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Bo Svensson sucht nach Lösung : „Inhaltlich war das nicht gut genug“

  • -Aktualisiert am

Trainer Bo Svensson ist mit den Darbietungen seiner Mannschaft nicht immer einverstanden. Bild: dpa

Trotz des Tabellenstands herrscht Unzufriedenheit bei Mainz 05. Trainer Bo Svensson übt scharfe Kritik, viele Spieler suchen noch nach ihrer Form. Probleme zeigen sich in fast allen Mannschaftsteilen.

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          Wenn der Tabellenstand ein Indiz für Zufriedenheit wäre, herrschte beim FSV Mainz 05 gute Stimmung. Keine ausgelassene, dafür reicht die Heimbilanz mit zwei Punkten aus drei Spielen nicht aus, aber doch eine gute. Die Rheinhessen sind Achter, liegen mit elf Punkten nur einen hinter dem fünftplatzierten FC Bayern München, aber sechs vor den potenziellen Abstiegsrängen. Also alles gut vor dem Spiel gegen Freiburg (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky)? Keineswegs.

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          Bo Svensson kann durchaus zwischen den erzielten Ergebnissen und den gezeigten Leistungen unterscheiden. Das macht der Trainer, seit er das Amt im Januar 2020 übernommen hat. So, wie er des Öfteren trotz Niederlagen mit seiner Mannschaft zufrieden war, verhehlt er auch nicht, wenn die Dinge umgekehrt liegen. „Inhaltlich war das nicht gut genug“ – dieses Etikett klebte Svensson mehr oder weniger über alle bisherigen Spieltage.

          Überkritische Stimmen verstummen

          Zum Beispiel nach dem 2:1-Auftaktsieg in Bochum: „Wir hatten Glück, dass der Gegner uns nicht für unsere Passivität bestraft hat.“ Das zähe 0:0 gegen Union Berlin, machte selbst die Mainzer Kicker nicht froh; Innenverteidiger Maxim Leitsch sprach von einem „Kackspiel“. Beim 0:3 gegen Bayer Leverkusen schossen die 05er ein Eigentor und legten dem Gegner die beiden weiteren Treffer auf. In Gladbach (1:0) lobte Svensson sein Team für die erste halbe Stunde, später gerieten die Aktionen in Überzahl zu schläfrig und schlampig.

          Spätestens nach dem letzten Spiel vor der Länderspiel-Pause verstummten dann jene Stimmen, die Svensson bis dahin als überkritisch eingestuft hatten. Das 1:1 gegen Hertha BSC kam nur zustande, weil es den Mainzern gelang, die bis dahin klar besseren Berliner nach der Pause auf Grasnarbenniveau herunterzuziehen und Anthony Caci mit der letzten Aktion ausglich. „Man kann nicht erwarten, dass wir ein ganzes Spiel dominieren, aber wir hatten keine Phase, in der wir besonders gut waren“, sagte der Trainer hinterher.

          Ausgenommen Torwart Robin Zentner, ziehen sich die Probleme durch alle Mannschaftsteile. Teils verständlich, weil es sich bei den Protagonisten überwiegend um junge und auf Erstliganiveau unerfahrene Spieler handelt. Wie den im Sommer vorigen Jahres aus Fürth gekommenen Anton Stach, der zum Shootingstar avancierte. Derzeit ist der 23-Jährige weit entfernt von der Form, derentwegen Bundestrainer Hansi Flick ihn unerwartet zum A-Nationalspieler machte.

          In der Offensive mangelt es an Alternativen für das Duo Jonathan Burkardt/Karim Onisiwo. Burkardt ist wegen seines Tempos und Anlaufverhalten im Prinzip unverzichtbar. „Er ist zum Schlüsselspieler gereift“, sagt Svensson. Allerdings wartet der 11-Tore-Mann der vorigen Saison nun immer noch auf seinen ersten Treffer.

          Kader ist flexibel besetzt

          Hinter beiden reihen sich der schnelle, bislang aber taktisch überforderte und offenbar trainingsfaule Delano Burgzorg, Marlon Mustapha und Marcus Ingvartsen ein. Seit mehr als einem Jahr am Bruchweg, konnte er noch nicht den Eindruck zerstreuen, dass er seiner Mannschaft nur dann hilft, wenn er ein Tor schießt (was nicht oft vorkommt).

          Hinter vorgehaltener Hand war vor der Saison zu hören, der Verein wolle Ingvartsen durch einen anderen Stürmer ersetzen. Daraus wurde ebenso wenig wie aus der diskutierten Verpflichtung eines zusätzlichen Innenverteidigers. Sportvorstand Christian Heidel, Sportdirektor Martin Schmidt und Bo Svensson betonten stets, der Kader sei gut und flexibel genug besetzt, um insbesondere den Verlust von Moussa Niakhaté aufzufangen.

          Der Trainer strahlte bei entsprechenden Einlassungen freilich nicht ganz so viel Überzeugungskraft aus wie seine Vorgesetzten. Tatsächlich ist derzeit Stefan Bell der einzige stabile Faktor in der Dreierkette, und Maxim Leitsch erweist sich als Schwachstelle.

          Den bisherigen Tiefpunkt unter Svenssons Ägide stellte im Übrigen das Testspiel gegen den Karlsruher SC in der vorigen Woche dar. „Das war weit weg von Bundesligatauglichkeit“, sagte Svensson nach dem 2:5: „In dieser Deutlichkeit überrascht mich das, aber dass die Tendenz in diese Richtung geht, ist nicht neu. Das muss spätestens jetzt alle zum Nachdenken bringen.“

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