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Nicht für Nachtleben in Berlin : Die energische Ansage des Max Kruse

  • -Aktualisiert am

Rückkehr nach Berlin: Kruse ist für Union ein Coup. Bild: dpa

Max Kruses mondäner Lebensstil kostete ihn einst viel Geld und die Karriere in der Nationalmannschaft. Nun kehrt der Fußballprofi nach Berlin zurück – doch diesmal nicht wegen des Nachtlebens.

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          Man kommt kaum drum herum, die Geschichte von der Taxifahrt noch einmal zu erzählen, wenn es um das Verhältnis zwischen dem Fußballprofi Max Kruse und der Stadt Berlin geht. Auch wenn diese Episode schon einige Jahre zurückliegt. Damals ließ Kruse bei einem nächtlichen Ausflug 75.000 Euro in bar auf dem Rücksitz liegen. Es kostete den Stürmer die EM-Teilnahme und auch die Karriere in der Nationalmannschaft. Viel wurde im Anschluss über das mondäne Leben von Fußballprofis diskutiert, Bundestrainer Joachim Löw verwies auf die Vorbildfunktion von Nationalspielern.

          Berlin war für den amüsierfreudigen Kruse, der den Großteil seiner Karriere abseits der großen Zentren in Bremen, Freiburg, Mönchengladbach oder Wolfsburg verbrachte, schon immer ein Magnet. Die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, in der er Hobbys wie dem Pokerspiel nachgehen konnte. Nun zieht es ihn dauerhaft in die Hauptstadt. Zum Arbeiten, nicht zum Vergnügen, wie der 32 Jahre alte Angreifer am Freitag bei seiner Vorstellung beim 1. FC Union energisch betonte. Er sei nicht gekommen, um das Nachtleben zu genießen, sagte Kruse mit Nachdruck.

          Punktsieg über das Establishment

          In den vergangenen Wochen hatte er immer wieder mit einer Rückkehr nach Deutschland kokettiert, nachdem sein Engagement bei Fenerbahce weniger glücklich verlaufen war. Der türkische Klub musste ihn wegen ausstehender Gehaltszahlungen ablösefrei ziehen lassen, was Kruse für Union erst erschwinglich machte. Die Berliner setzen seit Jahren darauf, ablösefreie Profis zu verpflichten, um dann beim Gehalt etwas großzügiger sein zu können – in allerdings immer noch bescheidenem Rahmen.

          Spieler vom Rang Kruses finden für gewöhnlich nicht den Weg in die Alte Försterei. So verkaufte der Verein die Ankunft des Neuen als Punktsieg über das Establishment. Geschäftsführer Oliver Ruhnert sagte: „Dass ein ablösefreier Spieler dieser Qualität viele Optionen hatte und sich trotz wirtschaftlich deutlich höher dotierter Angebote für Union entschieden hat, freut uns sehr und zeigt, dass Union als Klub mit anderen Werten punkten kann.“

          Spannende Zeit in Berlin

          Beiden Seiten dürfte eine spannende Zeit bevorstehen. Kruse zieht eine Stadt, die er mag und kennt. Union, das sich gern als Klub des kleinen Mannes gibt, bekommt seinen ersten richtigen Star. Bei seiner Vorstellung wurde Kruse von einem eigenen Social-Media-Team begleitet, vor seiner Präsentation drehte er auf dem Stadiongelände noch ein paar Runden auf einem Motorrad.

          Sportlich könnte ein längerer Gewöhnungsprozess bevorstehen. In der vergangenen Saison glänzte Union nicht unbedingt durch fußballerische Finesse. Wenn es darum ging, Tore aus dem Spiel heraus zu erzielen, tat sich die Mannschaft enorm schwer. Kruse soll Abhilfe leisten, zu besten Zeiten galt er als eine der spielstärksten Offensivkräfte der Liga. In Bremen wurde er oft als hängende Spitze eingesetzt, als Wandler zwischen den Linien, der wie ein Spielmacher den Takt bestimmte. Eine solche Position war bisher im Spiel von Union nicht vorgesehen.

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