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4:0 gegen Hannover : Erster Bremer Sieg dank Kruses Tore-Show

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Er könnte die ganze Fußballwelt umarmen: Max Kruse gelangen drei Tore gegen Hannover. Bild: SUKI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Wer ist hier eigentlich im Abstiegskampf? Bremen führt Hannover am Ende vor und sichert sich den ersten Sieg in dieser Bundesliga-Saison? Vor allem ein Spieler sticht heraus.

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          Das Singen und Hüpfen auf den Zuschauerrängen machte offenbar auch bei strömendem Regen ganz viel Spaß. Fast jeder Schuss ein Treffer: Mit diesem sonderbaren Gefühl hatten weder die Fans noch die Spieler von Werder Bremen in dieser Saison bisher zu tun. Aber im Heimspiel gegen Hannover 96, das 4:0 gewonnen wurde, war endlich dieser ersehnte Moment gekommen.

          Bundesliga

          Für Florian Kohfeldt bleibt der Sieg mit einer schönen Bestätigung verbunden. Die Fragestellung, ob dieser Cheftrainer denn nun eine Lösung erster oder zweiter Güte ist, gerät erst einmal in Vergessenheit. Im ersten Heimspiel unter seiner Regie durfte der Nachfolger des entlassenen Alexander Nouri erleichtert jubeln. Fin Bartels hatte in der 39. Minute die Führung erzielt. In der zweiten Halbzeit folgte die große Show von Max Kruse, der dreimal traf (55., 59. und 68. Minute) Zu bestaunen gab es vor 41.500 Zuschauern unverhofft viele und sehr schöne Tore. „Die Mannschaftsleistung hat heute gestimmt. Alles, was wir uns vorgenommen haben, haben wir heute umgesetzt“, sagte Kruse, der vom Hannoveraner Manager Horst Heldt gelobt wurde: „Er ist einfach ein feiner Fußballer. Er ist schon außergewöhnlich, nicht nur wegen der Tore.“

          Auf dem Weg zum ersten Sieg in dieser Saison hatte Werder verblüfft und begeistert. Auffällig war: Der agile Kruse übernahm viel Verantwortung, holte sich die Bälle zuweilen sogar am eigenen Strafraum ab und war kurze Zeit später trotzdem in der Offensive zu finden. Die Bremer Mannschaft hatte an einem kalten und verregneten Sonntagabend schwungvoll gekontert. Dem Führungstreffer von Bartels war ein Abspielfehler von Hannovers eigentlich sehr ballsicherem Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler vorausgegangen. Die damit ausgesprochene Einladung wurde dankbar angenommen. Dass Bartels seinen Treffer selbst eingeleitet hatte und von Kruse perfekt bedient worden war, setzte Kruses herausragender Leistung ein grün-weißes Krönchen auf.

          Der plötzliche Rollentausch zwischen zwei norddeutschen Mannschaften war eine kleine Überraschung. Bisher war Aufsteiger Hannover selbstbewusst von einem Erfolgserlebnis zum nächsten geeilt, während Werder das Siegen verlernt hatten. In der Partie jedoch traten die Bremer mit erstaunlich breiter Brust auf und ließen ihren Gast ganz klein aussehen. Selbst diverse verletzte Spieler und fünf neue Profis in der Anfangself sind noch keine schlüssige Erklärung dafür, warum Hannover so harmlos auftrat.

          Die Bremer Fans hatten das Motto vorgegeben und wurden nicht enttäuscht. Bilderstrecke

          Kapitän Martin Harnik war zu Beginn der zweiten Halbzeit von seinem Teamkollegen Jonathas perfekt freigespielt worden, vergab die daraus resultierende Großchance aber. Abgesehen von solch seltenen Momenten stand Werder sicher und wartete genüsslich auf die nächste Chance zum Kontern. Und was tat der neue Trainer? Kohfeldt trieb seine Mannschaft an der Außenlinie unermüdlich an, korrigierte und gestikulierte. An seiner Beweisführung dafür, dass Werder mit seiner Beförderung zum Cheftrainer eine gute Wahl getroffen haben könnte, beteiligte sich vor allem Kruse voller Elan und Einsatzbereitschaft.

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