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1:1 gegen Leipzig : Leverkusen lässt Punkte liegen

  • -Aktualisiert am

Augen zu und hoch: Kevin Kampl (li.) und Kerem Demirbay im Luftduell Bild: dpa

Bayer ist beim 1:1 gegen RB Leipzig die etwas bessere Mannschaft, nutzt seine Chancen aber nicht. Die Stürmer Schick und Sörloth können ihren neuen Teams noch keine entscheidenden Impulse geben.

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          Die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen reden immer noch häufig von den ersten Wochen der vergangenen Bundesligasaison, in denen sie genau jene Punkte verspielten, die am Ende für eine Teilnahme an der Champions League fehlten. So lautete jedenfalls die Selbstanalyse der Rheinländer. Ähnliches sollte nun im neuen Spieljahr unter allen Umständen vermieden werden, doch nach dem 1:1 gegen RB Leipzig steht die Werkself mit zwei mageren Pünktchen abermals tief unten in der Tabelle.

          Bundesliga

          Immerhin hatten sie ihrem Publikum eine abwechslungsreiche Partie geboten, in der beide Teams überlegene Phasen hatten. Zunächst spielten die Leipziger etwas reifer, sie lauerten auf Fehler und wussten sehr genau, in welchen Bereichen des Leverkusener Spielaufbaus sich die besten Chancen auf Balleroberungen ergeben würden. Genau diese Art des Pressings hatte Julian Nagelsmann angekündigt: „Wir haben in der Europa League beim Spiel gegen Inter Mailand gesehen, dass Leverkusen da Probleme hat“, hatte der Trainer vor der Partie erklärt.

          Tatsächlich entpuppte sich wie schon gegen die Italiener Daley Sinkgraven als Schwachpunkt in Bayers Spielaufbau. Aber auch die Bender-Brüder ließen sich zu Fehlern verleiten und waren beide am 0:1 beteiligt: Sven Bender verlor nach einem Torabstoß der Leipziger einen ungeschickt geführten Zweikampf gegen Yussuf Poulsen, dessen Pass bei Emil Forsberg landete; der Schwede spielte mit einem Haken Lars Bender aus und schoss dem Ball zum 0:1 unter die Latte (14. Minute). In dieser Anfangsphase gab es immer wieder solche Momente, in denen sichtbar wurde, wie unfertig diese Leverkusener Mannschaft noch ist.

          Komprimierte Vorbereitung

          Kai Havertz hat den Klub erst kurz vor Saisonbeginn verlassen, und die Vorbereitung war komprimiert, weil das Team im Sommer noch beim Europa-League-Turnier mitspielte. Der neue Stürmer Patrick Schick ist erst seit ein paar Tagen da und blieb bis auf zwei, drei Szenen blass gegen seinen ehemaligen Klub. Unter der Woche ist noch der Rechtsverteidiger Santiago Arias von Atlético Madrid unter Vertrag genommen worden, doch der Kolumbianer stand am Samstag noch nicht im Kader. Im Gegensatz zur neuesten Verstärkung von RB.

          Die Sachsen haben für 20 Millionen Euro den Norweger Alexander Sörloth verpflichtet, der zuletzt als Leihspieler bei Trabzon in der Türkei stürmte, aber eigentlich bei Crystal Palace in London unter Vertrag stand. Der 24 Jahre alte Angreifer erinnert auf erstaunliche Art und Weise an Erling Haaland, er hat einen ähnliche Statur wie das Dortmunder Großtalent, ist ebenfalls wuchtig und groß, und wie der Vater seines jüngeren Landsmanns spielte auch Sörloths Papa einst fürs Nationalteam seines skandinavischen Heimatlandes. „Er verkörpert genau das, was wir noch gebraucht haben, eine gute Körperlichkeit, eine Wucht in der Box, und er hat zuletzt in der Türkei viel Selbstvertrauen getankt“, sagte Nagelsmann vor dem Spiel. Bereits nach 27 Minuten wechselte er Sörloth ein, weil Poulsen verletzt vom Platz musste.

          Da stand es allerdings schon 1:1. Eigentlich war RB das bessere Team gewesen, doch nach 20 Minuten wagte Kerem Demirbay einfach mal einen Fernschuss aus 17 Metern, der von der Unterkante der Latte hinter die Linie sprang. Die 6042 Zuschauer sangen, und den Leipzigern war anzumerken, dass ihnen dieser Treffer weh tat. Nun war Leverkusen das etwas stärkere Team.

          Schick hatte noch eine gute Kopfballchance, scheiterte aber an Torhüter Peter Gulacsi (40.). Nach der Pause setzten dann wieder die Leipziger ihr Spiel durch, Bayer hatte weniger Ballbesitz, kam aber zu Kontergelegenheiten. Der schnelle Moussa Diaby schloss so einen Angriff nach 56 Minuten ab, doch Gulacsi hielt den Schuss auf die kurze Ecke, während RB die letzte durchschlagende Aktion im Leverkusener Strafraum fehlte. Spätestens in der 59. Minute hätten die Leverkusener in Führung gehen müssen.

          Nach einem neuerlichen Umschaltmoment legte Karim Bellarabi den Ball im Strafraum quer auf den 17 Jahre alten Florian Wirtz, der aber aus sieben Metern nur den Pfosten traf. In der Schlussphase war Leverkusen überlegen, Schick gelang auch ein Tor, stand dabei aber knapp im Abseits (77.). Irgendwie rettete Leipzig das Unentschieden über die Zeit, über das die Sachsen sich eher freuen konnten als die Rheinländer.

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