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Daniel Brosinski geht : Eine nette Mainzer Abschiedsvorstellung

  • -Aktualisiert am

Daniel Brosinski ist emotional nach dem Abpfiff. Bild: picture alliance/dpa/Kessler-Sportfotografie

Noch nie nahmen die Rheinhessen einen verpassten Derbysieg gegen die Eintracht so leicht. In der kommenden Saison soll der Kader verstärkt werden. Brosinski zieht es wohl auf einen anderen Kontinent.

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          Ein unterhaltsames, abwechslungs- und temporeiches Spiel, vier Tore und ein Punkt, dank dessen die Rheinhessen in der Abschlusstabelle sogar noch vom neunten auf den achten Rang vorrückten: Der letzte Bundesligaspieltag hätte für den FSV Mainz 05 schlechter verlaufen können als mit diesem 2:2 gegen Eintracht Frankfurt. Auch wenn Trainer Bo Svensson zu Recht darauf hinwies, dass „wir ein paar Großchancen mehr hatten“. Alleine Jonathan Burkhardt hätte aus dem Unentschieden einen Sieg machen und es seinem Sturmkollegen Marcus Ingvartsen gleichtun können, der zweimal erfolgreich war.

          Bundesliga

          Doch der U-21-Nationalspieler, mit elf Treffern bester Mainzer Torschütze der abgelaufenen Saison, blieb mit seinen Abschlüssen glücklos – und hatte dann noch Pech, dass ihm Schiedsrichter Martin Petersen das vermeintliche 3:2 aberkannte und diese Entscheidung nach Ansicht der Videobilder aufrechterhielt. Der Referee sah im Luftzweikampf zwischen Burkardt und Torwart Kevin Trapp ein Foulspiel des Angreifers, Trapp habe den Ball bereits in den Händen gehabt, als der Stürmer ihn attackierte. Eine fragwürdige Einschätzung, die an diesem Tag jedoch nicht mehr für großen Wirbel sorgte.

          „Mit dem Unentschieden bleiben wir in der Heimtabelle auf einem Champions-League-Platz“, hob Sportdirektor Martin Schmidt hervor. Dass es unter dem Strich nicht wenigstens für die Conference League reicht, liegt an der mauen Auswärtsbilanz von lediglich elf Zählern, die nur die Spielvereinigung Greuther Fürth unterbietet. Doch Schmidt versprach Besserung: Nächste Saison werde die Mannschaft zu Hause performen wie gehabt, „und dann wollen wir auch auswärts ein paar Punkte mehr holen. Es lohnt sich mitzufahren…“

          Standing Ovations für Brosinski

          Dafür werde der Verein den Kader weiter verstärken, aus dem am Samstag vier aktuelle Spieler sowie der bereits im Januar ausgeschiedene Ádám Szalai verabschiedet wurden: Kevin Stöger, der in seiner zweiten Mainzer Spielzeit bei der starken Konkurrenz auf den Achterpositionen kaum zum Zug gekommen war. Jean-Paul Boëtius, dessen Vertrag ebenfalls ausläuft und der sich mit dem Verein nicht über eine Verlängerung einig wurde. Jeremiah St. Juste, dessen Wechsel zu Sporting Lissabon rund zehn Millionen Euro bringt.

          Und Daniel Brosinski. Der „Brosi“. Der nach acht Mainzer Jahren noch einmal von Beginn an mitwirken durfte und sowohl bei seiner Auswechslung als auch nach dem Abpfiff vor der Westtribüne mit Standing Ovations gefeiert wurde. War auch seine letzte Saison für ihn unbefriedigend verlaufen, weil er an Neuzugang Silvan Widmer nicht vorbeikam, blickten er und die Fans doch auf sieben Spielzeiten zurück, in denen er Stammkraft war, entweder auf seiner ureigenen rechten oder oft auch auf der linken Abwehrseite.

          Seine Mitspieler ließen ihn zum Abschied hochleben, und er ließ sich hochheben beziehungsweise -werfen, bevor er mit Narrenkappe auf dem Kopf – so viele Jahre beim selbst ernannten Karnevalsverein hinterlassen nun mal Spuren – und einem Mikro zu einer kurzen Dankesrede anhob: „Ich habe euch alle ins Herz geschlossen, auch euch auf der Tribüne.“ Seine Karriere will der gebürtige Karlsruher andernorts fortsetzen, eventuell in den Vereinigten Staaten. „Ich kann noch rennen und tun, es ist noch nicht vorbei.“ Und über sein letztes Mal in der Arena am Europakreisel sagte er: „Ich hätte es mir so nicht ausmalen können.“

          Unwürdig verhielt sich hingegen ein Teil der Eintracht-Fans bei Brosinskis Auswechslung nach rund 70 Minuten. Nicht, dass sie dem 05er hätten applaudieren müssen, wie es einige ihrer Spieler auf dem Feld taten. Aber diese Szene mit „Verreck, verreck, Mainzer Dreck“ zu begleiten, war ein geistiges Armutszeugnis.

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