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Prognose für Meister 2020 : Der Glaube an den FC Bayern schwindet

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Dass die Münchner auch in diesem Mai die Meisterschale halten, ist für viele in der Bundesliga längst keine ausgemachte Sache mehr. Bild: Picture-Alliance

Wer wird deutscher Meister? Jahrelang wurde die Frage in der Bundesliga eindeutig beantwortet. Nun ist plötzlich alles anders. Der Serienmeister aus München ist bei vielen nicht mehr die erste Option auf den Titel.

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          Der Glaube an den FC Bayern München als Serienmeister schwindet, erstmals sind die Emporkömmlinge von RB Leipzig in die Rolle des Top-Anwärters auf das deutsche Fußball-Championat gerückt. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) unter den 18 Vereinen schoben allen voran die Rivalen aus München, Dortmund und Mönchengladbach Halbzeit-Primus RB die Favoritenrolle zu. „Leipzig ist zurecht Tabellenführer mit vier Punkten Vorsprung“, sagte Bayern-Coach Hansi Flick vor dem Start in die zweite Saisonhälfte. Gladbachs Sportchef Max Eberl wurde noch deutlicher: „Favorit ist jetzt RB Leipzig.“ Und Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider legte sich beim Meistertipp kurz und knapp auf ein Team fest: „RB Leipzig.“

          Bundesliga

          Insgesamt sehen fünf Vereinsvertreter die Leipziger als Favoriten an. Fünf nannten auch den FC Bayern, an dessen Titelverteidigung es in vorherigen Umfragen allerdings zur Winterpause oft keinen oder kaum Zweifel gegeben hatte. Paderborns Coach Steffen Baumgart glaubt – wie schon vor dem Saisonstart – an Borussia Mönchengladbach.

          Die Borussia ist mit zwei Punkten Rückstand erster Leipzig-Verfolger, doch Eberl setzt auf die unter Neu-Coach Julian Nagelsmann erstarkte und gefestigte Truppe: „Sie haben sich nicht nur mit den Punkten, sondern auch der Art und Weise in die Position gebracht, die sie jetzt haben.“ Auch sein Dortmunder Amtskollege schätzt die RB-Chancen hoch ein. „Grundsätzlich macht Leipzig einen sehr stabilen Eindruck, stabiler als in den Jahren zuvor“, sagte Michael Zorc, dessen BVB als Vierter schon sieben Zähler zurückliegt. „Sie haben es geschafft, sich für das Achtelfinale der Champions League zu qualifizieren und trotzdem auch in der Liga gute Ergebnisse zu erzielen.“

          Flick sieht den bisher stark wie nie aufspielenden Tabellenführer zumindest in der besseren Ausgangsposition. „Wir müssen natürlich hoffen, dass Leipzig Punkte liegen lässt“, gab der Kovac-Nachfolger zu, der mit den Bayern als Dritter immerhin lediglich vier Zähler hinter den Sachsen liegt. Trotz ihrer mäßigen Hinrunde und aktuell diversen Ausfällen hat Flick den achten Meistertitel in Serie deshalb noch nicht abgeschrieben. „Meine Mannschaft hat den Willen, das Ganze wieder umzubiegen und am Ende der Saison vorne zu stehen. Es wird eine schwierige Aufgabe, aber wir haben die Qualität dazu.“

          Die Leipziger selbst haben den Rekordmeister entsprechend weiter auf der Rechnung und vermeiden forsche Töne. „Bayern ist immer ein heißer Kandidat auf die Meisterschaft, aber auch der BVB ist immer ein Favorit“, glaubt Sportdirektor Markus Krösche. Er träumt gewiss vom ersten RB-Championat, posaunt dies aber nicht in die Öffentlichkeit hinaus. Im Gegenteil: „Dieses Jahr ist bislang alles sehr eng in der Region der Top Fünf, was eine tolle Sache für die Fans und die Liga ist. Ich denke, es bleibt bis zum Ende spannend“, erklärte er.

          RB-Stürmer Yussuf Poulsen wünscht sich sogar ein enges Titelrennen bis zum letzten Spieltag. „Das hoffe ich. Und dass viele nur über Bayern, Dortmund und uns reden, finde ich falsch. Mönchengladbach hat ebenfalls eine sehr gute Ausgangsposition. Auch Schalke wirkt auf mich sehr gefestigt“, sagte der Angreifer des Tabellenführers dem Fachmagazin „Kicker“ (Montag). Als Top-Favoriten sieht Poulsen sein Team trotz der verdienten Herbstmeisterschaft nicht an: „Es ist sehr eng an der Spitze, ein Spieltag kann alles verändern. Zwei Punkte mehr oder weniger ändern an der grundsätzlichen Situation nichts.“ Die Antworten von Vertretern der 18 Klubs im Detail:

          Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig): „Bayern ist immer ein heißer Kandidat auf die Meisterschaft, aber auch der BVB ist immer ein Favorit. Dieses Jahr ist bislang aber alles sehr eng in der Region der Top Fünf, was eine tolle Sache für die Fans und die Liga ist. Ich denke, es bleibt bis zum Ende spannend. Das Ziel ist es für die Rückrunde, da weiter zu machen, wo wir aufgehört haben und natürlich zu versuchen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Und dann werden wir nach dem 34. Spieltag sehen, wofür es reicht.“

          Max Eberl (Sportchef Borussia Mönchengladbach): „Favorit ist jetzt RB Leipzig. Sie haben sich nicht nur mit den Punkten, sondern auch der Art und Weise in die Position gebracht. In der ersten Halbzeit hat es Leipzig sehr, sehr gut gemacht. Teams wie Bayern und Dortmund sind gerade etwas hinten dran. Wir haben uns in diese Phalanx reingemogelt. Diese Ausgangslage, die wir uns geschaffen haben, gilt es zu veredeln. Natürlich träumen wir auch. Wir haben Ambitionen.“

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