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Krise in Fußball-Bundesliga : Neuanfang bei Hannover 96 ohne Heldt

  • -Aktualisiert am

Manager Horst Heldt muss seinen Posten bei Hannover 96 räumen. Bild: dpa

Vor dem Abstieg aus der Bundesliga ist Hannover 96 kaum noch zu retten. Nun muss Sportdirektor Horst Heldt seinen Posten räumen. Dabei ist er vor allem an zwei Kernthemen verzweifelt.

          Vielleicht gelingt es Horst Heldt in Kürze wieder besser, sich am Profifußball zu erfreuen. Bei Hannover 96 ist er in der Rolle des Sportdirektors gescheitert. Der Verein steht als Tabellenletzter vor dem Abstieg aus der Bundesliga, bereitet sich bereits auf einen Neuanfang vor und hat sich darum vorzeitig von Heldt getrennt, obwohl das Beschäftigungsverhältnis eigentlich bis Mitte 2021 vereinbart wurde.

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          Im März 2017 war Heldt in Hannover angetreten, um einen direkten Wiederaufstieg sicherzustellen, was gelang. Aber der Lorbeer war schnell verwelkt. In seinem Frust über die negative Stimmung und Entwicklung im Verein sprach Heldt immer häufiger von hausgemachten Problemen. Das bezog sich einerseits auf den Führungsstil von Martin Kind, der alles entscheidenden Person.

          „Sportlich wie wirtschaftlich desaströs“ – so hatte Kind zusammengefasst, was er vor allem Heldt anlastet: Das aktuelle Team ist nur bedingt wettbewerbsfähig. Der Trainerwechsel Ende Januar von André Breitenreiter zu Thomas Doll kam zu spät. Beides muss einem erfahrenen Sportdirektor angelastet werden. Neben dem Ungemach unter Kind ist Heldt an zwei Kernthemen verzweifelt. Ein Streit zwischen Vereinsführung und Fans hatte über Monate die Atmosphäre vergiftet. Wer als Sportdirektor ständig damit beschäftigt ist, an verhärteten Fronten zu moderieren, dem fehlt es im eigentlichen Zuständigkeitsbereich an Ressourcen.

          Aber mit 49 Jahren wäre es Heldt auch zuzutrauen gewesen, die Tragweite eigener Fehler besser einzuschätzen. Erst laut über einen Wechsel zum 1. FC Köln und dann zum VfL Wolfsburg nachzudenken, stuft kein Arbeitgeber als Vertrauensbeweis ein. Dass Kind in der Folge darauf verzichtet hatte, Heldt zum Geschäftsführer seiner Fußballfirma zu befördern, war folgerichtig. Dass er das von Heldt verantwortete Team im Abstiegskampf als „kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert“ einstufte, war wiederum wenig hilfreich. „Es tut mir leid für Horst. Er hat mich geholt und an mich geglaubt“, sagt Cheftrainer Doll. Er darf noch bis zum Saisonende bleiben, ahnt aber selbst, dass der Neubeginn ohne ihn erfolgen soll.

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