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Nürnberg gegen Leverkusen : Zwischen Protest und Punktspiel

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Geburtstagskind Herrlich: Nicht mehr unter Beschuss, aber noch immer unter Druck Bild: EPA

So unbeliebt die Montagsabend-Partien sind, so verständnisvoll zeigen sich alle über den Fan-Protest. Doch vor allem Leverkusen wird den Unmut der Anhänger in Nürnberg zu spüren bekommen.

          Dass der Montag potentiell einer der unbeliebtesten Tage der Woche ist, weiß man schon lange. Niemand mag es besonders gerne, nach einem freien Wochenende wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen. In der Bundesliga ist das zwar ein bisschen verdreht, da ist der Montag nicht der Anfang eines Spieltags, sondern dessen Ende, sozusagen der Freitag eines Arbeitsnehmers, aber auch das dürfte ihn nun nicht viel beliebter machen. Denn Montagabendspiele haben Fans wie Spieler und Verantwortliche etwa so gerne wie schneefreie Weihnachten. Dortmunds Trainer Lucien Favre sagte gar: „Spiele am Montag sind lächerlich.“

          Bundesliga
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          Und auch für Leverkusens Trainer Heiko Herrlich, der allen Grund zu feiern hätte an diesem Montag, schließlich ist es sein Geburtstag, er wird 47 Jahre alt, dürfte es zumindest ein ungewöhnlicher Tag werden. Kein Feier –, sondern ein Arbeitstag nämlich ist für ihn das erste Montagsspiel in dieser Bundesligasaison beim 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und im Eurosport Player). Einerseits muss der ehemalige Nationalspieler so mit dem Werksklub beim 1. FC Nürnberg um wichtige Bundesligapunkte kämpfen, andererseits wird er und sein Team nur wenig Unterstützung von Bayerfans dafür erwarten können. Viele Anhänger protestieren gegen die Partie am Montag und organisieren stattdessen einen Weihnachtsmarkt mit fränkischen Spezialitäten. „Ich finde es gut, dass den Fans Gehör geschenkt wird“, sagte Herrlich und zeigt Verständnis, auch wenn die Anfeuerung im Fanblock im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg nun überschaubar sein dürfte, nur rund 360 sollen die Mannschaft begleiten.

          Bei der Heimmannschaft wird es immerhin keinen kompletten Boykott der Partie geben. Doch wie schon in anderen Partien am Wochenende wollen die Nürnberger aus Protest gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten in der ersten Hälfte unter anderem keine Gesänge organisieren. „Ich habe Verständnis, dass Fans ihren Unmut über die Kommerzialisierung des Fußballs und gewisse Regularien zeigen“, sagte Nürnbergs Coach Köllner. „Allerdings schaden sie mit solchen Aktionen der Mannschaft.“

          Bayers schwerer Bundesligastart

          Auch Bayers Sport-Geschäftsführer Rudi Völler zeigte sich als entschiedener Gegner der umstrittenen Montagspartien, die allerdings erst ab der Saison 2021/22 abgeschafft werden. „Ich bin auch kein Fan davon, unsere Fans müssen 400 Kilometer nach Nürnberg fahren am Montagabend“, sagte Völler der „Bild am Sonntag“. Doch zurück zu Herrlich am „Manic Monday“. „Ich wünsche mir, dass meine Mannschaft eine Top-Leistung bringt und an ihre Grenzen geht“, äußert der Fußballlehrer, der mit seinem Team in der Liga immer noch weit den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt und dringend Punkte braucht – auch um sich sicher zu sein, weiter Trainer der ambitionierten Leverkusener zu bleiben.

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