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Mainz in der Krise : Belohnen, bitte!

  • -Aktualisiert am

Eine neue Chance für den Mainzer Trainer: Gelingt gegen Leverkusen die Wende? Bild: Reuters

In seinem Debüt war Jan-Moritz Lichte kein Erfolg vergönnt. Zwei Wochen hatte der neue Mainzer Trainer Zeit, sein Team einzustimmen. Gegen Leverkusen soll endlich ein positiver Effekt spürbar werden.

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          War das jetzt ein Vorteil für Jan-Moritz Lichte, zwei Wochen Zeit zu haben, um seine Mannschaft auf sein zweites Spiel als Cheftrainer des FSV Mainz 05 vorzubereiten? Oder eher ein Nachteil, weil etliche seiner Fußballprofis mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren? Letzteres mache die Arbeit selbstverständlich schwieriger, weil die Rückkehrer an die in der Zwischenzeit erarbeiteten Inhalte herangeführt werden müssten, sagt Lichte. „Aber wir werden in Videositzungen, Gesprächen und im Training dafür sorgen, dass alle genau wissen, was Thema war.“

          Bundesliga

          Grundsätzlich sei die Pause definitiv ein Vorteil für seine in den ersten drei Saisonspielen so sehr gebeutelte Mannschaft gewesen. „Wir haben die zwei Wochen bestmöglich zu nutzen versucht, um die Themen der ersten Wochen zu bearbeiten: kompakt miteinander zu verteidigen und zu wissen, was in welcher Situation zu tun ist. Ich hoffe, dass man das am Samstag sehen wird.“ Dann nämlich sollen im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen die ersten Punkte unter seiner Ägide und die ersten in dieser Saison her.

          „Das Gesamtpaket ist stimmig“

          Dass die Rheinländer mit drei Unentschieden der eigenen Erwartungshaltung ebenfalls noch nicht gerecht geworden sind, ändere nichts an ihrer Qualität, sagt 05-Sportvorstand Rouven Schröder, der wie Lichte nicht nur das Offensivpotential hervorhebt, sondern auch das sehr gute Defensivkonzept betont. „Das wird manchmal unterschätzt“, sagt der Trainer. „Aber dafür entwickeln wir einen Plan, den wir 90 Minuten lang umgesetzt sehen wollen.“ Das Team habe nach den unruhigen Tagen mit Spielerstreik, Gehaltsrückzahlungsdiskussionen, Trainerwechsel und dem 0:4 bei Union Berlin zu Lichtes Einstand sehr gut gearbeitet, sagte Schröder bei der digitalen Pressekonferenz vor dem vierten Spieltag. „Das Gesamtpaket ist stimmig, jetzt möchte sich jeder belohnen, und ihr“, wandte er sich an die Journalisten, „möchtet doch auch mal wieder positiv über uns schreiben.“

          Schröder machte kein Hehl daraus, dass er eine gute Leistung allein noch nicht als Belohnung empfände. „Wenn ich sagte, dass ich schon bei einer knappen Niederlage durchschnaufen würde, machte ich keinen guten Job. Wir wollen nur erfolgreich sein.“

          Keine schnelle Verbesserung

          Wer gehofft hatte, mit der Entlassung Achim Beierlorzers und der Amtsübernahme durch Jan-Moritz Lichte werde auf Anhieb ein positiver Effekt erzielt, sah sich mit der Partie in Berlin eines Besseren belehrt. Den neuen Chef wundert es nicht, dass die Mannschaft nach dem ersten Gegentor ihre Stabilität einbüßte. „Automatisch wird im Leben nie etwas besser“, sagte er. Das müsse sich die Mannschaft Schritt für Schritt im Training aneignen. „Die tägliche Arbeit ist entscheidend, um uns dahin zu bringen, wo wir sein wollen.“

          Hinweise auf mögliche personelle Veränderungen ließ Lichte sich nicht entlocken. Die Frage eines Pressevertreters, ob man von der Aufstellung überrascht sein werde, beantwortete er trocken: „Ob Sie überrascht sein werden, weiß ich nicht. Ich weiß ja nicht, was Sie erwarten.“

          Erwartet werden in der Arena am Europakreisel an diesem Samstag (15:30 im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und auf Sky) lediglich 250 Zuschauer. Nachdem gegen den VfB Stuttgart am zweiten Spieltag rund 3400 Fans im Stadion sein durften, sollten diesmal 6800 Tickets ausgegeben werden, die hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen hat dieses Vorhaben zunichtegemacht.

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