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1:1 gegen Leverkusen : Mutige Schalker ärgern Bayer 04

  • -Aktualisiert am

Schalkes Breel Embolo und Leverkusens Jonathan Tah kämpfen um den Ball. Bild: EPA

Leverkusen kommt im eigenen Stadion nicht über ein Remis hinaus – erhält sich vor dem letzten Spieltag aber die Chance auf einen Platz in der Champions League. Nun hofft die Werkself auf Schützenhilfe aus München.

          Die neunte Europacup-Teilnahme in den vergangenen zehn Jahren ist gesichert, das ganz große Ziel droht Bayer Leverkusen aber wieder einmal zu verspielen. Die Werkself, die das ganze Wochenende über den 40. Jahrestag des Bundesliga-Aufstiegs 1979 feiert, gab beim 1:1 (1:0) gegen den in der Vorwoche geretteten FC Schalke 04 unnötig zwei Punkte ab. Damit verpasste Bayer am vorletzten Spieltag den mindestens vorübergehenden Sprung auf den begehrten vierten Platz und hat dessen Erreichen nicht mehr in der eigenen Hand.

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          Aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber der punktgleichen Borussia aus Mönchengladbach rutschte Bayer (55 Punkte), das schon im Vorjahr wegen drei fehlenden Treffern den Einzug in die Königsklasse verpasst hatte, auf Rang fünf zurück. Zudem kann Eintracht Frankfurt (54) am Sonntag (18.00 Uhr) schon mit einem Unentschieden im Derby gegen den FSV Mainz 05 vorbeiziehen.

          "Wir sind vom Ergebnis enttäuscht. Ich bin enttäuscht von der zweiten Halbzeit, da haben wir schlecht gespielt“, sagte Bayer-Trainer Peter Bosz. „Wir haben die Europa League erreicht, das war unser erstes Ziel. Wenn wir in Berlin gewinnen, ist für uns sogar noch die Champions League drin.“

          Der abgestürzte Vorjahreszweite Schalke belegt vor der letzten Runde trotz des Achtungserfolgs weiter Rang 15. Mit David Wagner, der gerade als neuer Trainer verkündet wurde, soll es in der kommenden Saison wieder bergauf gehen."Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, was auch mit Leverkusen zu tun hatte. Wir haben es in der zweiten Halbzeit besser gemacht, Körperspannung und Aggressivität in unser Spiel gebracht", sagte Interimstrainer Huub Stevens.

          Havertz trifft

          Der 19 Jahre alte Nationalspieler Kai Havertz hatte Leverkusen mit seinem schon 16. Saisontor (31.) in Führung gebracht. In der zweiten Halbzeit war der Videobeweis in Dauerbetrieb. Durch ihn wurde das 1:1 von Guido Burgstaller bestätigt (47.), durch ihn gab es Foulelfmeter für Schalke, den Lukas Hradecky gegen Daniel Caligiuri hielt (53.), durch ihn wurde ein weiterer schon gepfiffener Foulelfmeter für Schalke zurückgenommen (71.).

          Die Schalker waren von großen Verletzungssorgen geplagt. Die sechs Ersatzspieler neben Amine Harit (49 Einsätze) brachten es zusammen auf ganze 16 Spiele Bundesliga-Erfahrung. Tonangebend waren wie erwartet die vor alten Helden wie Christoph Daum, Jens Nowotny oder Bernd Schneider in Retro-Trikots angetretenen Leverkusener. Ein Offensiv-Feuerwerk wie beim 6:1 gegen Frankfurt gelang den Rheinländern aber nicht. Was auch an der insgesamt konzentrierten Defensiv-Arbeit der Schalker lag. In der elften Minute hatten die Gäste aber gleich doppelt Glück: Erst traf Charles Aranguiz die Latte, den Nachschuss setzte Julian Brandt an den Pfosten.

          Nach einer halben Stunde verhalf dann ein Aussetzer von Weston McKennie den Leverkusenern zur Führung. Der US-Amerikaner köpfte einen Ball beim Klärungsversuch in die Mitte genau auf den Fuß von Havertz, der volley aus sieben Metern vollstreckte. Bereits zum achten Mal in dieser Saison schon erzielte Havertz damit das 1:0 für sein Team. Schalkes „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens raufte sich auf der Bank ungläubig die verblieben Haare. Offensiv trat sein Team bis zur Pause fast gar nicht in Erscheinung. Die einzige Torchance von Nassim Boujellab vereitelte Hradecky gut (37.).

          Nach der Pause kamen die Schalker plötzlich offensiv zurück. Und hatten gleich zweimal Glück mit dem Videobeweis, ehe es sie 20 Minuten vor dem Ende dann verließ. Bayer wirkte geschockt vom Ausgleich und kam kaum noch zu guten Chancen. Vom Offensivspiel der ersten Halbzeit war fast nichts mehr zu sehen. In der 79. Minute hofften die Gastgeber ihrerseits auf einen Foulelfmeter per Videobeweis. Doch Schiedsrichter Deniz Aytekin bekam von Video-Assistent Tobias Reichel signalisiert, dass er sich die Szene gar nicht erst ansehen muss.

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