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Nach Patzer gegen Augsburg : Svensson hält an Zentner fest

  • -Aktualisiert am

Patzer gegen Augsburg: Zentners Last Bild: Patrick Scheiber/Jan Huebner

Gegen Augsburg verpassen die Mainzer ihre Chance, die Abstiegsplätze zu verlassen. Für Robin Zentner ist die Niederlage besonders schmerzhaft. Doch Trainer Bo Svensson nimmt seinen Torwart in Schutz.

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          Florian Niederlechners Schmerzen hätten wohl auch die Profis des FSV Mainz 05 gerne gespürt. „Ich bin ein Stürmer, der hingeht, wo es weh tut“, kommentierte der Angreifer des FC Augsburg die Entstehung des einzigen Treffers im Bundesligaspiel beim Tabellenvorletzten. Nur: Wo Niederlechner in der 25. Minute hingegangen war, konnte nichts weh tun.

          Bundesliga

          In dem Bemühen, Robin Zentner anzulaufen, war er überhaupt nicht gezwungen, einen Zweikampf zu führen. Der Angreifer befand sich quasi im leeren Raum, um ernsthaft Druck auf den 05-Torwart aufzubauen, fehlten ihm noch ein paar Schritte – als der ihm den Ball vor die Füße passte. Der Rest war einfach, wie Niederlechner selbst einräumte. Mehr als quer zu spielen auf den frei vor dem leeren Tor stehenden André Hahn brauchte er nicht. Der Kollege traf, die Augsburger gewannen 1:0, und die Mainzer verpassten die Chance, die ihnen die Konkurrenz aus Bielefeld und Berlin mit ihren Niederlagen am Vortag serviert hatte: mit einem eigenen Sieg an der Arminia und der Hertha vorbeizuziehen und erstmals seit dem achten Spieltag die Abstiegsplätze zu verlassen.

          In gewisser Weise war es absehbar, dass ihnen dieser Schritt nicht gelingen würde. Zum einen, weil sie schon in früheren Jahren bei solchen Gelegenheiten nicht zugegriffen hatten. Gerade so, als benötigten sie das Gefühl, mit dem Rücken an der Wand zu stehen – zu der sie dank der zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen auf Abstand gegangen waren. Zum anderen, weil sie sich gegen den FC Augsburg fast schon traditionell schwertun.

          Inklusive eines Pokalduells war dies die sechste Niederlage der 05er gegen die Schwaben hintereinander. Diesmal handelte es sich angesichts des Spielverlaufs um das, was gemeinhin als 0:0-Spiel gilt. Die Mainzer verbuchten in beiden Halbzeiten den größeren Ballbesitzanteil, nach der Pause sogar deutlich, bei den sehr wenigen Torchancen lagen die Augsburger leicht vorne. Dass ihr Treffer aus einer eigentlich nicht vorhandenen Chance fiel und sie dieses Glück anschließend mit Zähnen und Klauen verteidigten, machte aus dem typischen 0:0-Spiel eine Mainzer Nullnummer.

          Einsam und niedergeschlagen

          Und die tat vor allem Robin Zentner weh. Zwar bemühten sich unmittelbar nach seinem Blackout gleich drei Kollegen – Leandro Barreiro, Stefan Bell und Moussa Niakhaté – den wie ein Häufchen Elend auf dem Rasen kauernden Torwart aufzurichten. Niakhatés Gesten ließen darauf schließen, dass er Zentner unter anderem mit dem Hinweis auf die noch reichlich vorhandene Spielzeit Mut machte. Da die Mannschaft es aber in den inklusive Nachspielzeit folgenden 70 Minuten nicht schaffte, den Lapsus zu egalisieren, wirkte der Schlussmann am Ende der Begegnung so einsam und niedergeschlagen wie Mitte der ersten Halbzeit.

          „Manchmal ist es nicht so angenehm, Torhüter zu sein“, sagte Bo Svensson. „Ein Fehler von ihm entscheidet solche Spiele.“ Der Mainzer Trainer zeigte sich aber überzeugt, dass Zentner diesen Patzer wegstecken werde. „Er ist ein erwachsener Kerl, er hat all meine Unterstützung, und er wird in fünf Tagen wieder im Tor stehen.“ Und auch das sollte nicht vergessen werden: „Robin hat uns oft genug gerettet.“

          Nicht mehr zu retten ist der Rasen in der Arena am Europakreisel, der sich in einem kläglichen Zustand befindet. „Kurzpassspiel war fast schon unmöglich“, hielt FCA-Trainer Heiko Herrlich fest, „dadurch gab es viele Bälle im Hauruckverfahren.“ Auch Svensson war mit der Qualität des Geläufs nicht glücklich, als Grund für die Niederlage führte er sie freilich nicht an. Die verortete er vielmehr in einem individuellen Fehler und mangelnder Durchschlagskraft. Gleichwohl soll ein neuer Untergrund her. Der jetzige, im November verlegt, hat in den vergangenen Wochen unter der Witterung irreparabel gelitten. Wann die nächsten Rasenbahnen ausgerollt werden, hängt ebenfalls vom Wetter ab – das neue Grün muss auch anwachsen können.

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