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Mainz-Vorstand Rouven Schröder : „Wir durchleuchten die Spieler“

  • -Aktualisiert am

Blickt voraus: 05-Sportvorstand Rouven Schröder Bild: dpa

Im F.A.Z.-Interview spricht Sportvorstand Rouven Schröder über Identifikation und Sprache in der Mainzer Bundesligamannschaft und erklärt, wie die Transferstrategie des Klubs vor der neuen Saison aussieht.

          4 Min.

          Herr Schröder, Sie und Trainer Achim Beierlorzer hatten bei der Bilanzpressekonferenz nach dem letzten Spieltag gesagt, Sie könnten mit dem unveränderten Kader in die neue Saison gehen. War das ernst gemeint? Und wäre das realistisch?

          Es wäre schon realistisch, weil die Qualität trotz aller Probleme, die wir in der vorigen Saison hatten, stimmt. Wir glauben zu wissen, an welchen Rädchen wir drehen müssen, um das Potential noch besser abzurufen, um erfolgreicher zu sein als mit dem 13. Platz. Auf der anderen Seite haben die Spieler langfristige Verträge, das ist unsere Basis gerade in der jetzigen Situation, ohne Ausstiegsklausel, das ist für uns ein Faustpfand neben den eigenen Nachwuchsspielern, die sich entwickeln. Von daher haben wir keinen Druck. Wir wissen aber auch, dass die Transferperiode bis zum 5. Oktober geht.

          An welchen Rädchen müssen Sie drehen, um das Potential konstant abzurufen?

          Also, wenn wir diese Formel hätten, wäre jeder Trainer glücklich. Dann brauchte man sie nur einzugeben und auf „Enter“ zu drücken. Aber bei uns war schon eine Entwicklung zu sehen, wir hatten zum Ende der Saison deutlich mehr Zug drin. Ein weiterer Schlüssel liegt darin, die Grundtugenden an einer größeren Anzahl von Spieltagen auf den Platz zu bekommen. Das würde die Möglichkeit erhöhen, erfolgreich zu sein, und in jedem Fall zumindest die Thematik erledigen, dass bei manchen Zuschauern das Gefühl entsteht, Einzelne würden sich nicht genug für den Verein reinknien. Wir haben gegen Hoffenheim und Augsburg zwar verloren, aber man hatte nie den Eindruck, dass es den Spielern egal ist. Je mehr man das aufs Feld bringt und mit Potential und Talent verbindet, desto besser wird es. Und wir müssen, was die Mannschaftsführung angeht, noch deutlich konsequenter und klarer werden und mehr Disziplin an den Tag legen.

          Brauchen Sie dafür auch andere Spieler?

          Nein, brauchen wir nicht.

          Wie weit sind Sie auf Transfers angewiesen, um Einnahmeausfälle zu decken?

          Diese Thematik ist ganzjährig zu betrachten. Selbst wenn wir jetzt keinen Spieler verkaufen würden, hätten wir immer noch das Wintertransferfenster. Klar ist auch, dass wir, wenn wir Erlöse erzielen, Geld in den Verein zurückführen müssen. Das zeigt, wie abhängig wir neben dem TV-Geld auch von Transfereinnahmen sind. Wenn wir Geld erlösen, können wir es nicht wieder zu 100 Prozent in die Mannschaft investieren.

          Unter den Spielern, die vor zwei Jahren gekommen sind, erwecken einige sehr stark den Eindruck, andere Ziele zu haben, als nächste Saison noch in Mainz zu spielen.

          Die gibt es, definitiv, da brauchen wir nicht drum herumreden, aber auch da wäre es falsch, das zu pauschalisieren. Dass ein Moussa Niakhaté einer ist, der auch gerade zum Schluss exemplarisch gezeigt hat, dass er nicht nur für sich Fußball spielt, sondern für den gesamten Verein. Er hatte nicht immer gute Spiele, aber er hat sich immer zerrissen und hatte eine unfassbar gute Ausstrahlung, eine Siegermentalität, das war vorbildlich. Er hat sicherlich einen Markt. Genau wie ein Jean-Philippe Mateta, der das auch öffentlich mehrfach für sich betont hat. Aber wir haben weiterhin einen Punch, wir sind langjährig in der Bundesliga, wir haben ein top Umfeld. Wir haben auch einen Rahmen, in dem sich alle wohl fühlen können, hier fehlt es den Spielern an nichts. Und gerade in der jetzigen Phase, in der jeder Verein lieber zwei-, dreimal über ein Profil guckt und sagt, da müssen wir noch genauer hingucken, bevor wir für diesen Spieler Geld ausgeben, sollte allen bewusst geworden sein, was sie an ihrem jetzigen Verein haben.

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