac : „Jeder spielt jetzt hier um seine Existenz“

„Die Aufgabe ist nicht leicht, aber welche Aufgabe im Leben ist das schon“: Niko Kovac. Bild: dpa

Nach einer mit Hektik durchgeführten Wahl ist überraschend Niko Kovac neuer Trainer bei Eintracht Frankfurt. Zum Start wird die Aufgabe für den unerfahrenen Kroaten gleich noch komplizierter.

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          Das Warten hat ein Ende gefunden. Und die Wahl, die Eintracht Frankfurt traf, ist eine überraschende: Ausgerechnet der als Trainer unerfahrene Niko Kovac soll den Klub vor dem Abstieg aus der Bundesliga bewahren. Der Hessen stellten den 44-Jährigen am Dienstag als neuen Coach vor. Er tritt bei dem Tabellensechzehnten die Nachfolge von Armin Veh an, vom dem sich der Verein am Sonntag nach sieben Spielen ohne Sieg getrennt hatte.

          Als Assistenten bringt Kovac, der als Fußballprofi unter anderem für Hertha BSC, Leverkusen, den Hamburger SV, Bayern München und RB Salzburg aktiv war, seinen Bruder Robert mit. „Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe“, kommentierte Kovac seine Berufung: „Die Aufgabe ist nicht leicht, aber welche Aufgabe im Leben ist das schon.“

          Er attestierte der Eintracht „sehr viel mehr Potential“, als sie zuletzt gezeigt habe, allerdings bescheinigte er dem Team auch Probleme und eine fehlende Kompaktheit: „Es wartet viel Arbeit auf uns“, meinte er. „Es muss das Ziel von Niko Kovac sein, die Kräfte der Mannschaft zu mobilisieren, um den Klassenerhalt zu sichern. Wir sind überzeugt, dass er dies erreichen wird“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen.

          Kovac war zuletzt als Trainer der kroatischen Nationalmannschaft tätig und führte das Team zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. In der Qualifikation für die EM in diesem Jahr in Frankreich wurde Kovac im September 2015 wegen schwacher Resultate aber entlassen. Seitdem war er arbeitslos.

          Der Neuling setzte sich in der mit großer Hektik durchgeführten Wahl der Eintracht gegen Jens Keller (zuletzt Schalke 04) durch, mit dem ebenfalls Sondierungsgespräche geführt worden waren. Kovac begann seine Trainerlaufbahn bei den Red Bull Salzburg Juniors 2009 in der zweiten österreichischen Liga, 2011 wurde er Ko-Trainer bei der ersten Mannschaft der Österreicher – er verfügt also bisher nur über wenig Erfahrung als Chefcoach im Klubfußball.

          Zumindest das Wetter war vielversprechend zum Start in Frankfurt.

          Der gebürtige Berliner erhielt bei den Hessen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Er ist allerdings nur für die erste Liga gültig ist. „Ich bin gekommen, um in der Bundesliga zu bleiben“, begründete Kovac die Modalitäten der Übereinkunft, „ich kann doch niemanden erreichen, wenn ich mir ein Hintertürchen offen lasse.“

          Am Dienstagnachmittag stand er erstmals mit den Spielern, die künftig auf sein Kommando hören sollen, auf dem Übungsplatz. Ihm bleiben dreieinhalb Tage, um die Auswahl kennenzulernen und sie auf die erste gemeinsame Pflichtprüfung einzustimmen.

          Auf geht es zum ersten Training: Niko und Robert Kovac.

          An diesem Samstag muss die Eintracht bei Borussia Mönchengladbach antreten (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET). Keine einfache Aufgabe, die durch die anhaltenden Personalsorgen noch komplizierter wird: Am Dienstag fehlten Alexander Meier (Knieverletzung), Carlos Zambrano sowie Marc Stendera (beide Oberschenkelblessuren), Aleksandar Ignjovski war wegen einer Bronchitis beim Arzt und Mijat Gacinovic meldete sich wegen Fiebers ab.

          Zurück in der Bundesliga: Niko Kovac (links) wird Trainer in Frankfurt, sein Bruder Robert Ko-Trainer.

          Zudem erwischte es Sonny Kittel während des Trainings, er bekam im Zweikampf einen Schlag auf den rechten Fuß und zog sich humpelnd zurück, genauso wie Marco Russ und Lukas Hradecky, der über Schmerzen an der Hüfte klagte. „Das sind alles qualitativ gute Spieler“, aber es müsse im Zweifelsfall auch ohne sie gehen, sagte Kovac: „Jeder spielt jetzt hier um seine Existenz, das muss Kräfte freisetzen.“

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